Battletech [Spielemontag]

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unbeauftrag und unbezahlt

Willkommen zum ersten Beitrag in dieser Rubrik. Ich bin der an anderer Stelle bereits erwähnte Mann von Victoria und werde in Zukunft die meisten Beiträge hier verfassen.

Es wurde ja schon an anderer Stelle erwähnt, das Spiele ein wichtiger Bestandteil unserer Freizeitgestaltung sind. In dieser Rubrik wollen wir euch nun einige davon vorstellen. Wir werden versuchen Spiele aus allen Untergruppen, also Brettspiele, Kartenspiele, Rollenspiele, Tabletop, usw bzw. auch für alle möglichen Altersgruppen also für Kinder, die ganze Familie oder eher für Erwachsene zu präsentieren. Natürlich konzentrieren wir uns zuerst auf Spiele die wir besitzen und gerne spielen.

Das erste Spiel das wir euch vorstellen wollen ist Battletech. Dieses Brettspiel hat für uns eine besondere Bedeutung, da wir uns dadurch kennen gelernt haben.

Battletech wurde in der zweiten Hälfte der 80er des vorigen Jahrhunderts von FASA veröffentlicht und ist mittlerweile in der fünften Edition, wobei die Grundregeln nahezu unverändert geblieben sind. Es handelt sich um ein Spiel in dem mehr oder weniger humanoide Kampfmaschinen, über Hexfelder bewegt werden und sich gegenseitig bekämpfen.

Die Hauptakteure werden Battlemechs, oder kurz Mechs, genannt, es gibt aber auch Panzer, Infanterie, Flugzeuge und Weltraumtaugliche Kampfmaschinen. Das Hauptaugenmerk liegt aber immer auf den Mechs und diese werden durch die Regeln eindeutig bevorzugt.

Spielfeld: Das Spielfeld ist eine mit Gelände bedruckte Karte über die ein Hexfeldraster gelegt wurde. Erhöhungen, Wälder, Gewässer und andere Geländemerkmale sind auf dem Karten schriftlich markiert, um die Identifikation zu erleichtern. Ein Hexfeld hat einen Durchmesser von ca 30m, eine Karte misst 17×15 Hexfelder. Für größere Spiele können beliebig viele Karten aneinander gelegt werden. Als Faustregel gilt eine Karte pro vier Mechs.

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Die Figuren: in den aktuellen Versionen des Grundspiels sind zwei doppelseitig bedruckte Karten und eine Anzahl Kunststofffiguren enthalten, deren Qualität über die Jahre immer besser wurde.

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Für die ersten Spiele reicht es wenn die beiden Partein in etwa gleich Stark sind, was sich mit den enthaltenen Figuren bewerkstelligen lässt.

Die „Recordsheets“: Das Herz des Spiels. Für jede am Spiel beteiligte Kampfmaschine gibt es ein sogenanntes Recordsheet, ein Datenblatt auf dem alle spielrelevanten Werte festgehalten werden. Auch während des Spiels erlittener Schaden wird dort vermerkt.

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Das Spiel: Die Spieler bewegen abwechselnd ihre Mechs, wobei der Spieler beginnt, der die Initiative, ein Wurf mit zwei sechseitigen Würfeln (Ja es gibt auch andere, 4-, 8-, 10-, 12-, 20-seitige, und ja, wir wissen das es geometrisch nicht korrekt ist, die deutsche Sprache hat uns aber leider kein anderes Wort zur Verfügung gestellt, in Englisch sind es „dice“), verloren hat, was dem anderen Spieler den Vorteil gibt auf die Bewegung seines Gegners zu reagieren. Jedes Überschreiten einer Hexfeldseite, jedes Drehung um eine Hexseite, verbraucht einen Bewegungspunkt. Verschiedene Geländemerkmale erhöhen den Verbrauch weiter. Auf dem Recordsheet ist angegeben über wie viele Bewegungspunkte ein Mech verfügt. Mechs wiegen zwischen 15 und 100 Tonnen. Üblicherweise sind die kleineren Mechs schneller, dafür sind die schwereren Kampfkräftiger. Zusätzlich verfügen einige Mechs über Sprungdüsen, was sie sehr beweglich macht.

Wenn alle Mechs bewegt wurden, wobei „stehenbleiben“ als legitime Bewegung zählt, beginnt die Feuerphase. Beginnend mit dem Spieler der die Initiative gewonnen hat deklarieren die Spieler abwechselnd mit welchen Waffen ein Mech auf welche Ziele schießt. Wenn alle Mechs deklariert sind werden die Treffer ausgewürfelt. Eigene Bewegung erschwert das Treffen. Bei +0 für einen Mech der sich nicht bewegt hat beginnend über +1 für Gehen, +2 für Laufen und +3 für Springen erschwert mein eigenes Tempo das Zielen. Das selbe gilt natürlich auch für mein Ziel. Je schneller es sich bewegt hat um so schwerer kann es getroffen werden. Durch diesen Vergleich ergibt sich eine Zahl die als Basis den „Gunnery“ Wert des Piloten hat, also wie gut er zielen kann. Diese Zahl muß mit 2W6 („Spielschreib“ für 2 sechseitige Würfel deren Ergebnisse zusammengezählt werden) übertroffen werden. Bei einem Treffer wird anhand einer Tabelle ermittelt wo der gegnerische Mech getroffen wurde, der verursachte Schaden wird durch die verwendete Waffe vorgegeben. Durch verschiedene kritische Treffer kann ein Mech ausgeschaltet werden, spätestens aber wenn sein Torso komplett zerstört wurde. Man nennt das „coren“, von engl. „Core“ für Kern. Dort sitzt der Fusionsreaktor. Wenn der kaputt ist hat es der Mech überstanden.

Wenn alle Schüsse abgehandelt wurden kommt es noch zum Nahkampf. Mechs die in angrenzenden Feldern stehen können auf einander einprügeln, sich Tretten, Stoßen, Rammen usw., was natürlich wieder Schaden verursacht. Ein Mech der in einer Phase 20 oder mehr Schaden erleidet muss einen Piotenwurf machen. Also testen ob der Pilot den Mech aufrecht halten kann. Bei Fehlschlag fällt die Maschine um und bekommt wieder Schaden.

Am Ende der Runde wird noch die Wärmeentwicklung festgehalten. Jedes Spiel braucht einen beschränkenden Faktor. Hier ist es die Wärme. Jede Aktion, egal ob Bewegung oder das abfeuern einer Waffe, erzeugt im Mech Wärme. Um diese Wärme abzubauen verfügen Mechs über Wärmetauscher. Sollte ein Mech mehr Wärme aufbauen als er Wärmetauscher hat produziert er Überhitze, was sich wiederum negativ auf seine Bewegung und Treffergenauigkeit auswirkt. Überhitze kann sogar zu Munitionsexplosion führen. Wir nennen das „riding the red line“.

Zum Spiel selbst ist zu sagen das man es am Besten von einem erfahrenen Spieler lernen kann. Ich kann einem neuen Spieler die Grundregeln in einem Einführungsspiel beibringen, ein Spiel mit 12 oder mehr Mechs pro Seite zu gewinnen dauert dann schon etwas länger.

Spiele zwischen zwei erfahrenen Spielern sind selbst für andere Spieler schwer zu verfolgen, für Außenstehende unmöglich, obwohl ich von zumindest einer Spielerin weiß die das Spiel nur durch zuschauen erlernt hat.

Wenn zwei gleichstarke, sehr gute Spieler auf einander treffen kann schon mal die eine oder andere Stunde vergehen. Trefferchancen besser als 9 oder 10 sind absolut Selten, oft gibt es in einer Runde gar keine Schussphase, da die Mechs so geschickt platziert wurden das ein Treffer nur auf 13 oder höher möglich wäre, was mit 2W6 halt nicht geht.

Ich habe Spiele gespielt die in einer Stunde erledigt waren und habe an Gefechten teilgenommen die sich über mehrere Tage erstreckt haben. Aber jedes Einzelne war spannend.

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Ergänzungen:

Nach der Startbox kommt das Buch „Total Warfare“. Darin wird das Spiel um die Regeln für Panzer, Infanterie und Fluggeräte ergänzt. Es gibt mehr Waffen, auch Nahkampfwaffen, Artillerie, Doppelwärmetauscher, Minen, Brandraketen (was die Wärme erhöht), usw

Das nächste Buch nennt sich „Tech Manual“ und wendet sich an alle Spieler die ihre eigenen Kampfmaschinen bauen wollen. Darin finden sich Konstruktionsregeln für alle Gattungen die in den Regeln erklärt werden. Was aber das wirklich Wichtige an diesem Buch ist: es werden Punktewerte für alle offiziellen Mechs, Panzer usw eingeführt, was es ermöglicht sehr ausgewogene Spiele zu spielen.

Das dritte Buch ist „Tactical Operations“ und ist eine Sammlung an Optionsregeln für Leute denen es noch zu einfach und überschaubar ist, woebei einige dieser Optionsregeln so heufig verwendet werden das sie fast schon als Standard gelten.

Im vierten Buch, „Strategic Operations“ werden Regeln für planetare Invasionen, Reparatur zwischen den einzelnen Gefechten usw vorgestellt.

Im letzten Regelbuch, „Interstellar Operations“ schließlich, kann man ein ganzes Sternenreich führen. Das ist aber tatsächlich nur mehr für Leute zu empfehlen die sonst keinerlei Verpflichtungen haben.

Neben den ersten drei Regelbüchern sind vor Allem die sogenannten „Technical Readouts“ zu erwähnen. Darin werden neue Mechs und andere Fahrzeuge vorgestellt. Da sich der Hintergrund weiter entwickelt hat, das Spiel startete im Jahr 3025, aktuell schreiben wir 3145, hat sich natürlich auch die Technologie verbessert, was wiederum zu neueren, besseren Kampfmaschinen führt.

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Als weitere Unterstützung gibt es mittlerweile ca 100 Romane in denen der Hintergrund an der Seite von mehreren individuellen Charaktären verfolgt werden kann.

Auch ein dazugehöriges Rollenspiel hat es mittlerweile in die vierte Edition geschafft.

Battletech hat auch auf dem Computermarkt Einzug gehalten. Erst vor Kurzem ist die jüngste Inkarnation erschienen. Außerdem hat ein unabhängiges Team das Spiel 1:1 als Gratisspiel im Internet veröffentlicht. Es sind alle offiziellen Maschinen und viele Optionsregeln enthalten.

Zum Schluß gibt es dann auch noch die Firma Iron Wind Metals, die Figuren im Maßstab 1:300 der meisten offiziellen (in einem Technical Readout erwähnten) Maschinen produziert.

Erhältlich ist das Spiel in Österreich aktuell nur im Onlinehandel. Mir ist derzeit kein Geschäft bekannt das es im Warenbestand führt. Es gibt aber einige deutsche Onlinehändler die ein recht umfassendes Programm bieten.

Ich hoffe ihr könnt euch etwas darunter vorstellen. Wir werden auch noch ein komplettes Spiel komentieren, das wird aber erst nach dem Weihnachtstress passieren.

Euer Dark Priest