Ein Update von uns

Hallo meine Lieben.

Heute vor 7 Wochen hat die Schule hierzulande begonnen. Auch für Benjamin der nach wie vor die Volksschule besucht. Constantin hingegen, der nun auch schulpflichtig ist, ist im häuslichen Unterricht verblieben.

Ich gewähre euch heute Einblick in einen ganz normalen Tag von meinem Zweitgeborenen.

Er steht in 9 von 10 Fällen in der früh mit allen anderen auf und macht sich fertig. Zieht sich an, frühstückt und begleitet mich auf meinem Wegen.

Dazu gehört es Benjamin an der Ecke zu verabschieden – der von dort aus alleine weiterfährt, die Mädchen in den Kindergarten zu bringen und zu erledigen was sonst noch ansteht an dem Tag (Einkauf, Arztwege, Amtswege, Bücher tauschen in der Bücherei, Ausflüge,..) und anschließend wieder nach Hause zurückzukehren.

Bisher war es noch an jedem Tag so, dass er sich dann mit seinem Material hinsetzt und beginnt daran bzw. damit zu arbeiten. Etwa 20-30 Minuten löst er so Rätsel und bearbeitet Arbeitsblätter über die Themen die er gerade spannend findet, beschäftigt sich mit Übungen aus seinen Schulbüchern und/oder liest.

Unaufgefordert.

Dann hilft er mir beim kochen, backen, Ordnung machen, sieht fern und spielt (manchmal auch am tablet), bis kurz nach Mittag, sein älterer Bruder von der Schule heim kommt. Die beiden essen, machen Pause, quatschen und spielen. Benjamin möchte in der Zeit nichts von der Schule und Hausübungen hören oder sehen. Etwa nach einer Stunde hat er genug Zeit zum akklimatisieren gehabt und die Buben starten – durch Constantin initiiert – in die Lernzeit.

Die Lernzeit haben wir am Beginn diesen Jahres eingeführt – einerseits damit Benjamin neben seinen Geschwistern – die in der Zeit schlafen, malen, rechnen, lesen oder schreiben – genug Ruhe finden kann um sich auf seine eigenen Aufgaben zu konzentrieren; und auf der anderen Seite auch, um Benjamin aufzuzeigen dass Constantin – entgegen Benjamins anfänglicher Befürchtungen (Ja, auch er der es besser wissen könnte, glaubt freilerner hätten nichts zu tun 🤣) – auch was zu tun hat.

Und so startet verlässlich jeden Tag nach der Schule eine zweite Einheit, die wie die erste etwa 20-30 Minuten dauert. Anfangs war es beinahe eine Stunde – weil Benjamin so lang an seinen Hausaufgaben saß. Aber inzwischen haben sich die beiden gut eingestellt und arbeiten zügig ihre Aufgaben ab. Benjamin die von der Schule geforderten Hausaufgaben, Constantin eben die selbst auferlegten.

Ich hab Constantin am Beginn dieses Schuljahres eine Mappe zusammengestellt. Ich hab seine Schulbücher (Deutsch, Mathematik, Sachunterricht) auseinandergenommen und immer 3 Arbeitsblätter (2 Deutsch + 1 Mathe oder später Sachunterricht) in einer Klarsichthülle zusammengefasst.

Er hat ja schon vor etwas weniger als zwei Jahren mit der silbierten Fibel „ABC der Tiere“ zu lesen begonnen – schreiben lernen, interessiert ihn aber erst seit ein paar Wochen. Begleitend zur Fibel gibt es zwei Arbeitsbücher, den Schreibkurs und den Spracharbeitsteil – für Constantin eine Art Rätselbuch. Und damit die beiden Teile eben thematisch gleich auf bleiben, kamen die Klarsichthüllen ins Spiel.

Wenn nicht Peter sie an der Arbeit abholt hol ich die Mädchen nach der Lernzeit.

Am Nachmittag spielen sie wieder, gehen in den Hof, treffen draußen ihre Freunde die nun ebenfalls mit Schule/Nachmittagsbetreuung und Hausaufgaben machen fertig sind.

Danach wird es Zeit zum Abendessen, die Kleinen gehen im Anschluss schlafen und Constantin setzt sich meist für seine 3. Einheit an den tisch in seinem Zimmer. Wieder liest er, bearbeitet Arbeitsblätter, löst Rätsel, schreibt in seine Hefte,..

Wollte ich ihn zwischenzeitlich dazu animieren auf die Einheit zu verzichten, weil ich meinte er hätte für heute schon genug gemacht – riskiere ich dass er heulend vor mir stand. Also verkneif ich mir inzwischen jegliches Kommentar in diese Richtung und lass ihn einfach machen.

Nachdem die Mappe langsam dünner wird, hab ich heute nachgezählt für wieviele Einheiten der Stoff der 1. Klasse noch reicht und kam auf die Zahl 38. Gut dass Nachschub bereits besorgt und/oder auf dem Weg ist. 😅

Außerdem zeigt mir das, und die Erfahrungen, die wir mit und bei Benjamin in unserem Schulsystem und in unserem Schulbezirk gemacht haben – und nach wie vor machen, wieder deutlich auf, dass es sehr gut ist, dass Constantin nicht in die Schule geht. Sie könnten auf ihn nicht eingehen. Ihn nicht individuell genug sehen neben 25 anderen Kindern. Und wenn ihm langweilig wird und er sich aber auch nicht anders verausgaben könnte – weil es nun mal Schule ist und Projekte wie „Bewegtes Lernen“ immer noch die Ausnahme sind, er also höchstwahrscheinlich auch noch rumsitzen müsste.. wär er schneller als verhaltensauffällig eingestuft als man es buchstabieren könnte. Dabei ist er ein ganz normales interessiertes und begeistertes Kind – weder hochbegabt noch sonst was.

Ich hab mir außerdem überlegt noch ein paar Worte zu den jüngsten politischen Entscheidungen der österreichischen Bundesregierung zu schreiben. Aber ich finde sie schlicht so bescheuert, dass ich schon gar nicht mehr mehr dazu schreiben will.

Was gibts sonst noch zu sagen?

Heute hat Laurentin Geburtstag. Er wird 2. Unglaublich..

Ich starte übermorgen in die 23. Schwangerschaftswoche und erwarte ein Mädchen dass – wenn es nach mir geht – wahrscheinlich Dorothea heißen wird. Aber noch ist es nicht beschlossen.

Blogtechnisch ist nach langer Durststrecke auch grad viel im Umbruch und so wird es ab Dezember zum Beispiel Themen geben die einmal die Woche wiederkehren… Weil spielen lernen ist etwa Spielepräsentationen, -tests und -rezensionen welche Peter für euch schreiben wird.

Außerdem gehe ich wieder 16 Stunden pro Woche arbeiten. Constantin und Laurentin sind in der Zeit bei meiner Mama gut aufgehoben.

Mehr fällt mir im Moment nicht ein,.. bis zum nächsten Mal.

Eure Doria

Auf ins nächste Schul(fern)jahr

Benjamin startete mit Montag in die zweite Klasse Volksschule. Schulbesuch inkl.

Constantin allerdings bleibt der Schule vorerst weiter fern. Gestern kam der Schrieb mit dem der Stadtschulrat den häuslichen Unterricht zur Kenntnis genommen hat. 🎉

Vor ein paar Tagen hab ich einen Beitrag gepostet, auf den ich heute nochmal kurz eingehen möchte.

Und zwar geht es konkret um die Minimalanforderungen bei der ExternistInnenprüfung für die 1. Schulstufe [in Bezug auf Constantin].

Deutsch

  • Beherrschung der meisten Buchstaben. *check*
  • Erkennen *check*, benennen *check*, schreiben in Gemischtantiqua (Druckschrift)
  • Lesen einfacher Wörter und Sätze *check*

Heißt also dass hier nur das Schreiben etwas mehr in den Mittelpunkt rücken sollte, weil er sich dafür bisher am wenigsten interessiert hat.

Mathematik

  • Erkennen, Benennen, Ordenen, Zuordnen der Zahlenraum(ZR) 30 *check*
  • Zahlenzerlegung im ZR 10 *check*
  • Begriffe: Zehner, Einer *🤔.. ob er das weiß müsst/werd ich bei ihm nochmal erfragen*
  • Umkehraufgaben *check*
  • Analogierechnungen im ZR 20 *check*
  • Plus- und Minusrechnungen im ZR20 ohne und mit Zehnerüberschreitungen *check*

Hier ist er definitiv sattelfest.

Nur weil im besagten Beitrag wegen Benjamin auch die 2. Schulstufe beschrieben ist, und uns sonst in dem Jahr vielleich langweilig werden würde, machen wir hier weiter. [Wieder im Bezug auf Constantin]

Deutsch

  • Buchstaben und Ziffern in einer der österreichischen Schulschrift angenäherten Form schreiben. Ansätze einer geläufigen Schrift.
  • Lesen *check* und Schreiben einfacher Texte sowohl in Gemischtantiqua *check* als auch in Schulschrift.
  • Bildgeschichte: erkennen der richtigen Handlungsabfolge *check*
  • Rechtschreiben: Namenwörter, Satzschlusszeichen, Wörterbucharbeit (Beherrschen des Alphabets)

Mathematik

  • Orientierung im ZR 100 *check*
  • Erkennen, Benennen, Ordnen, Zuordnen der Zahlen im ZR 100 *check*
  • Plusrecgnungen im ZR 100 mit Zehnerüberschreitungen. *check*
  • Minusrechnungen im ZR100 *check* mit Zehnerunterschreitungen.
  • Malreihen *die kann er im ZR 30 (im Bezug aufs Ergebnis) sowie die komplette 5er und 10er Reihe. Der Rest fehlt noch*
  • Rechnen mit Geld/Maßen: m-cm, Liter, Tag/Stunde/Minute, kg,..
  • Einfache geometrische Figuren, Flächen, Körper

Da hier ohnehin sein Interesse liegt, wird er sich das sicher in den nächsten 10-18 Monaten erarbeiten. Die diesbezügliche Prüfung wäre dann in etwa 21 Monaten.

Sachkunde

Portfolio mit Bildersammlungen, Liedersammlungen, kurze Geschichten, Werkstücke aus dem textilen oder technischen Bereich…

Frage:

Zum Schreiben fällt mir ein dass die Tocher einer Bekannten von mir, in der Schule direkt von Beginn an die Schulschrift gelernt hat, und Gemistantiqua eigentlich nur durchs Lesen automatisch erlernt wurde.

Mich würde interessieren was ihr davon haltet? Ich selbst müsste mich da jetzt erst mal einlesen. Aber vielleicht hat ja jemand schon Erfahrungen damit die er/sie gerne teilen möchte…

Demnächst gehts offiziell auf ins 2. Schuljahr

Nächste Woche ist der offizielle Start von Benjamins 2. Und Constantins 1. Schuljahr.

Die Optimalanforderungen für das zweite Schuljahr (Grundstufe I = 1. + 2. Schulstufe) findet ihr hier: > Österreichischer Lehrplan. Prinzipiell ist das der Orientierungspunkt.

Die Minimalanforderungen um das zweite Schuljahr zu bestehen sind den Angaben der Prüfungsschule zu Folge für die zweite Klasse Volksschule:

Deutsch:

  • Schreiben/Lesen: Buchstaben und Ziffern in einer der österreichischen Schulschrift (=Schreibschrift) angenäherten Form schreiben, Ansätze einer geläufigen Schrift Lesen und Schreiben in Gemischtantiqua als auch in Schreibschrift; Lesen und Schreiben einfacher Texte (Ansage) Bildgeschichte: Erkennen der richtigen Handlungsabfolge
  • Rechtschreiben: Namenwörter, Satzschlusszeichen (Punkt, Fragezeichen, Rufzeichen); Wörterbucharbeit (Beherrschen des Alfabets)

Mathematik:

  • Orientierung im Zahlenraum 100
  • Erkennen, Benennen, Ordnen, Zuordnen der Zahlen von 1 bis 100
  • Plus- und Minusrechnungen im Zahlenraum 100 mit Zehnerüber- und unterschreitung
    (z.B.: 26+35= , 7218=)
  • Malreihen: 1×2, 1×3, 1×4, 1×5, 1×6, 1×10
  • Rechnen mit Geld, Maße: m – cm, Liter, Kilogramm; Tag/Stunde/Minute..
  • Einfache geometrische Figuren , Flächen, Körper

 

Sachunterricht:

Sachkundemappe des Kindes auf einfachem Niveau (z. B. Bildersammlungen zu div. Themen: Tiere, Natur, Berufe, Sport,„Von früher..“, etc.), Liedermappen, kleine Auswahl an Zeichnungen, eventuell kurze Geschichten, Werkstücke aus dem textilen und technischen Bereich.

Informationen zum Ablauf der Prüfungen für die 1. bis 4. Volksschule (Beispielhaft! – gilt nämlich ausschließlich für die Schule in der meine Kinder zur Prüfung angemeldet sind. Da jede Schule ihr eigenes Konzept dafür haben darf, informiert ihr euch über die Prüfungsmodalitäten an eurer Schule am besten gleich im Direktorat):

  1. Gemeinsamer Start mit Kindern, Eltern, Lehrern:Die Kinder haben hier die Möglichkeit ihre vorbereiteten Darbietungen (Musikstücke mit mitgebrachten Instrumenten, Lieder, Gedichte, Theaterstücke…)zu präsentieren. Danach teilen sie die Kinder in 2 Gruppen.
  2. Mündlicher Teil:Kleingruppe:Die Kinder stellen von ihren mitgebrachten Materialien in Werken, Zeichnen oder Sachunterricht eine „Lieblingssache“ vor. Die übrigen Materialien werden während der Prüfungszeit mit den Kindern angeschaut und besprochen;Präsentation eines Sachunterrichtsthemas (kann freiwillig auch vor der Kleingruppe stattfinden)
  3. Schriftlicher Teil:Differenzierte Arbeitsblätter für die jeweilige Schulstufe in Deutsch und Mathematik.

Wissenswertes rund um die Prüfung vor Ort:

  • Das zu prüfende Kind muss persönlich anwesend sein!
  • Prüfungsgegenstände (1. – 4. Volksschule) sind: Deutsch/Lesen/Schreiben, Mathematik, Sachunterricht, Musikerziehung, Bildnerische Erziehung
  • Zur Prüfung sind unbedingt alle relevanten Arbeitsunterlagen des Kindes aus den letzten Monaten mitbringen: Bücher, Hefte, Projektmappen, Zeichnungen, Werkstücke, Fotos, Dokumentationen (dafür war diese Website gedacht 😉 ), …
  • Grundlage und Bezugspunkt ist der österreichische Volksschul-Lehrplan.
  • Bei Unklarheiten oder im Falle einer drohenden negativen Beurteilung wird der Vorsitzende der Externistenprüfungskommission beigezogen.
  • Die Anwesenheit von Eltern oder anderer Begleitpersonen bei der Prüfung ist nur in Einzelfällen möglich. Man bemüht sich um eine entspannnte Prüfungssituation.

Ich wünsche euch allen alles Liebe
und ein entspanntes zweites Schuljahr

PS: Wissenswertes: Noch bis zum  31. 08. 2018 ist das Einbringen der Anzeige beim Stadtschulrat zur Abmeldung zum häuslichen Unterricht für das Schuljahr 2018/19 möglich. 

Die Voraussetzungen erfüllen

..zu wollen ist manchmal schwerer als man meinen mag.

Ich hab – knapp aber freundlich – die Schulreifebestätigung von Constantin nachgefordert. Bin auch nicht darauf eingegangen, dass diese bei den Zusageunterlagen nicht dabei war. Pflegte bis heute eine gute Kommunikation mit der Direktorin der Einschreibungsschule persönlich, telefonisch und per Mail.

Habe eine Bestätigung gefordert die mir ohne wenn und aber zusteht. Aber nein.. erst werd ich angerufen muss mich rechtfertigen dass ich den Wisch für den Stadtschulrat brauche und dann auch nochmal dafür den häuslichen Unterricht in Betracht zu ziehen.

Arg.. zack.. kaum sagt man „häuslicher Unterricht“.. ist man offenbar unten durch. 😂

Ich weiß genau dass das bei anderen hUlern nicht so rennt! Warum hab ich immer das Pech mit denen?

Aber ja. Einer der Gründe für den häuslichen Unterricht war ja immer, dass wir mit den hiesigen Schulen eben wegen ihrer Beschränktheit (Lehrplan, Offenheit,..) nicht klar kamen.

Bin gespannt was sie mir nun also schickt.. noch wart ich ja immer auf den Wisch.

Liebe Grüße und schönes Wochenende

zweites „Schulkind“ – oder: Zurück zum Start

Kurz vorweg wegen der Nachfragen

Nachdem ich mit einem positiven Schwangerschaftstest für Wunschkind 6 ins heurige Jahr gerutscht bin, kam Mitte Februar dann der Klatscher auf den Popsch.. als es uns leider verließ.

Soviel zu mir.

Constantin

Im Januar diesen Jahres ging es auch für Constantin zum verpflichtenden Schuleinschreibungstermin in eine örtliche öffentliche Volksschule. Diesmal – aufgrund unserer Erfahrungen bei seinem älteren Bruder ( wir erinnern uns ) – haben wir uns allerdings für eine andere entschieden.

Schuleinschreibungen sind von Schule zu Schule unterschiedlich. Waren bei Benjamin vor zwei Jahren einige andere Kinder auch anwesend, wurde Constantin heuer alleine beurteilt. Da er bereits lesen und rechnen kann, und auch keine Scheu hat das zu zeigen, war von vorn herein klar wie er eingestuft werden würde.

Die Schulärztliche Untersuchung einige Wochen später änderte erwartungsgemäß auch nichts.

Wir haben jetzt von der Anmeldungsschule die Platzzusage erhalten. Leider war auch heuer keine Schulreifebestätigung bei den Unterlagen dabei und ich muss diese wieder extra Anfordern. Das werd ich demnächst machen. Dann geht es wieder zum Stadtschulrat für Wien zum Zwecke der Abmeldung vom Schulbesuch.

Benjamin

Benjamin geht nun fast ein Jahr in die Schule. Seine Begeisterung hält sich in Grenzen, wobei es jetzt auch wetterbedingt wieder viel besser geworden ist, als es noch vor zwei Monaten war. Im Winter hab ich öfter mal hier oder da einen Tag oder zwei daheim lassen wenn ich gemerkt gab dass der Druck der auf ihm lastet zu groß war. Insgesamt (und inkl. Krankheiten) kommt er auf 23 Fehltage bis jetzt.

Benjamin hält „in die Schule gehen“ für seine Pflicht. Welche aber mit seiner Anwesenheit. Auch wenn man es ihm in der Schule weiß machen will gehören für ihn (und mich) Hausübungen da nicht dazu. Hausübungen erledigt er nach eigenem Ermessen. Was bedeutet er schreibt meistens die in Mathe, manchmal die in Deutsch aber in Deutsch nur jene, die mit kreativem Schreiben zu tun haben. Seitenlanges wiederholen von Einzel- oder Doppelbuchstaben oder einzelnen Wörtern lehnt er prinzipiell ab.

Weil das aber von ihm verlangt wird und der Druck der auf ihm lastet nun schon ziemlich groß geworden ist, bin ich Anfang dieser Woche vor die Klassenlehrerin, die Vertrauenslehrerin und die Direktorin vorgrladen worden, weil Benjamin einerseits die Hausübungen nicht bringt und anderseits auch den Unterricht (also den Deutschunterricht) verweigert. Er setzt sich zum Beispiel unter den Tisch und blockt komplett ab wenn man ihn anspricht.

Darauf angesprochen sagte ich dass der Druck der auf ihm lastet einfach zu groß ist und man darüber nachdenken müsse wie man ihn von ihm nehmen kann. Mein Vorschlag war es die Hausübungen einzuschränken oder am besten gleich ganz zu streichen. Während die Vertrauenslehrerin und die Direktorin sich das – in Anbetracht der Auswirkungen die bei ihm sichtbar sind – gut vorstellen konnten. War seine Lehrerin fest davon überzeugt, dass dies keine Option sein kann. Davon würde er nichts haben, im Gegenteil es würde ihn nur zurück fallen lassen und sie kann das nicht guten Gewissens für ihn einrichten. Weil er das üben wund wiederholen dringend benötigen würde. Dass er ohne Hausübungen den Anschluss verlieren würde.

Mir wurde außerdem empfohlen ihn für die Hausaufgaben auszulagern, so dass er 4 mal die Woche eine Stunde bei irgendwem anderen sein sollte als bei mir, damit er seine Hausübungen machen kann. Natürlich ganz ohne Wertung. Und nur in meinem Interesse *haha*.. um mir den Stress zu nehmen.

Zum Abschluss haben wir einen erneuten Termin ausgemacht fürs Ende derselben Woche – an dem Benjamin dann auch teilnehmen sollte.

Ich ging also am Montag heim und sah mir die Fakten an.

Ich weiß,…

  • dass Benjamin mehr kann als er in der Schule zeigt.
  • dass der Druck auf ihn irrsinnig groß ist und er wirklich gestresst ist.
  • dass Benjamin es als demütigend empfindet in der Schule ohne Hausübung da zu stehen.
  • dass mir spielen am Nachmittag für Benjamin um einiges wichtiger ist als die Schule auf den Nachmittag auszuweiten, weil ich weiß dass er das Spielen zum Stressabbau braucht.
  • dass Schule für ihn Stress bedeutet – aber nicht prinzipiell .. sondern nur dort wo dieser Druck herrscht (nämlich vor allem in Deutsch).
  • dass es nicht tragbar ist ihn bei Hausaufgaben 2 oder gar 3 Stunden begleiten zu müssen, bis er es abschließt, weil ihm jede Ablenkung willkommen ist.
  • dass die Lehrerin einer Streichung oder auch nur einer Reduktion der Hausübungen nicht zustimmen wird.

So weit, so … *hmpf*

Was also tun mit einer Lehrerin die auf ihre Hausübungen versessen ist?

…und zwar auch alle die jemals ausgelassen wurden🙈 Er hatte also zeitweise bis zu 30 Aufgaben (doppelseitig A4 bedruckt) offen (es bekommt täglich 2 solcher Seiten).

In der Vergangenheit haben wir, wenn zu viel zusammengekommen ist, Constantin und Lilith um Unterstützung gebeten.

Lilith übernahm die Ausmalaufgaben. Und Constantin und Benjamin arbeiteten mit meiner Unterstützung an den übrigen Hausübungen.

Aber eines ist für mich klar: das sollte kein Dauerzustand sein, denn Constantin ist mit dem Stoff unterfordert. Außerdem denke ich mir, wenn ich Constantin daheim derartig verschule ich ihn ja gleich in die Schule stecken könnte. Und das wollen wir nicht.

Jedenfalls hatte ich eine mögliche Lösung für uns gefunden und diese Woche auch auch entsprechend gehandelt.

Reflektion am Freitag

Heute war nun das oben erwähnte zweite Gespräch- bei dem wir Großen erst 20 Minuten ohne Benjamin sprachen und ihn dann später nach seinem Schulschluss hinzu holten.

Jedenfalls nahmen wir (noch ohne Benjamin) wieder alle im Büro der Direktorin Platz und sowie sie saß – platzte es freudestrahlend aus seiner Lehrerin heraus. „Haben Sie was zu Hause verändert? [Ich nicke stumm] Muss so sein. Benjamin ist wie ausgewechselt, offen, entspannt, aufnahmebereit.. “ Sie schlussfolgerte jedenfalls voller Genugtuung, dass die Erledigung der Hausaufgaben ihn nun auf den richtigen Weg bringen würde. Einzig bei der Leseaufgabe kam sie mir entgegen. Ich bat nämlich darum, dass wir in unseren eigenen Büchern weiter lesen dürfen und nicht die Schulbücher nutzen müssen. Darauf ließ sie sich zum Glück heute ein.

Das übrige Gespräch ist jedenfalls wegen meiner bewussten freundlichen Zurückhaltung zwar einseitig, aber sehr entspannt, denn ich nicke und grinse vor mich hin.

Mein Weg .. war simpel.

  • Sie will die Hausübungen
  • er soll sie nicht machen, weil es ihm ganz offensichtlich schadet (weiteter Stress und fehlende Zeit für den ohnehin notwendigen Stressabbau)..
  • Also mach ich sie.

Ich schreibe mit meiner linken Hand ungefähr genau so grobschlächtig wie mein linkshändiger Sohn 😂🤣 und mich kostet es fünf Minuten die Hausübungen zu erledigen.

Jedenfalls ist er am Nachmittag entspannt, kann seiner Lehrerin am nächsten Tag aber trotzdem eine gemachte Hausaufgabe vorlegen und das wirkt sich auch in der Schule aus. Also. Nicht die gemachte Hausübung, sondern vielmehr das Ausbleiben der allmorgendlichen Demütigung, weil ihm die Hausübungen fehlen. Er versteckt sich in der Schule nicht mehr unter dem Tisch und macht mit, außerdem redet auch morgens nicht davon gar nicht erst hin zu wollen.

Ich habe Recht!

Was Benjamin angeht. Das musste jetzt mal raus. Sorry. Auch wenn’s unsympathisch rüber kommen sollte..

Gleich nochmal: Ich habe Recht!

Druck weg! Bedeutet eben auch Luft zum Atmen zu haben. Und mein Ansatz funktioniert für ihn.

Wie kams?

Vor etwa einem Jahr erwähnte eine gute Freundin von mir beiläufig, dass sie gerade abgelenkt wäre, weil sie noch schnell die Hausübungen für ihren Sohn erledigen würde.

Ich war ganz offengestanden mehr als nur perplex das zu hören. 😵 Ich diskutierte das thematisch sogar in einem Forum und war fest davon überzeugt dass dieses Vorgehen einfach nur falsch ist.

Ich versteh euch also vollkommen, wenn es euch jetzt ebenso geht.

Ich kenne jedenfalls inzwischen ein Dutzend Mütter die es ebenso halten wie ich und die Hausaufgaben für ihre Kinder schreiben um ihre Kinder zu entlasten. Traurig dass dies überhaupt notwendig ist.

Erst kürzlich gelesen: Umfrage: Eltern beklagen zu viel Schulstress ihrer Kinder (Die Welt)

Und im gleichen Atemzug

Nein.. Eltern die die auf die Bedürfnisse ihrer Kinder achten und schauen, dass ihre Kinder ohne gröberen Schaden durch die Schule kommen, sind nicht das Problem in unserem Schulsystem.

Alles Liebe und schönes Wochenende 🤗

Der Winter

Hallo meine Lieben. 

Ich melde mich.

Wie gewünscht.

Ich bin wirklich eine miese Bloggerin was Kontinuität angeht. 😅 Entschuldigt. 

Ich möchte euch aber allen einen guten Rutsch wünschen.

Und jetzt möcht ich ein wenig darüber schreiben warum ich so abwesend bin. 

Zum einen hatte mein Mann Ende Oktober Urlaub. Und an seinem ersten Arbeitstag nach dem Urlaub hat er gekündigt, weil er mit der Firmenpolitik schon seit geraumer Zeit nicht mehr einverstanden war. 

Aber da standen wir nun – 7 Personen, ohne genau zu wissen wie wir uns in Zukunft finanzieren werden können. Für uns, die wir nicht gar so minimalistisch unterwegs sind wie andere Freilernerfamilien, ist das Einkommen doch schon ein wichtiger Faktor. Für mich war diese Phase sehr belastend. Auch wenn ich eigentlich weiß, dass mein Mann keine Probleme dabei hat, gute Angebote zu bekommen. Übermorgen endet sein Vertrag. Seit Mitte Dezember ist er daheim in Zeitausgleich. In der Woche drauf war die Jobzusage für den neuen Job da. Insofern war also Entspannung angesagt – und ist es noch denn er beginnt erst in der 2. Jännerwoche. 

Trotzdem bin ich insgesamt genervt. 

Ich mag den Winter nicht so. Ich tu mir schwer damit raus zu gehen weil mich die Kälte so furchtbar müde und träge macht. Egal wie gut ich angezogen bin, egal wie gut ich ausgeschlafen bin, egal wie fit ich bin, egal wie ausgewogen meine Ernährung ist. Die Kälte zehrt an mir. 

Auch bin ich – ich sags ganz offen – eine Linke. Und zwar politisch gemeint. Ich hadere ganz offen mit all den Plänen unserer ach so grandiosen Regierung.

Nach der Wahlergebnis und vor allem nach dem was bisher im Regierungsprogramm steht, mag ich einfach nicht mehr diskutieren. 

Ich hab das jahrelang gemacht und diskutiert und dagegengehalten und ich mag grad einfach nicht mehr. Ich bin grad verdrossener als ich sein sollte. Ich weiß. Ich hoffe ich finde mit den ersten warmen Sonnenstrahlen in einigen Wochen wieder zu neuer Stärke. 

Denn Resignation ist keine Option! Aber ich muss mich erst sammeln. 

Ende Jänner ist der Tag der Tage im Bezug auf Constantin. Seine Schulreifefeststellung. Wir gehen mal davon aus, dass er Schulreif ist 😂 und auch Schulreif geschrieben wird. Spätestens dann hört ihr ohnehin wieder von mir. Und dann beginnt auch bald wieder das Abmeldeprozedere und, und, und… 

Bis dahin, alles Liebe. 

Ich wünsche euch einen guten rutsch ins neue Jahr – kommt gut rüber. 

Geplante Änderung: Schulnoten in Österreich 

Praktisch gerade erst von SPÖ und ÖVP beschlossen, war die Möglichkeit des Verzichts auf Schulnoten in den 1.-3. VOLKSSCHULKLASSEN (Grundschule). 

Konkret hieß das, dass wenn ein/e LehrerIn sich dazu bereit erklärte auf Noten zu verzichten, und 2/3 der Eltern in der Klasse dem Wunsch folgten, eine alternative Beurteilung erfolgen durfte. Und zwar nur dann. Macht die Lehrkraft nicht mit, stellt sich die Frage nämlich gar nicht. 

Bevor diese Reform damals durchging, hatten bereits 2000 aller 3000 Volksschulen in Österreich diese Möglichkeit im Rahmen eines angemeldeten Schulversuchs wahrgenommen. Durch die Gesetzesänderung war von nun an die Anmeldung eines Schulversuchs nicht mehr notwendig. Auch konnten einzelne KlassenlehrerInnen diese Option nun für sich wahrnehmen, während andere Klassen in der Schulgemeinschaft weiterhin auf althergebrachten Pfaden wanderten… Weil man das ja immer schon so gemacht hatte. 

Die zukünftigen Koalitionspartner einigten sich nun darüber, dass die Notenvergabe in den untersten Schulstufen in Zukunft wieder Pflicht wird. 

Und nun stellt sich die Frage wem sie damit dienen? 

Wenn die Mehrheit der Schulen dieses System nicht mehr für angemessen halten und sich auch die Mehrheit der Eltern per Entscheidung dagegen ausspricht (denn es braucht wie gesagt 2/3 der Eltern zur Zustimmung) warum kommt dann – in einem demokratischen Land wie unserem – das Diktat von oben und widerspricht kategorisch dem, was quasi an der Basis bereits demokratisch entschieden ist… 

Dass man dann als Partei die immer wieder nach direkter Demokratie ruft, in Zukunft gar nicht erst von dem Thema anfangen sollte, versteht sich hoffentlich von selbst. 😡 

Bis zum nächsten mal. 

Alles Liebe.