zweites „Schulkind“ – oder: Zurück zum Start

Kurz vorweg wegen der Nachfragen

Nachdem ich mit einem positiven Schwangerschaftstest für Wunschkind 6 ins heurige Jahr gerutscht bin, kam Mitte Februar dann der Klatscher auf den Popsch.. als es uns leider verließ.

Soviel zu mir.

Constantin

Im Januar diesen Jahres ging es auch für Constantin zum verpflichtenden Schuleinschreibungstermin in eine örtliche öffentliche Volksschule. Diesmal – aufgrund unserer Erfahrungen bei seinem älteren Bruder ( wir erinnern uns ) – haben wir uns allerdings für eine andere entschieden.

Schuleinschreibungen sind von Schule zu Schule unterschiedlich. Waren bei Benjamin vor zwei Jahren einige andere Kinder auch anwesend, wurde Constantin heuer alleine beurteilt. Da er bereits lesen und rechnen kann, und auch keine Scheu hat das zu zeigen, war von vorn herein klar wie er eingestuft werden würde.

Die Schulärztliche Untersuchung einige Wochen später änderte erwartungsgemäß auch nichts.

Wir haben jetzt von der Anmeldungsschule die Platzzusage erhalten. Leider war auch heuer keine Schulreifebestätigung bei den Unterlagen dabei und ich muss diese wieder extra Anfordern. Das werd ich demnächst machen. Dann geht es wieder zum Stadtschulrat für Wien zum Zwecke der Abmeldung vom Schulbesuch.

Benjamin

Benjamin geht nun fast ein Jahr in die Schule. Seine Begeisterung hält sich in Grenzen, wobei es jetzt auch wetterbedingt wieder viel besser geworden ist, als es noch vor zwei Monaten war. Im Winter hab ich öfter mal hier oder da einen Tag oder zwei daheim lassen wenn ich gemerkt gab dass der Druck der auf ihm lastet zu groß war. Insgesamt (und inkl. Krankheiten) kommt er auf 23 Fehltage bis jetzt.

Benjamin hält „in die Schule gehen“ für seine Pflicht. Welche aber mit seiner Anwesenheit. Auch wenn man es ihm in der Schule weiß machen will gehören für ihn (und mich) Hausübungen da nicht dazu. Hausübungen erledigt er nach eigenem Ermessen. Was bedeutet er schreibt meistens die in Mathe, manchmal die in Deutsch aber in Deutsch nur jene, die mit kreativem Schreiben zu tun haben. Seitenlanges wiederholen von Einzel- oder Doppelbuchstaben oder einzelnen Wörtern lehnt er prinzipiell ab.

Weil das aber von ihm verlangt wird und der Druck der auf ihm lastet nun schon ziemlich groß geworden ist, bin ich Anfang dieser Woche vor die Klassenlehrerin, die Vertrauenslehrerin und die Direktorin vorgrladen worden, weil Benjamin einerseits die Hausübungen nicht bringt und anderseits auch den Unterricht (also den Deutschunterricht) verweigert. Er setzt sich zum Beispiel unter den Tisch und blockt komplett ab wenn man ihn anspricht.

Darauf angesprochen sagte ich dass der Druck der auf ihm lastet einfach zu groß ist und man darüber nachdenken müsse wie man ihn von ihm nehmen kann. Mein Vorschlag war es die Hausübungen einzuschränken oder am besten gleich ganz zu streichen. Während die Vertrauenslehrerin und die Direktorin sich das – in Anbetracht der Auswirkungen die bei ihm sichtbar sind – gut vorstellen konnten. War seine Lehrerin fest davon überzeugt, dass dies keine Option sein kann. Davon würde er nichts haben, im Gegenteil es würde ihn nur zurück fallen lassen und sie kann das nicht guten Gewissens für ihn einrichten. Weil er das üben wund wiederholen dringend benötigen würde. Dass er ohne Hausübungen den Anschluss verlieren würde.

Mir wurde außerdem empfohlen ihn für die Hausaufgaben auszulagern, so dass er 4 mal die Woche eine Stunde bei irgendwem anderen sein sollte als bei mir, damit er seine Hausübungen machen kann. Natürlich ganz ohne Wertung. Und nur in meinem Interesse *haha*.. um mir den Stress zu nehmen.

Zum Abschluss haben wir einen erneuten Termin ausgemacht fürs Ende derselben Woche – an dem Benjamin dann auch teilnehmen sollte.

Ich ging also am Montag heim und sah mir die Fakten an.

Ich weiß,…

  • dass Benjamin mehr kann als er in der Schule zeigt.
  • dass der Druck auf ihn irrsinnig groß ist und er wirklich gestresst ist.
  • dass Benjamin es als demütigend empfindet in der Schule ohne Hausübung da zu stehen.
  • dass mir spielen am Nachmittag für Benjamin um einiges wichtiger ist als die Schule auf den Nachmittag auszuweiten, weil ich weiß dass er das Spielen zum Stressabbau braucht.
  • dass Schule für ihn Stress bedeutet – aber nicht prinzipiell .. sondern nur dort wo dieser Druck herrscht (nämlich vor allem in Deutsch).
  • dass es nicht tragbar ist ihn bei Hausaufgaben 2 oder gar 3 Stunden begleiten zu müssen, bis er es abschließt, weil ihm jede Ablenkung willkommen ist.
  • dass die Lehrerin einer Streichung oder auch nur einer Reduktion der Hausübungen nicht zustimmen wird.

So weit, so … *hmpf*

Was also tun mit einer Lehrerin die auf ihre Hausübungen versessen ist?

…und zwar auch alle die jemals ausgelassen wurden🙈 Er hatte also zeitweise bis zu 30 Aufgaben (doppelseitig A4 bedruckt) offen (es bekommt täglich 2 solcher Seiten).

In der Vergangenheit haben wir, wenn zu viel zusammengekommen ist, Constantin und Lilith um Unterstützung gebeten.

Lilith übernahm die Ausmalaufgaben. Und Constantin und Benjamin arbeiteten mit meiner Unterstützung an den übrigen Hausübungen.

Aber eines ist für mich klar: das sollte kein Dauerzustand sein, denn Constantin ist mit dem Stoff unterfordert. Außerdem denke ich mir, wenn ich Constantin daheim derartig verschule ich ihn ja gleich in die Schule stecken könnte. Und das wollen wir nicht.

Jedenfalls hatte ich eine mögliche Lösung für uns gefunden und diese Woche auch auch entsprechend gehandelt.

Reflektion am Freitag

Heute war nun das oben erwähnte zweite Gespräch- bei dem wir Großen erst 20 Minuten ohne Benjamin sprachen und ihn dann später nach seinem Schulschluss hinzu holten.

Jedenfalls nahmen wir (noch ohne Benjamin) wieder alle im Büro der Direktorin Platz und sowie sie saß – platzte es freudestrahlend aus seiner Lehrerin heraus. „Haben Sie was zu Hause verändert? [Ich nicke stumm] Muss so sein. Benjamin ist wie ausgewechselt, offen, entspannt, aufnahmebereit.. “ Sie schlussfolgerte jedenfalls voller Genugtuung, dass die Erledigung der Hausaufgaben ihn nun auf den richtigen Weg bringen würde. Einzig bei der Leseaufgabe kam sie mir entgegen. Ich bat nämlich darum, dass wir in unseren eigenen Büchern weiter lesen dürfen und nicht die Schulbücher nutzen müssen. Darauf ließ sie sich zum Glück heute ein.

Das übrige Gespräch ist jedenfalls wegen meiner bewussten freundlichen Zurückhaltung zwar einseitig, aber sehr entspannt, denn ich nicke und grinse vor mich hin.

Mein Weg .. war simpel.

  • Sie will die Hausübungen
  • er soll sie nicht machen, weil es ihm ganz offensichtlich schadet (weiteter Stress und fehlende Zeit für den ohnehin notwendigen Stressabbau)..
  • Also mach ich sie.

Ich schreibe mit meiner linken Hand ungefähr genau so grobschlächtig wie mein linkshändiger Sohn 😂🤣 und mich kostet es fünf Minuten die Hausübungen zu erledigen.

Jedenfalls ist er am Nachmittag entspannt, kann seiner Lehrerin am nächsten Tag aber trotzdem eine gemachte Hausaufgabe vorlegen und das wirkt sich auch in der Schule aus. Also. Nicht die gemachte Hausübung, sondern vielmehr das Ausbleiben der allmorgendlichen Demütigung, weil ihm die Hausübungen fehlen. Er versteckt sich in der Schule nicht mehr unter dem Tisch und macht mit, außerdem redet auch morgens nicht davon gar nicht erst hin zu wollen.

Ich habe Recht!

Was Benjamin angeht. Das musste jetzt mal raus. Sorry. Auch wenn’s unsympathisch rüber kommen sollte..

Gleich nochmal: Ich habe Recht!

Druck weg! Bedeutet eben auch Luft zum Atmen zu haben. Und mein Ansatz funktioniert für ihn.

Wie kams?

Vor etwa einem Jahr erwähnte eine gute Freundin von mir beiläufig, dass sie gerade abgelenkt wäre, weil sie noch schnell die Hausübungen für ihren Sohn erledigen würde.

Ich war ganz offengestanden mehr als nur perplex das zu hören. 😵 Ich diskutierte das thematisch sogar in einem Forum und war fest davon überzeugt dass dieses Vorgehen einfach nur falsch ist.

Ich versteh euch also vollkommen, wenn es euch jetzt ebenso geht.

Ich kenne jedenfalls inzwischen ein Dutzend Mütter die es ebenso halten wie ich und die Hausaufgaben für ihre Kinder schreiben um ihre Kinder zu entlasten. Traurig dass dies überhaupt notwendig ist.

Erst kürzlich gelesen: Umfrage: Eltern beklagen zu viel Schulstress ihrer Kinder (Die Welt)

Und im gleichen Atemzug

Nein.. Eltern die die auf die Bedürfnisse ihrer Kinder achten und schauen, dass ihre Kinder ohne gröberen Schaden durch die Schule kommen, sind nicht das Problem in unserem Schulsystem.

Alles Liebe und schönes Wochenende 🤗

Der Winter

Hallo meine Lieben. 

Ich melde mich.

Wie gewünscht.

Ich bin wirklich eine miese Bloggerin was Kontinuität angeht. 😅 Entschuldigt. 

Ich möchte euch aber allen einen guten Rutsch wünschen.

Und jetzt möcht ich ein wenig darüber schreiben warum ich so abwesend bin. 

Zum einen hatte mein Mann Ende Oktober Urlaub. Und an seinem ersten Arbeitstag nach dem Urlaub hat er gekündigt, weil er mit der Firmenpolitik schon seit geraumer Zeit nicht mehr einverstanden war. 

Aber da standen wir nun – 7 Personen, ohne genau zu wissen wie wir uns in Zukunft finanzieren werden können. Für uns, die wir nicht gar so minimalistisch unterwegs sind wie andere Freilernerfamilien, ist das Einkommen doch schon ein wichtiger Faktor. Für mich war diese Phase sehr belastend. Auch wenn ich eigentlich weiß, dass mein Mann keine Probleme dabei hat, gute Angebote zu bekommen. Übermorgen endet sein Vertrag. Seit Mitte Dezember ist er daheim in Zeitausgleich. In der Woche drauf war die Jobzusage für den neuen Job da. Insofern war also Entspannung angesagt – und ist es noch denn er beginnt erst in der 2. Jännerwoche. 

Trotzdem bin ich insgesamt genervt. 

Ich mag den Winter nicht so. Ich tu mir schwer damit raus zu gehen weil mich die Kälte so furchtbar müde und träge macht. Egal wie gut ich angezogen bin, egal wie gut ich ausgeschlafen bin, egal wie fit ich bin, egal wie ausgewogen meine Ernährung ist. Die Kälte zehrt an mir. 

Auch bin ich – ich sags ganz offen – eine Linke. Und zwar politisch gemeint. Ich hadere ganz offen mit all den Plänen unserer ach so grandiosen Regierung.

Nach der Wahlergebnis und vor allem nach dem was bisher im Regierungsprogramm steht, mag ich einfach nicht mehr diskutieren. 

Ich hab das jahrelang gemacht und diskutiert und dagegengehalten und ich mag grad einfach nicht mehr. Ich bin grad verdrossener als ich sein sollte. Ich weiß. Ich hoffe ich finde mit den ersten warmen Sonnenstrahlen in einigen Wochen wieder zu neuer Stärke. 

Denn Resignation ist keine Option! Aber ich muss mich erst sammeln. 

Ende Jänner ist der Tag der Tage im Bezug auf Constantin. Seine Schulreifefeststellung. Wir gehen mal davon aus, dass er Schulreif ist 😂 und auch Schulreif geschrieben wird. Spätestens dann hört ihr ohnehin wieder von mir. Und dann beginnt auch bald wieder das Abmeldeprozedere und, und, und… 

Bis dahin, alles Liebe. 

Ich wünsche euch einen guten rutsch ins neue Jahr – kommt gut rüber. 

Geplante Änderung: Schulnoten in Österreich 

Praktisch gerade erst von SPÖ und ÖVP beschlossen, war die Möglichkeit des Verzichts auf Schulnoten in den 1.-3. VOLKSSCHULKLASSEN (Grundschule). 

Konkret hieß das, dass wenn ein/e LehrerIn sich dazu bereit erklärte auf Noten zu verzichten, und 2/3 der Eltern in der Klasse dem Wunsch folgten, eine alternative Beurteilung erfolgen durfte. Und zwar nur dann. Macht die Lehrkraft nicht mit, stellt sich die Frage nämlich gar nicht. 

Bevor diese Reform damals durchging, hatten bereits 2000 aller 3000 Volksschulen in Österreich diese Möglichkeit im Rahmen eines angemeldeten Schulversuchs wahrgenommen. Durch die Gesetzesänderung war von nun an die Anmeldung eines Schulversuchs nicht mehr notwendig. Auch konnten einzelne KlassenlehrerInnen diese Option nun für sich wahrnehmen, während andere Klassen in der Schulgemeinschaft weiterhin auf althergebrachten Pfaden wanderten… Weil man das ja immer schon so gemacht hatte. 

Die zukünftigen Koalitionspartner einigten sich nun darüber, dass die Notenvergabe in den untersten Schulstufen in Zukunft wieder Pflicht wird. 

Und nun stellt sich die Frage wem sie damit dienen? 

Wenn die Mehrheit der Schulen dieses System nicht mehr für angemessen halten und sich auch die Mehrheit der Eltern per Entscheidung dagegen ausspricht (denn es braucht wie gesagt 2/3 der Eltern zur Zustimmung) warum kommt dann – in einem demokratischen Land wie unserem – das Diktat von oben und widerspricht kategorisch dem, was quasi an der Basis bereits demokratisch entschieden ist… 

Dass man dann als Partei die immer wieder nach direkter Demokratie ruft, in Zukunft gar nicht erst von dem Thema anfangen sollte, versteht sich hoffentlich von selbst. 😡 

Bis zum nächsten mal. 

Alles Liebe. 

Rund um ‚Arbeite ordentlicher!‘ 

Ich hab auf facebook heute ein Foto geteilt und möchte jetzt doch noch mehr dazu sagen. 

Konkret handelt es sich um dieses Foto, dass einen Ausschnitt aus seinem Arbeitsbuch zeigt:

Ich möchte nun die Geschichte erzählen die dahinter steht. Auch weil sich in meinem Kopf momentan Fragen über Fragen aufwerfen. 

Vorweg: das ist das erste mal dass seine Lehrerin was durchgestrichen hat. 

Also. Wo fang ich an. 

Am 23. 10 schrieb seine Lehrerin ins Mitteilungsheft dass Benjamin bitte nicht in seinen Büchern vorarbeiten soll. 

Am 31. 10 schrieb sie. 

Benjamin vergisst sehr oft seine Hausübungen. Bitte kontrollieren Sie täglich ob er sie gemacht hat. 

Daraufhin antwortete ich – Zitat wobei ich meine Gedanken dazu in eckige Klammern [Anm:…] setze:

Ad Hausübungen:

Ich kontrolliere jeden Tag welche Aufgaben er auf hat, und unterschreibe dass ich es gesehen habe. 

Ich bereite ihm ein Umfeld in dem er seine Aufgaben machen kann. [Anmerkung: das steht in der Schulordnung die ich zu Jahresbeginn unterschreiben musste.]

Ich finde Hausaufgaben aber nicht sinnvoll und werde ihm das auch nicht vorgaukeln (Empfehlung: Studie der TU Dresden von 2008, „Hausaufgaben sind überflüssig“). Da er sich massiv dagegen sträubt wenn man Druck ausübt [Anm: Gutes Kind 🤗], mache ich keinen! Manchmal macht er sie von alleine und ich finde das ist die beste Lösung. Beim Elternforum meinten sie, dass sie Hausübungen aufgeben weil die Nachmittagsbetreung sich das wünscht. Er geht aber nicht in die Nachmittagsbetreung, und es fällt uns nicht schwer uns eine sinnvolle Beschäftigung zu suchen.

Belohnungs-/Bestrafungssysteme: (absichtlich zusammen genannt, weil es dasselbe ist) 

Solche lehne ich ab. Denn er soll nicht für mich oder für Sie lernen, sondern für sich. Und auch nicht für Lego [Anm: oder Fernsehzeit.. Das war einer ihrer Vorschläge]. Auch – weil Sie das ebenfalls am Tag bzw. Abend des Elternforums erwähnt haben – ist es für mich keine Option ihn dafür zu bestrafen dass er sich schwer mit den Hausübungen tut. Das ist auch pädagogisch nicht wertvoll. 

Mein Bestreben ist im Moment, ihn für Bücher und fürs Lesen an sich zu motivieren. Das Schreiben – egal ob jetzt D oder M [Anm: M ist sowieso kein Problem] – kommt damit ohnehin.

Ich helfe ihm bei seinen Hausübungen wenn er mich darum bittet, und er bittet auch seinen Bruder alle paar Tage ihm beizustehen. Es wird also ohnehin besser. Und ich bin zuversichtlich dass das nicht abreißt. 

Ich habe auch keine Angst davor, dass er auf der Strecke bleibt. Das entspricht einfach nicht meiner Einstellung. Nämlich: dass jeder Mensch, alles lernen kann was ihn oder sie begeistert. Ziel muss es also sein, in dafür zu begeistern. 

Und weder Druck, noch Zwang, noch Sternchen, noch Gefasel über den Ernst des Lebens Vermögen es Begeisterung zu entfachen. Aber ich weiß auch, dass er sich dafür begeistern werden wird können, wenn seine Zeit dafür gekommen ist. 

Und wenn das nich in den Lehrplan passt, dann finde ich das zwar schade, werde aber trotzdem nicht manipulieren. Denn, wie man so schön sagt: 

Gras wächst nicht schneller wenn man daran zieht. 

Persönlich – hätte ich bevorzugt, wenn beschlossen worden wäre auf Noten zu verzichten, aber ich muss halt auch nehmen was ich bekomme. 

Weiters ist Benjamin im Schnitt alle zwei Wochen – unter der Woche – zu Besuch bei seinem Vater. Anders geht es nicht. Was dort passiert oder nicht, kann ich maximal im Nachhinein sagen. 

Am 31. Schreiben Sie er hat „D, Ma, L“ auf, zwei Seiten davor steht vom 23. Dass er nicht vorarbeiten darf und nur gekennzeichnete Aufgaben zu erledigen sind. Aber immer wimmer sind keine Markierungen zu finden. Auch heute nicht. 

Ganz abgesehen davon dass über Wochenende sowieso keine Hausaufgaben aufgegeben werden dürfen UND Aufgaben so ausfallen müssen dass der Schüler/die Schülerin sie ohne Hilfestellung erledigen können müsste… Rein rechtlich. 

Dass kann er aber nicht immer. Und genau dann macht er sie nicht. Eine nicht gemachte Hausübung ist also weniger ein Zeichen dass ich mich nicht kümmern würde, als vielmehr ein Ausdruck dafür dass er ansteht. Bloß mag er das vor mir dann auch nicht so gern zugeben, weshalb ich ihm dann auch nicht immer weiterhelfen kann.  

Aber das sprengt hier den Rahmen. Für heute ist es genug. Ich freue mich auf ein Gespräch mit Ihnen. 

F. V.

Am Montag gab es keine Rückmeldung [Anmerkung er hatte von Mittwoch bis Sonntag keine Schule]. Am Dienstag haben wir uns bei einem Tür und Angelgespräch – bevor sie es gelesen hatte – einen Gesprächstermin ausgemacht. 

Nun kommt er heim und hat einerseits im Heft die Arbeit durchgestrichen und andererseits würde ihm eine bereits gemachte Seite aus dem Ziffernschreibkurs ausradiert, damit er sie nochmal schreiben kann. 

Er fühlt sich jedenfalls ziemlich vera*scht. 

Nun frag ich mich,

… Ob das für einen Schüler der grad 2 Monate in der Schule ist wirklich so gravierend unordentlich ist, dass ein durchstreichen gerechtfertigt ist?

… Ob ich es nicht hatte schreiben sollen?

… Ob das nicht doch eine Überreaktion der Lehrerin ist?

… Wodurch – außer durch meine Mitteilung – diese Überreaktion noch hätte ausgelöst werden können?

… Wie oft das bisher schon so gehandelt wurde?  [Anm: noch nie, er bekommt Sternderl/Stempel oder einfach gar nix, aber durchstreichen kam noch nicht vor selbst wenns noch übler aussah.]

… Obs nach 9 Wochen wirklich nur gut ist wenns perfekt aussieht! 

… Ob ich alles lesen kann was mein Arzt per Hand notiert? 

… Wenn es wirklich um meine Mitteilung geht: ob es in Ordnung ist das an ihm auszulassen? 

… ob das eine Art Retoukutsche ist? 

… Ob das der Montessoriansatz oder die ’neue Autorität‘ sein soll mit der sich die Schule so schmückt?

[Anm: Was ist ’neue Autorität‘

Neue Autorität ist ein systemischer Ansatz, der Personen mit Führungsverantwortung (Eltern, LehrerInnen, Sozialpädagogen, Führungskräfte, Gemeindepolitiker, usw.) stärkt und ihnen wertvolle Möglichkeiten erschließt, für eine respektvolle Beziehungskultur zu sorgen und positive Entwicklungsprozesse in Gang zu bringen. 

Sieht das dann wirklich so aus?

… Ob zwei Erwachsene Menschen nicht unterschiedlicher Meinung sein können – ohne das auf dem Rücken eines Kindes auszutragen!! 

… Ob man dadurch versucht mich abzuschrecken oder gar mundtot zu machen, damit ich mir in Zukunft vorher denk: ‚lieber nichts sagen, sonst schadets am Ende wieder ihm!‘ ?

… Ob ich – wenns um ihn geht – einfach wirklich bildungsmäßig jedes mal ins Klo greif?

… Und so weiter und so fort…

Ich hoffe ich kann die Fragen klären. 

Alles Liebe. 

Victoria

Hausübungen 

Also wirklich… Gibt’s was unneidigeres (wie man in Wien so schön sagt).

Nein gibt’s nicht: https://tu-dresden.de/tu-dresden/newsportal/news/hausaufgaben

In meiner Kindheit hab ich von Bekannten, wenn ich mich unerwünscht verhalten habe, oft einen Satz zu hören bekommen der sinngemäß aussagte, dass man mir genau solche Kinder wünschen würde, wie ich eins war. Meist versetzt mit einem süffisanten Grinsen. 

Nun bin ich alt genug und habe ich Kinder – und erkenne mich nicht nur in ihnen wieder, ich weiß sogar noch genau um was es hier geht, denn ich hab es genau so gehalten. Und was soll ich sagen 🤗 ich bin unheimlich stolz jetzt genau solche Kinder zu haben und nehme mir die Freiheit es nun anders zu handeln als meine Hortbetreuung damals, mit Druck und Stress und Tränen und co. 

Benjamin war gerade 3 Tage krank. Er war heute wieder in der Schule und hat mit nach Hause bekommen was er übers Wochenende aufholen soll. 

Drei doppelseitige Arbeitsblätter, zwei A4 Seiten im Ziffernschreibkurs, eine im dazugehörigen Erarbeitungsteil, zwei Seiten in der Schatzkiste (Sachunterricht), jeweils zwei Seiten in den Deutschbüchern, eine Seite im Ich-Heft (‚Mama‘), acht Zeilen im Schreibheft und 3 Seiten Leseübungen. 

Krankheit ist scheinbar eh wie Wochenende,.. Da kann er jetzt auch am Wochenende ranklotzen. Macht ja nichts. 

Wir haben uns das heute ungläubig angesehen und auf dem Tisch ausgebreitet. Mein von dem Umfang völlig erschlagenes Kind jammerte (völlig zurecht!) auf, dass das nicht geht, dass das viel zu viel sei und ob ihm nicht bitte irgendwer helfen kann? 

Eine Frage auf die seine Geschwister offenbar nur gewartet haben, denn sie sprangen sofort ein und teilten sich die Aufgaben auf.

So blöd ich die Situation mit den Hausaufgaben allgemein empfand, so wunderbar fand ich die Geste. 

Jeder macht was er kann und will… Und was über bleibt…

BLEIBT ÜBER! 

Basta. 😉

Schönes Wochenende und Alles Liebe.

Laurentin ist ein Jahr alt! 😳

Mein Beitrag zum 15. Oktober.

Farbwahl:
#ohnepolitischenhintergrund

Sag ich nur sicherheitshalber dazu, da in Österreich heute gewählt wird. Und die Farbe da oben der ausgesuchte politische Gegegner vor sicher her trägt. Egal ob türkis (ÖVP), blau (FPÖ) oder Königsblau (FLÖ)… es passt eigentlich keine Nuance von blau zu uns. Und das find ich jetzt nicht unbedingt schade! 

Aber zurück zu dem Thema das mich heute eher beschäftigt. 

Normalerweise halte ich es ja so, mit den Geburtstagen, dass ich ein Fest in dem Ausmaß veranstalte in dem es sich die jeweiligen Geburtstagskinder wünschen. 

Wird kein Wunsch dagingehend geäußert, dann feiern wir auch einfach nicht. Was im Normalfall bedeutet dass wir die ersten 2-4 Geburtstage einfach ausgelassen haben.

Doch die drei Großen haben den Wunsch geäußert den kleine Prinzen in unserer Mitte feiern zu wollen. Also gibt’s heute einen… und ich weiß gar nicht wie ich es nennen soll… weiß/blauen regenbogen-weiße Sacher-Gugelhupf. Klar soweit?

Sie werden vielleicht später noch für ihn singen wollen, nehm ich an und Laurentin darf danach Kuchen mit essen.

Ich hab heut morgen meinen Tag damit begonnen den Geburtsbericht meines Jüngsten zu lesen. 

Wer auch will >> Hier entlang

Ich kann es noch gar nicht glauben! Die Hausgeburt soll schon ein Jahr her sein? Die Zeit vergeht so unfassbar schnell. 

7 Wochen

Seit 7 Wochen geht Benjamin nun in die erste Klasse. Am Freitag kam er zu Hause bei der Tür rein und verkündete erleichtert:

„Endlich Wochenende!“ 

Für meinen Sohn hat der Ernst des Lebens somit wohl offiziell begonnen. 

Er mag seine Lehrerin – zum Glück. Das ist schon mal gut. Aber es ist halt – wie erwartet – alles streng nach Lehrplan – der ihm halt überhaupt nicht entspricht. Zwischendurch sagt er immer wieder dass er es sich anders vorgestellt hat, und auch nicht jeden Tag ‚da hin‘ gehen will. 

Wie haben weiter ein Auge darauf. 

Alles Liebe und bis demnächst. 

PS.: ich hoffe ihr geht wählen. 

Schools of trust


„Schools of Trust“ ist ein Film über eine neue Art von Bildung. 

Zwei junge Männer, der eine BWL-Student, der andere Lehrer begeben, sich auf eine Reise. Ständiger Begleiter sind eine Kamera und ein Koffer voller Fragen: 


Gibt es Schulen an denen Kinder gerne Lernen? 

Wie würden Lernorte aussehen, an denen die Kinder glücklich sind und an denen sie die Freiheit haben ihre natürliche Neugier ungestört zu entfalten? 

Was passiert wenn Kindern Raum gelassen wird, sie selbst zu sein? 

​​http://www.schoolsoftrust.com

https://youtu.be/S3X3FgOd_bU
https://youtu.be/vlQub3UHPIo
https://youtu.be/gjGyNev8re8
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Alles Liebe.