So siehts aus

Benjamin möchte ab September in die Schule gehen.

Also darf er gehen. Wir haben eine Schule zugewiesen bekommen und ich verrate – ihm nicht, aber euch schon – dass ich der Schule sehr kritisch gegenüberstehe.

Im Bezirk und unter den Voraussetzungen ist es sicherlich die beste Lösung. So viel steht mal fest. Trotzdem bin ich gespannt wie Problematiken wie zB Hausübungen sich im nächsten Jahr darstellen werden. Ich weiß inzwischen dass die Schule reichlich davon verteilt.

Ich selbst bin nämlich zum Beispiel der Ansicht dass Hausübungen eine reine Zeitverschwendung sind. Zum Glück sag das nicht nur ich, sondern auch die TU Dresden und zwar mindestens seit 2008, da wurde nämlich folgendes verkündet:

Seit gut 150 Jahren gibt es allgemeinbildende Schulen in Deutschland, und genauso lange existiert der Hauptfeind aller freien, unbeschwerten Nachmittagsvergnügungen – Hausaufgaben. Erstaunlich dabei: es handelt sich offenbar mehr um ein pädagogisches Ritual als um eine im schulischen Sinn Erfolg versprechende Maßnahme. Zahlreiche Studien haben nämlich gezeigt, dass Hausaufgaben keinerlei nachweisbaren Einfluss auf die Schulnoten haben. Professor Hans Gängler von der Fakultät Erziehungswissenschaften der TU Dresden erklärt das so: gute Schüler werden durch Hausaufgaben nicht unbedingt noch besser, und schlechte Schüler begreifen zuhause durch bloßes Wiederholen noch lange nicht, was sie schon am Vormittag nicht richtig verstanden haben. Ob man also die Mathe-Hausaufgaben direkt nach der Schule, nachts unter der Bettdecke oder überhaupt nicht macht: der Effekt auf die Zeugniszensur ist derselbe, nämlich gleich null.

https://tu-dresden.de/tu-dresden/newsportal/news/hausaufgaben

Österreich gehört immerhin auch zu den europäischen Ländern in denen das Hausaufgabenpensum stetig steigt: http://derstandard.at/2000009277421/Oesterreichische-Schueler-machen-mehr-Hausuebungen

Und wo das Pensum steigt, steigen auch die Kosten für Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe:

Und das obwohl im §17 des SchUG Absatz 2 steht:

(2) Zur Ergänzung der Unterrichtsarbeit können den Schülern auch Hausübungen aufgetragen werden, die jedoch so vorzubereiten sind, daß sie von den Schülern ohne Hilfe anderer durchgeführt werden können. [..]

und wusstet ihr dass im selben Paragrafen steht dass

[..] Hausübungen, die an Samstagen, Sonntagen oder Feiertagen oder während der Weihnachtsferien, der Semesterferien, der Osterferien, der Pfingstferien oder der Hauptferien erarbeitet werden müßten, dürfen – ausgenommen an den lehrgangsmäßigen Berufsschulen – nicht aufgetragen werden.

Mir persönlich ist es aber ohnehin viel wichtiger, dass meine Kinder am Nachmittag ausgelassen spielen und sich ordentlich bewegen. Auch da hab ich niemanden geringeren als die WHO hinter mir:

Ein ausreichendes Maß an Bewegung ist eine wesentliche Voraussetzung für die Ausbildung grundlegender kognitiver, motorischer und sozialer Fähigkeiten bei Kindern und für die Entwicklung ihres Muskel-Skelett-Systems. Doch Kinder und Jugendliche sind im Alltag immer weniger körperlich aktiv, da sich das Umfeld und die Möglichkeiten für eine sichere und aktive Gestaltung von Spiel, Freizeit und Fortbewegung verschlechtert haben und Kinder ihre Freizeit inzwischen vermehrt mit sitzend ausgeübten Tätigkeiten, etwa am Bildschirm, gestalten. Ferner verbringen Kinder und Jugendliche mehr Zeit als je zuvor in der Schule oder in Tageseinrichtungen, und steigende Unterrichtsanforderungen können die für Sportunterricht und aktives Spielen verfügbare Zeit einschränken, obwohl es Hinweise darauf gibt, dass mehr Bewegung zu besseren schulischen Leistungen führen kann.
Außerdem hab ich mich heute noch mal mit der Frage befasst, was passieren könnte/würde, sollte Benjamin nächstes Jahr (oder auch in drei Jahren) umschwenken und die Schule doch verweigern:

§ 24 SchPflG Verantwortlichkeit für die Erfüllung der Schulpflicht und Strafbestimmungen

(1) Die Eltern oder sonstigen Erziehungsberechtigten sind verpflichtet, für die Erfüllung der Schulpflicht, insbesondere für den regelmäßigen Schulbesuch und die Einhaltung der Schulordnung durch den Schüler bzw. in den Fällen der §§ 11, 13 und 22 Abs. 4 für die Ablegung der dort vorgesehenen Prüfungen zu sorgen. Minderjährige Schulpflichtige treten, sofern sie das 14. Lebensjahr vollendet haben, hinsichtlich dieser Pflichten neben die Eltern oder sonstigen Erziehungsberechtigten. Sofern es sich um volljährige Berufsschulpflichtige handelt, treffen sie diese Pflichten selbst.

(2) Die Eltern oder sonstigen Erziehungsberechtigten eines der allgemeinen Schulpflicht unterliegenden Kindes sind weiters nach Maßgabe ihrer Leistungsfähigkeit verpflichtet, das Kind für den Schulbesuch in gehöriger Weise, insbesondere auch mit den notwendigen Schulbüchern, Lern- und Arbeitsmitteln, soweit diese nicht von einer Körperschaft des öffentlichen Rechts beigestellt werden, auszustatten. Ferner sind sie verpflichtet, die zur Führung der Schulpflichtmatrik (§ 16) erforderlichen Anzeigen und Auskünfte zu erstatten.

(3) Berufsschulpflichtige […]

(4) Die Nichterfüllung der in den Abs. 1 bis 3 angeführten Pflichten, hinsichtlich der Pflicht zum regelmäßigen Schulbesuch jedoch erst nach erfolgloser Durchführung der Maßnahmen gemäß § 25 Abs. 2 bis 6, stellt eine Verwaltungsübertretung dar und ist von der Bezirksverwaltungsbehörde mit einer Geldstrafe bis zu 440 €, im Fall der Uneinbringlichkeit mit Ersatzfreiheitsstrafe bis zu zwei Wochen zu bestrafen.

Jo, mei…

Nächstes Jahr glaub ich noch nicht so dran, aber wenn Constantin in 15 Monaten dann zu Hause bleibt während Benjamin in die Schule gehen müsste, könnte ich mir vorstellen dass die erneute Abmeldung ein  Thema für ihn werden könnte.

Ich wünsche ein schönes Pfingstwochenende
Alles liebe

 So lala

In Bezug auf den letzten Artikel kann oder besser muss ich sagen, dass es seitens der Prüfungskommission abgelehnt wurde die Prüfung zu wiederholen, mit der Begründung, dass dieser Paragraf während der Pflichtschulzeit (Schulstufen 1-9) keine Anwendung findet, weil in den entsprechenden Paragrafen zum häuslichen Unterricht steht, dass der zureichende Erfolg bis zum Schulschluss des betreffenen Jahres nachgewisen werden muss.

Nun steht dort auch, dass der zureichende Erfolg in der Form nachgewisen werden muss, wie es auch in der Schule in dieser Schulstufe funktioniert. Und das gibt Raum für eine Frage. Da das Sitzen bleiben abgeschafft wurde und Kinder unabhängig von ihrer Beurteilung aufsteigen dürfen, brauchen sie nämlich seit heuer bis zur 3. Schulstufe quasi gar keinen Erfolg haben.

Das Zeugnis hab ich gestern geholt. Ich hab bis Monatg Zeit es in diesem Sinne zu beeinspruchen.
Ein Parteiantrag auf Normenkontrolle – oder im Volksmund auch Gesetzesbeschwerde gennant – beim Verfassungsgerichtshof müsste das im Falle einer Abweisung durch die Prüfungskommission endgültig klären. Das wäre danach also der nächste Schritt.

Aktuell hängt auch noch beim Juristen des Stadtschulrates für Wien eine Frage von mir, die dort seit ein  paar Tagen um beantwortung bittet, aber Probleme bereitet, weil ich explizit nach dem Gesetzestext gefragt habe auf den man sich dabei beruft.. und der scheint momentan verschwunden zu sein. Der Text wohlgemerkt, nicht der Jurist.

Kommuniziert wird nämlich vom Stadtschulrat für Wien, dass ein Kind welches einmal im hU versagt, nie wieder in den hU zurückkehren darf. Nur steht das so eigentlich nirgendwo und ich habe bereits alle entsprechenden Gesetze, Verordnungen und Richtersprüche die ich finden konnte durchgelesen. Der Jurist wird sich nun schlau machen.. na ich bin gespannt.

Zwischenzeitlich wurde mein Sohn einer Schule zugewiesen. Zum Glück ist die Einschreibungsschule voll. Die wurde es also nicht – das ist schon mal eine Sorge weniger.

bis bald und alles liebe bis dahin.

Updates!! *Hoffnungsschimmer*

Nachdem das vom Stadtschulrat und der Schule immer anders kommuniziert wurde, und wir die Verordnung jetzt durch einen Hinweis doch gefunden haben, kann ich verkünden: 

Wir berufen uns auf Paragraph 16 ExtPrüVO Wiederholung einer Externistenprüfung, der wie folgt lautet:

(1) Wenn ein Prüfungskandidat eine Externistenprüfung nicht besteht, so ist er von der Prüfungskommission zu einer Wiederholung dieser Prüfung zu einem frühesten Termin zuzulassen, der nicht weniger als zwei Monate und nicht mehr als vier Monate später liegt. Bei der Festlegung des Termines sind auf die bei der Prüfung festgestellten Mängel und die für die Beseitigung dieser Mängel erforderliche Zeit Bedacht zu nehmen. Sofern der neue Termin in die Hauptferien fiele, ist er so festzusetzen, daß er am Beginn des folgenden Schuljahres liegt.

(2) Wenn der Prüfungskandidat auch die Wiederholung nicht besteht, ist er zu höchstens zwei weiteren Wiederholungen zuzulassen. Hinsichtlich der Termine sind die Bestimmungen des Abs. 1 anzuwenden.

Ämter und Behörden

Nach der nicht bestandenen Prüfung muss ich mich an den Bezirksschulinspektor wenden, um zu klären, wo Benjamin nächstes Jahr in die Schule gehen werden wird müssen. 

Das habe ich heute morgen gemacht, allerdings ist das Ergebnis ernüchternd. 

​Man kann mir im Augenblick – und auch noch die nächsten 3-4 Wochen (vor dem Zeugnis geht nämlich sowieso gar nichts und das dauert) – keine Auskunft darüber geben, welche Schulen noch Plätze frei haben werden – auch die Schulen selbst können das momentan nicht, da die Zuteilung durch den Bezirksschulinspektor erfolgt. Heute wurde mir nur mitgeteilt dass prinzipiell alle Schulen voll sind und auch alle Wartelisten haben. 

Weil ihm aber ein Platz garantiert werden muss, ist wahrscheinlich dass der in der Einschreibungsschule gestellt werden wird, weil das die nächstgelegene ist… 😳 Das wäre jene die ihn schon vor über einem Jahr falsch eingeschätzt hat. 
Man was wäre ich begeistert. 🤐 *Sarkasmus.aus*

Mit Sicherheit kann das aber – wie bereits erwähnt – erst in 3-4 Wochen gesagt werden, wenn man weiß wie viele Erstklässler sitzen bleiben. Die Frau mit der ich sprach meinte: „Sie erwarten wieder einige.“ 

Wieder einige… die sitzen bleiben… in der Ersten!!!! Ich bin fassungslos..  Soll ich die Frage wie viele davon ebenso falsch wie Benjamin eingestuft worden sind stellen – Oder lieber nicht?? 

„Es gibt halt nur eine Vorschulklasse pro Standort.“,[heute gehört]. Das ist ja mal ein triftiger Grund um Kinder als Schulreif zu deklarieren. 

Und was wurde eigentlich aus dem Nationalratsbeschluss vom Juni 2016 der das sitzen bleiben bis zur 3. Volksschule abgeschafft haben soll… Gilt der erst ab nächstem Jahr? Oder gilt der eh schon so, und die Information ist halt noch nicht zum Bezirksschulinspektor durchgedrungen?

Ich bin verwirrt 😕 Fragen über Fragen 

Ich hoffe ich kanns bald klären.

Bis dahin, alles Liebe 

Alleinerziehend eine neue Liebe finden #1

Muttermitkind hat mich interviewt 😉 lest selbst auf ihrem Blog

Mutter.Mit.Kind

Die Interview ReiheAlleinerziehend eine neue Liebe finden wird heute eröffnet durch Victoria vom Blog schulfern. Eine ganz tolle Geschichte die zeigt, wie man auch mit einem kleinen Zwutschki (16 Wochen alt), auf einen neuen Partner treffen kann. Ganz unvermittelt. Auch wenn er es wohl schon viel länger wusste als sie 😉

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Ich bin stolz auf meinen Sohn. 

Auch wenn er es heute nicht geschafft hat die Prüfungskommission zu überzeugen. 

Ich weiß, dass er das Wissen hat dass er benötigt hätte um die erste Klasse zu schaffen. Allerdings steht ihm seine fehlende Schulreife im Weg es auch zu zeigen. 

Die ersten Worte der Kommission nach der Prüfung waren nämlich ein sehr bedachtes:

 „Ist ihnen bewusst dass Benjamin nicht Schulreif ist? Und eigentlich in die Vorschule gehört!“ 

Und meine Antwort war: Ja. 

Meine Aufgabe ist es also jetzt eine Schule für ihn zu finden. Denn nächstes Jahr wird er die erste Klasse in einer Schule mit Öffentlichkeitsrecht wiederholen müssen. 

Ich bin nach wie vor sehr froh, diesen Weg gewählt zu haben, denn ich konnte ihm wenigstens das eine Jahr schenken, dass er benötigte und ihm verwehrt wurde. 

Wie es danach weiter geht werden wir dann sehen. Schulfern bleibt aktiv bzw. Wird hoffentlich wieder aktiver als zuletzt 😊 aber ich werde mich für das nächste Jahr thematisch etwas darauf verlagern, wie man Freiheiten im System finden und für sich beanspruchen kann. 
Vorerst verbleibe ich damit so

Alles Liebe.