Wochenrückblick – der Erste [KW48]

Hallo meine Lieben!

Heute an diesem 1. Sonntag im Dezember möchte ich eine Neue Rubrik einführen. Der Wochenrückblick. Ich werde im Rahmen dieses, einmal pro Woche für euch und auch uns zusammenfassen, was wir so gemacht, erlebt und erlernt haben.

Ich starte dabei zwar mit einer der denkbar ungünstigesten Wochen überhaupt – aber ich habe mir geschworen wieder mehr zu schreiben – also müssen wir da jetzt einfach gemeinsam durch. 😉

Kurz zusammengefasst kann man über diese Woche eigentlich nur eines sagen: Willkommen in der Quarantäne.
Die ersten beiden Magen-Darm-Kandidaten haben es hinter sich und den Virus auskuriert – wir warten jetzt also ab, ob es weiter um sich greift – und wenn ja, wen es als nächstes erwischt.

Deshalb ging die Woche „schultechnisch“ eigentlich nicht viel weiter – abgesehen von der Tatsache, dass die Großen dazu aufgefordert waren und wurden nun in weiteren Bereichen selbstständiger zu sein.

Konkret geht es dabei darum, Aufgaben des täglichen Lebens die bisher ich übernommen hab, nun selbst zu erledigen. Wer dafür Inspirationen braucht, welche Aufgaben das sein können und wie man das umsetzen kann, wird mit dem Begriff „Aufgaben den täglichen Lebens Montessori“ auf Google oder Pinterest schnell fündig.

Ich hab also ein leeres gereinigtes Marmeladeglas aus der Küche, ein paar Zungenspartel aus dem Bastel-/Geländebauregal und die Stifte aus meinem Federpenal mit einigen ausgewählten „Daily Quests“ kombiniert und so entstand: das Quest-Glas.

Das Quest-Glas enthält farblich markierte, beschriftete Zungenspartel.
Jeder Spartel steht für eine Queste, jede Farbe für die Altersgruppe (Rot geht für alle; Blau ab 3 Jahren; Grün ab 6). Quests wie zum Beispiel

  • Lilly füttern (Hund)
  • gieße die Pflanzen im Erdgeschoß
  • putze den Spiegel
  • deck den Tisch
  • Fische füttern
  • Ordne ein Fach deines Kleiderschranks
  • sammle alle Bücher ein
  • Socken sortieren

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Was erledigt ist, kommt in ein zweites Glas. Zurück ins erste wird nur das sortiert, was auch anfällt.

Es gibt keine Belohnungen wenn sie gemacht werden, und keine Bestrafungen wenn nicht. Ich weiß, dass Sie selbstwirksam sein wollen, und das empfinden sie bisher jedenfalls schon als „Belohnung“ genug. Da braucht es keinen Bonus extra. Ich mein, wer kennt das nicht? Das Gefühl wenn ihr ein Ziel welches ihr euch gesetzt habt, auch erreicht habt. Das ist wunderbar – das will man rausposaunen und genießen! Und genau darauf spekuliere ich auch mit diesem Glas.

Sie haben es jedenfalls begeistert angenommen – vor allem Lilith, die von sich aus schon seit Monaten immer wieder nach „Aufgaben“ fragt, welche sie übernehmen dürfe/könne – und sich sogleich hineingestürzt. Und ich, konnte ein paar einfache Aufgaben abgeben.

Ursprünglich ging es zwar bloß um diese Woche aber ich denke das bleibt jetzt doch erhalten.

Alles Liebe und bis nächsten Sonntag!

Victoria

Hilf mir es selbst zu tun. 

Hallo erstmal

Ich hoffe es ist noch wer da, nach unserer ungeplanen Pause. 😅 Ich sage es euch ganz ehrlich, ich wusste nicht was ich schreiben soll!

Benjamin geht in 4 Wochen in die Schule – und freut sich darauf.
Das find ich toll, aber dazu fällt mir trotzdem nichts ein.

Die nächsten Themen die anstehen sind Dinge die die Schule fordert wie zum Beispiel die gesunde Jause. Nun könnte ich sicherlich den 10000. Beitrag dazu verfassen! Aber ich weiß, dass das schon so viele gemacht haben, dass mir meine Zeit – ganz ehrlich – zu schade ist, nur um das Thema für euch neu aufzuwärmen. Wenn man auf YouTube „Lunchbox für Schule“ eingibt, findet man hunderte Videos in verschiedensten Sprachen, die in euch allen ein mehr oder weniger großes Verlangen wecken werden, eine Bentgo- oder Yumbox zu besitzen. Ich hab keine.

Die Ferienzeit ist anders als geplant. Eigentlich hatte ich ja vor, den Sommer noch voll auszunutzen. Aber Benjamins Freunde bei uns in der Anlage, haben nun auch frei und das bedeutet zumeist dass die fünf draußen sind, Fußball spielen, Rad fahren, Eis essen, usw.

Auch Constantin und Lilith pflegen jetzt im Sommer intensive Freundschaften mit Kindern in der Anlage.
Wenn Anthea und Laurentin über die Mittagshitze schlafen, nutze ich deshalb diese Freiheit um bei 18-20 Grad im Keller zu sitzen und zu nähen.

Benjamin hat sich Anfang diese Woche von mir ein T-Shirt gewünscht, aus einem Stoff den er schon seit über einer Woche streichelt.

Hab ich gemacht.

Heute kam er und wünschte sich noch etwas aus diesem Stoff – ist ja noch genug über. 😅

Wir haben uns die Klimperkleinbücher angesehen und eine Bündchenmütze gefunden, die ihm gefällt.

Aber nicht ich hab mich an die Arbeit gemacht, sondern ihn dazu verleitet es selbst zu tun. Ich selbst war nämlich heute damit beschäftigt, unseren Garten umzuackern, weil wir am Montag mit dem Umbau im Garten beginnen wollen.

Und er…  naja seht selbst. 😍

Hat das Schnittmuster abgepaust.

Den Stoff geschnitten.

Und sich ans Werk gemacht.

Sehr konzentriert.

Und das Ergebnis…

….kann sich doch wirklich sehen lassen!

Und das Beste > es passt zu seinem T-Shirt dass ich vor ein paar Tagen genäht hab.

Maaah ich freu mich ☺😍

Ein schönes Wochenende wünsch ich euch. Alles Liebe 💕

kreatives Schaffen

Da sowohl das Interesse als auch der Platz dafür vorhanden sind, haben wir nun eine Werkbank für die Kinder. 

 

  • 2 x 2 Ikea Henje Pfosten (je 3,50 € in Österreich)
  • 2 x 2 Ikea Henje Fachbretter (je 9,50) 

In Summe also 26 € für die Werkbank und für um die 50€ den Holz- und Edelstahlwerkzeugkasten mit voll funktionsfähigem Werkzeug. Laubsägekästen bekommt man in verschiedenen Ausführungen für 20 – 150 €.

Man braucht eine Säge oder Stichsäge zum kürzen der Pfosten, Schleifpapier zum abschleifen der Schnittkanten und 4 Holzschrauben (40mm lang) zum befestigen der Rückwand (4. Brett). Material zum Werken und basteln kommt allerlei aus dem Haushalt. 

Die Schnittreste der Pfosten zum Beispiel, dienen gemeinsam mit Beilagscheiben, verschiedenen Schrauben, passenden Muttern und ggf. dem passenden Werkzeug (in diesem Fall wäre das der Knochen) als erstes bearbeitebares Werkstück. 

Auch Hammer, Zange, Schraubendreher und Säge lassen sich darauf zumindest schon mal gut testen, um sich mit dem Werkzeug und dem Material vertraut zu machen. 

Bis zum nächsten Mal 
Alles Liebe 

Alles dreht sich um Symbole

Heute schreibe ich über einen Klassiker der Kinderspiele: das Memory.

Jeder kennt es! Die Spielkarten liegen verkehrt auf dem Tisch und werden in Paaren aufgedeckt. Passt das Paar zusammen darf man es behalten, wenn nicht werden die Karten wieder umgedreht und der Nächste ist an der Reihe.

Worum geht es beim Memory? Es geht um Gedächtnis und Merkfähigkeit aber auch um Konzentration und die differenzierung und spätere identifizierung von Symbolen. 

Hmm. Und worum geht es nochmal beim Lesen? 🤔

Ja,.. stimmt,.. das war eine Fangfrage – natürlich ums Selbe. Denn in Wahrheit macht es keinen Unterschied ob das zu vergleichende Abbild eine Form, ein Muster, ein Bild, ein Buchstabe oder eine Zahl zeigt.

Ich habe aus buntem dünnem Bastelkarton mithilfe des Laminiergerätes Blanko-Memorykarten gefertigt. Auf diese können wir uns gemeinsam mit non-permanent Markern eigene Symbole malen. 

Anfangen würde ich bei Kleinkindern mit den Klassischen Symbolen wie Haus, Blume, Auto, Hund, Baum, Sonne,.. und  nach und nach zusätzliche Symbole (zb Formen, Ziffern [0-9], Silben, Buchstaben, Zahlen [10+], Wörter,… ) einfließen lassen. Es sollte aber am Anfang noch nicht darum gehen die Zahlen, Buchstaben oder Silben zu identifizieren und auszusprechen sondern erstmal nur darum sie zweifelsfrei von einander zu Unterscheiden (Frage: Sind die Symbole gleich oder nicht gleich.). Dass die Kinder sie erkennen und auch aussprechen kommt von allein wenn man es selbst vorsagt und ihnen Zeit dafür lässt.
Am Beispiel Haus: Ich sage normalerweise was gerade aufgedeckt wurde („Das ist ein Haus“ und später auch „Da steht Haus geschrieben“, „Da steht au„, … Ich sage es vor – und prüfe nicht ab!) und habe beobachtet dass wenn man das kontinuierlich macht, die Kinder – sobald sie eine Karte wiedererkennen – sowohl das Prozedere als auch die Bezeichnung übernehmen. Sie dann ganz von selbst auch „Das ist ein Haus„, „Da steht Haus geschrieben“,… Gleich ob es sich dabei um ein Bild von einem Haus handelt oder um die Anordnung der 4 Symbole H, a, u und s die das Wort Haus bilden. 

Beginnen kann man beim selbstgemachten Memory am besten mit Bildern/Symbolen die sich nicht ähnlich sind. Der Schwierigkeitsgrad wird gesteigert wenn nach und nach ähnliches einfließt wie Rechteck und Quadrat, der Buchstabe I und die Zahl 1,  die Silbe ma und das Wort am, die Wörter Haus und Maus.

Das schönste: es gibt keine Grenzen! Man kann alle Symbole und Kombinationen die man zeichnen kann einbringen und – sofern man die Karten laminiert – notfalls auch ablöschen wenn sie uninteressant/zu einfach werden. 
Auch kann man die Regeln erweitern und zb erlauben das Bild Haus mit dem Wort Haus oder die Rechnung 3 + 4 mit der Zahl 7 zu kombinieren. 

Ich wünsche viel Spaß am Spiel

Alles Liebe
bis zum nächsten mal

#aus dem Blauen gefragt: Ordnung halten?

Hallo ihr Lieben, es ist mal wieder an der Zeit eine Frage aufzugreifen.

Ich bin bei meinen zwei Kindern schon den ganzen Tag mit hinterherräumen beschäftigt,..  Wie ist das erst mit fünf?!

Vorweg werde ich hier gleich mal Entwarnung geben: Bei mir herrscht natürlich sehr wohl auch Chaos, selbst wenn die ausgewählten Bilder meist einen anderen Eindruck vermitteln und ich hab auch meine ewigen Baustellen die ich immer wieder anpacke und doch nie fertig werde.

Aber ich habe trotzdem eine Antwort denn bei den Kindern klappt es meistens – zu dieser komme ich allerdings erst später.

Am Anfang war die Ordnung

Ordnung halten setzt voraus, dass prinzipiell Ordnung herrscht. Das heißt: alles hat seinen Platz und jede(r) weiß wo der ist. Wir haben zu diesem Zweck offene Regale vom Möbelschweden für das Spielzeug und die Gewürzregale für die Bücher. Jedes Fach ist beschildert. An der Wand steht ein Teppichständer mit 3 Arbeitsteppichen die zum Spielen am Boden verwendet werden.

Arbeitsteppiche?

Die kommen aus der Montessoripädagogik. Die Arbeitsteppiche begrenzen den Spiel-/Arbeitsbereich. Das gesamte Material mit dem man sich augenblicklich beschäftigt, bleibt im Rahmen dieses Teppichs. Das hilft dabei den Überblick zu behalten und verbessert insgesamt die Konzentrationsfähigkeit. Liegt ein Teppich am Boden darf man nicht darüber laufen, sondern muss drumrum gehen, damit die- oder derjenige die/der darauf arbeitet nicht aus ihrer/seiner Konzentration gerissen wird. Allen die nicht drauf sitzen, signalisiert der Teppich nämlich, dass hier gearbeitet wird. Die Teppiche sollten möglichst einfärbig sein, damit das Material darauf klar erkennbar ist und nicht vom Teppichmuster geschluckt wird. Auf hellen Böden empfehlen sich dunkle Teppiche – auf dunklen Böden, helle.
Grundsätzlich gibt es bei uns – zumindest vorerst noch – drei Regeln im Spielzimmer.

  1. Das Spielzeug bleibt im Spielzimmer. Alles andere ist mir zu gefährlich. Ich habe praktisch ständig Laurentin oder Anthea am Arm oder im Tragetuch und bin dadurch nicht selten in meiner Sicht eingeschränkt. Und – tollpatschig wie ich bin…. 🙈
  2. Ein Spiel pro Teppich – oder – nur ein großräumiges Spielsystem.
  3. Bevor etwas neues ausgeräumt wird, muss zu erst das alte weggeräumt werden.

der Alltag mit 5 hält Einzug
Das Wochenbett ist vorbei. Peter wieder im Dienst. Das heißt er sieht die Kinder eigentlich nur am Wochenende und ich bin mit den fünfen 60-75 Stunden pro Woche allein zu Hause. Ab und zu kommt Peters Mutter zu Besuch und bleibt einen Tag von 9 bis 18 Uhr – vornehmlich um mich zu unterstützen. Sie zieht dabei die volle Aufmerksamkeit der Großen auf sich und spielt mich bei Ihnen frei. Ich darf mich in der Zeit zurückziehen um zu stillen oder zu schlafen, in Ruhe ein Bad nehmen oder ähnliches. Ich bin sehr dankbar dafür. Fakt ist aber dass die Kinder so ‚aufgedreht‘ sind, wenn sie zu Besuch kommt, dass einiges nicht so funktioniert wie es das tut, wenn ich allein bin.

Auch am Wochenende wenn Peter zu Hause ist, früh mit den Kindern aufsteht, sich um den Haushalt kümmert und ich – dankenswerterweise ❤ immer – ausschlafen darf, funktioniert das mit den Regeln im Spielzimmer oft auch kaum bis gar nicht. Ich sitze dann zum stillen noch im Bett und lausche ins Erdgeschoß wo Peter die Zwerge im 5 Minutentakt zum Ordnung machen schickt. Nur fruchtet das nicht.

Zweifellos könnte man auch meinen Kindern pausenlos das Spielzeug hinterherräumen – das (und das eint uns) tut aber keiner von uns dreien. Wenn die Kinder auf den Arbeitsteppichen spielen, räumen sie automatisch weg. Manchmal muss man sie aber dazu anhalten diese zu nutzen – was Anwesenheit und dahinter sein erfordert. Drama bezüglich dem Wegräumen des Materials vom Teppich gibt es dafür aber tatsächlich nie.

Wenn man sie nicht dazu anhält die Teppiche zu nutzen und auch länger  nicht nachschauen geht, dann haben sie für gewöhnlich bald alle Kisten aus den Regalen gezogen und möglichst gleichmäßig über den gesamten Boden verstreut. Meist ist das der Zeitpunkt an dem es Lauter wird, die Kinder Zimmer wechseln oder raus in den Hof gehen (flüchten!).
Warum?
Weil sie beim  Aufblicken oder aber spätestens beim erneuten Betreten des Raumes, von dem vorherrschenden Chaos optisch erschlagen werden! Wenn sie dann zum Ordnung machen aufgefordert werden – ist das Drama vorprogrammiert.
Man kann sich das nun natürlich antun, dem Drama freien lauf lassen, 100 mal reden, selbst laut werden, mit wegwerfen drohen, drauf pfeifen oder auch nachgeben und allein wegräumen.
Ich persönlich ziehe es aber vor das Problem an der Wurzel zu packen. Und das Problem hierbei ist nicht das Ordnung machen an sich (denn das funktioniert ja im Richtigen Rahmen) sondern die am Anfang dieses Absatzes stehende Erkenntnis. Das flächendendeckende Chaos lässt die Aufgabenstellung einfach unbewältigbar erscheinen!
Die einfachste Lösung ist also: die Aufgabe bewältigbar erscheinen zu lassen!
Und dazu braucht es einen Besen, 5 Minuten Zeit und einen Anfang.

Hilf mir, es selbst zu tun. 

„Ich habe mit dem Wegräumen begonnen, könntet ihr jetzt nur noch das übrige Eck aufräumen.“ und „XY möchtest du lieber mit dem Lego oder den Autos beginnen?“

Wenn der überwiegende Teil  Raumes fertig/frei/sauber erscheint, dann ist das letzte Fleckerl – egal wie hoch sich dort das Chaos türmt – erfahrungsgemäß ein Kinderspiel!

Alles Liebe