Phasenweises Lernen

Ich möchte mich auf mein Kernthema konzentrieren und kann das nun auch wieder. 

Constantin hatte sich in den beiden vergangenen Semestern schon sehr fürs Lesen und Rechnen interessiert und hat sich immer wieder mehrere Wochen am Stück – meist abwechselnd – sehr intensiv damit beschäftigt, bevor er wieder ein paar Tage pausierte. 

Die jüngste Pause hielt nun schon seit über drei Monaten an, und ich gebe zu ich hab mir vor ein paar Wochen, schon mal Sorgen gemacht, ob er denn wirklich irgendwann wieder anfängt und ob er nicht sogar was verlernen könnte, wenn er es nicht weiter übt. Habe aber trotzdem absolut gar nichts gemacht, – auch – um zu sehen ob er von selbst seine Begeisterung und Motivation wieder findet.
Und ich kann verkünden: Es ist geschehen. 

Seit Montag liest er wieder genau so… – wie drück ich es am besten aus 🤔 -…. Intensiv, wie wir das vom ihm schon gewöhnt sind. Und er hat nichts vergessen oder verlernt. Er hat genau da weiter gemacht wo er aufgehört hat. 

🤗

Es ist so schön hier in meiner Überzeugung bestätigt zu werden. Das nimmt ungeheuer viel Druck (in mir) raus und ich kann ihn einfach weiter machen lassen. 

Bis zum nächsten mal 

So siehts aus

Benjamin möchte ab September in die Schule gehen.

Also darf er gehen. Wir haben eine Schule zugewiesen bekommen und ich verrate – ihm nicht, aber euch schon – dass ich der Schule sehr kritisch gegenüberstehe.

Im Bezirk und unter den Voraussetzungen ist es sicherlich die beste Lösung. So viel steht mal fest. Trotzdem bin ich gespannt wie Problematiken wie zB Hausübungen sich im nächsten Jahr darstellen werden. Ich weiß inzwischen dass die Schule reichlich davon verteilt.

Ich selbst bin nämlich zum Beispiel der Ansicht dass Hausübungen eine reine Zeitverschwendung sind. Zum Glück sag das nicht nur ich, sondern auch die TU Dresden und zwar mindestens seit 2008, da wurde nämlich folgendes verkündet:

Seit gut 150 Jahren gibt es allgemeinbildende Schulen in Deutschland, und genauso lange existiert der Hauptfeind aller freien, unbeschwerten Nachmittagsvergnügungen – Hausaufgaben. Erstaunlich dabei: es handelt sich offenbar mehr um ein pädagogisches Ritual als um eine im schulischen Sinn Erfolg versprechende Maßnahme. Zahlreiche Studien haben nämlich gezeigt, dass Hausaufgaben keinerlei nachweisbaren Einfluss auf die Schulnoten haben. Professor Hans Gängler von der Fakultät Erziehungswissenschaften der TU Dresden erklärt das so: gute Schüler werden durch Hausaufgaben nicht unbedingt noch besser, und schlechte Schüler begreifen zuhause durch bloßes Wiederholen noch lange nicht, was sie schon am Vormittag nicht richtig verstanden haben. Ob man also die Mathe-Hausaufgaben direkt nach der Schule, nachts unter der Bettdecke oder überhaupt nicht macht: der Effekt auf die Zeugniszensur ist derselbe, nämlich gleich null.

https://tu-dresden.de/tu-dresden/newsportal/news/hausaufgaben

Österreich gehört immerhin auch zu den europäischen Ländern in denen das Hausaufgabenpensum stetig steigt: http://derstandard.at/2000009277421/Oesterreichische-Schueler-machen-mehr-Hausuebungen

Und wo das Pensum steigt, steigen auch die Kosten für Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe:

Und das obwohl im §17 des SchUG Absatz 2 steht:

(2) Zur Ergänzung der Unterrichtsarbeit können den Schülern auch Hausübungen aufgetragen werden, die jedoch so vorzubereiten sind, daß sie von den Schülern ohne Hilfe anderer durchgeführt werden können. [..]

und wusstet ihr dass im selben Paragrafen steht dass

[..] Hausübungen, die an Samstagen, Sonntagen oder Feiertagen oder während der Weihnachtsferien, der Semesterferien, der Osterferien, der Pfingstferien oder der Hauptferien erarbeitet werden müßten, dürfen – ausgenommen an den lehrgangsmäßigen Berufsschulen – nicht aufgetragen werden.

Mir persönlich ist es aber ohnehin viel wichtiger, dass meine Kinder am Nachmittag ausgelassen spielen und sich ordentlich bewegen. Auch da hab ich niemanden geringeren als die WHO hinter mir:

Ein ausreichendes Maß an Bewegung ist eine wesentliche Voraussetzung für die Ausbildung grundlegender kognitiver, motorischer und sozialer Fähigkeiten bei Kindern und für die Entwicklung ihres Muskel-Skelett-Systems. Doch Kinder und Jugendliche sind im Alltag immer weniger körperlich aktiv, da sich das Umfeld und die Möglichkeiten für eine sichere und aktive Gestaltung von Spiel, Freizeit und Fortbewegung verschlechtert haben und Kinder ihre Freizeit inzwischen vermehrt mit sitzend ausgeübten Tätigkeiten, etwa am Bildschirm, gestalten. Ferner verbringen Kinder und Jugendliche mehr Zeit als je zuvor in der Schule oder in Tageseinrichtungen, und steigende Unterrichtsanforderungen können die für Sportunterricht und aktives Spielen verfügbare Zeit einschränken, obwohl es Hinweise darauf gibt, dass mehr Bewegung zu besseren schulischen Leistungen führen kann.
Außerdem hab ich mich heute noch mal mit der Frage befasst, was passieren könnte/würde, sollte Benjamin nächstes Jahr (oder auch in drei Jahren) umschwenken und die Schule doch verweigern:

§ 24 SchPflG Verantwortlichkeit für die Erfüllung der Schulpflicht und Strafbestimmungen

(1) Die Eltern oder sonstigen Erziehungsberechtigten sind verpflichtet, für die Erfüllung der Schulpflicht, insbesondere für den regelmäßigen Schulbesuch und die Einhaltung der Schulordnung durch den Schüler bzw. in den Fällen der §§ 11, 13 und 22 Abs. 4 für die Ablegung der dort vorgesehenen Prüfungen zu sorgen. Minderjährige Schulpflichtige treten, sofern sie das 14. Lebensjahr vollendet haben, hinsichtlich dieser Pflichten neben die Eltern oder sonstigen Erziehungsberechtigten. Sofern es sich um volljährige Berufsschulpflichtige handelt, treffen sie diese Pflichten selbst.

(2) Die Eltern oder sonstigen Erziehungsberechtigten eines der allgemeinen Schulpflicht unterliegenden Kindes sind weiters nach Maßgabe ihrer Leistungsfähigkeit verpflichtet, das Kind für den Schulbesuch in gehöriger Weise, insbesondere auch mit den notwendigen Schulbüchern, Lern- und Arbeitsmitteln, soweit diese nicht von einer Körperschaft des öffentlichen Rechts beigestellt werden, auszustatten. Ferner sind sie verpflichtet, die zur Führung der Schulpflichtmatrik (§ 16) erforderlichen Anzeigen und Auskünfte zu erstatten.

(3) Berufsschulpflichtige […]

(4) Die Nichterfüllung der in den Abs. 1 bis 3 angeführten Pflichten, hinsichtlich der Pflicht zum regelmäßigen Schulbesuch jedoch erst nach erfolgloser Durchführung der Maßnahmen gemäß § 25 Abs. 2 bis 6, stellt eine Verwaltungsübertretung dar und ist von der Bezirksverwaltungsbehörde mit einer Geldstrafe bis zu 440 €, im Fall der Uneinbringlichkeit mit Ersatzfreiheitsstrafe bis zu zwei Wochen zu bestrafen.

Jo, mei…

Nächstes Jahr glaub ich noch nicht so dran, aber wenn Constantin in 15 Monaten dann zu Hause bleibt während Benjamin in die Schule gehen müsste, könnte ich mir vorstellen dass die erneute Abmeldung ein  Thema für ihn werden könnte.

Ich wünsche ein schönes Pfingstwochenende
Alles liebe

spielen = lernen

Hallo ihr Lieben

Heute schneide ich mal das Thema Spiele an. Jene die unsere Familie näher kennen, wissen, dass Spiele (und das Spielen) einen großen Stellenwert  für uns haben.

Ein Großteil unseres Kellers ist diesem Hobby gewidmet. Dort findet man Karten- und vor allem Brettspiele, unzählige Figuren für diverseste Spielsysteme und Regale voller Regelbücher.

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Immer wieder passiert es, dass sich neue Leute für Spiele interessieren, wenn sie die Gelegenheit bekommen haben, bei einer Partie zuzusehen. Einige wollen sich gerne weiter damit auseinandersetzen und fragen deshalb genauer nach.

Genau hier kommen wir zu dem Punkt an dem sich die Geister scheiden. Es gibt nämlich – meiner Beobachtung nach – grundsätzlich zwei Optionen, wie Neue darauf reagieren, wenn sie mal vor unseren Regelbücherregalen stehen.

20161001_031639Die einen ziehen sich vor schierer Überforderung wieder zurück. Revidieren, dass sie Interesse haben oder sagen Sätze wie „Es schaut ja wirklich interessant aus … aber damit hab ich nicht gerechnet *phuu* :O “ oder „Und das tut man sich wirklich freiwillig an?“. Das sind – nicht ausschließlich, aber – vor allem Menschen, die spielen – sehr erfolgreich – vom lernen entkoppelt haben. Und wie beschrieben, ich meine hier nicht Menschen, die sich prinzipiell nicht für dieses Hobby interessieren, sondern nur mehr bereits vorselektierte Interessenten.

Und die anderen?

…lassen sich davon einfach nicht beeindrucken! Sie wissen, dass sie die grundsätzlichen Spielregeln durch Imitation von anderen Spielern lernen können. So haben – beispielsweise – noch fast alle Leute, nach wenigen Minuten, nur durch zusehen, die grundlegenden Bewegungsregeln von Battletech begriffen, ohne die dazugehörigen Texte im Regelbuch jemals lesen zu müssen.  Sie wissen, dass sie sich über die spielerische Seite und durch fragen, all das Wissen aneignen können und haben keine Angst vor dem Umfang der sich ihnen darbietet. Wenn dann der Grundstock mal vorhanden ist, fällt es auch leichter, spezifische Fragen durch einen gezielteren Blick ins Regelbuch selbstständig abzuklären oder im Austausch mit anderen Spielern zur Diskussion zu stellen. Sie haben einen anderen Zugang, weil für sie spielen und lernen Hand in Hand gehen.

Und damit kommen wir zu einer der häufigsten Fragen im Bezug aufs freilernen, nämlich:

Was machst du, wenn deine freilernenden Kinder etwas, dass die für die Schule bzw. die Prüfungen brauchen, nicht lernen wollen!?

Antwort: erstmal damit spielen!

Gegenfragen: Was spielt ihr denn so mit euren Kindern? Bevorzugt ihr kooperative oder kompetitive Spiele? Macht ihr das Regelmäßig in Form eines fixen Spieleabendes oder eher spontan?

In diesem Sinne: habt Spaß und lernt spielend
Bis zum nächsten  mal
Alles Liebe

#aus dem Blauen gefragt: Ist es nicht viel für ein Kind, den ganzen Stoff des ersten Jahres geprüft zu werden? (+Lernziele)

Hast du keine Angst, dass dein Kind den Prüfungsanforderungen nicht gerecht wird. Immerhin ist das ja nicht gerade wenig was Kinder in der Schule lernen müssen um das Jahr zu bestehen und das gesammelte Wissen an einem einzigen Tag „abzuliefern“.

Nein. Ich habe keine Angst.
Wenn man Angst davor hat, sollte man sich einfach ansehen um was es hier tatsächlich geht.

Die Optimalanforderungen für das erste Schuljahr (Grundstufe I = 1. + 2. Schulstufe) findet ihr hier: > Österreichischer Lehrplan. Prinzipiell ist das der Orientierungspunkt.

Auf der anderen Seite, kann man sich auch ansehen wo die Minimalanforderungen angesetzt sind, um das erste Schuljahr zu bestehen. Auch diese Informationen sind zugänglich.
Laut Angaben der Prüfungsschule wären das für die erste Klasse Volksschule:

Deutsch:

  • Beherrschung der meisten Buchstaben
  • Erkennen, Benennen, Schreiben in Gemischtantiqua = Druckschrift („Miniansage“ mit einfachen Wörtern aus dem Grundwortschatz des Kindes wie „Mama“, „Papa“, „Hund“,…….)
  • Lesen einfacher Wörter und Sätze (z.B.: „Mama ist im Haus.“)

Mathematik:

  • Erkennen, Benennen, Ordnen, Zuordnen der Zahlen von 1 – 30
  • Zahlenzerlegung (z.B.: 8= 4+__ ) im Zahlenraum 10; Begriffe: Zehner, Einer; Umkehraufgaben (2+4=, 4+2=)
  • Analogierechnungen im Zahlenraum 20: 3+4 | 13 + 4
  • Plus- und Minusrechnungen im Zahlenraum 20 ohne und mit Zehnerüberschreitung (3+4, 13+5, 9-3, 16-2, 5+7, 12-6)

Sachunterricht (gilt bis zum Ende der 2. Schulstufe):

Sachkundemappe des Kindes auf einfachem Niveau (z. B. Bildersammlungen zu div. Themen: Tiere, Natur, Berufe, Sport,„Von früher..“, etc.), Liedermappen, kleine Auswahl an Zeichnungen, eventuell kurze Geschichten, Werkstücke aus dem textilen und technischen Bereich.

 

Das Schuljahr hat offiziell mit vergangenem Montag begonnen. Ich glaube nicht, dass ich ihn unter Druck setzen muss, damit er noch erlernt was er davon noch nicht kann.  Und – Wenn er das mal hat, bleibt er ja auch nicht stehen und denkt sich ‚so. fertig. jetzt höre ich bis zum nächsten Jahr auf‚, sondern geht – wie bisher ja auch – ganz automatisch weiter darüber hinaus.

Informationen zum Ablauf der Prüfungen für die 1. bis 4. Volksschule (Beispielhaft! – gilt nämlich ausschließlich für die Schule in der meine Kinder zur Prüfung angemeldet sind. Da jede Schule ihr eigenes Konzept dafür haben darf, informiert ihr euch über die Prüfungsmodalitäten an eurer Schule am besten gleich im Direktorat):

  1. Gemeinsamer Start mit Kindern, Eltern, Lehrern:Die Kinder haben hier die Möglichkeit ihre vorbereiteten Darbietungen (Musikstücke mit mitgebrachten Instrumenten, Lieder, Gedichte, Theaterstücke…)zu präsentieren. Danach teilen sie die Kinder in 2 Gruppen.
  2. Mündlicher Teil:Kleingruppe:Die Kinder stellen von ihren mitgebrachten Materialien in Werken, Zeichnen oder Sachunterricht eine „Lieblingssache“ vor. Die übrigen Materialien werden während der Prüfungszeit mit den Kindern angeschaut und besprochen;Präsentation eines Sachunterrichtsthemas (kann freiwillig auch vor der Kleingruppe stattfinden)
  3. Schriftlicher Teil:Differenzierte Arbeitsblätter für die jeweilige Schulstufe in Deutsch und Mathematik.

Wissenswertes rund um die Prüfung vor Ort:

  • Das zu prüfende Kind muss persönlich anwesend sein!
  • Prüfungsgegenstände (1. – 4. Volksschule) sind: Deutsch/Lesen/Schreiben, Mathematik, Sachunterricht, Musikerziehung, Bildnerische Erziehung
  • Zur Prüfung sind unbedingt alle relevanten Arbeitsunterlagen des Kindes aus den letzten Monaten mitbringen: Bücher, Hefte, Projektmappen, Zeichnungen, Werkstücke, Fotos, Dokumentationen (dafür war diese Website gedacht 😉 ), …
  • Grundlage und Bezugspunkt ist der österreichische Volksschul-Lehrplan.
  • Bei Unklarheiten oder im Falle einer drohenden negativen Beurteilung wird der Vorsitzende der Externistenprüfungskommission beigezogen.
  • Die Anwesenheit von Eltern oder anderer Begleitpersonen bei der Prüfung ist nur in Einzelfällen möglich. Man bemüht sich um eine entspannnte Prüfungssituation.

Ich wünsche euch allen alles Liebe
und ein entspanntes erstes Schuljahr

#aus dem Blauen gefragt: Freilernen in der Praxis

Immer wieder werde ich gefragt wie Freilernen in der Praxis bei uns aussieht? Die Antwort ist eigentlich simpel, aber irgendwie trotzdem schwer begreiflich zu machen. Man lebt ja bloß.

Deshalb ist dieser Blog auch so gestaltet wie er es ist: er bietet Einblick in unser Leben! Denn es geht ums Lernen im und vom Leben (und erlebten).

Meine Kinder und ich unternehmen gerne Streifzüge – per pedes – durch die Umgebung. Je älter sie werden, desto weiter entfernen wir uns dabei von zu Hause. Anthea schafft hoch motivierte 2 km (dann wird sie langsamer, will aber immernoch alleine gehen), Benjamin legt auf solchen Streifzügen inzwischen gut und gerne 8 km zurück bevor es ihm auffällt. Aber auch alltägliche Wege gehen wir gerne zu Fuß. Von zu Hause bis zum Kindergarten müssen wir – je nach Route – 2,2-2,5 km zurücklegen.

Wir haben inzwischen einen Rucksack mit einigen nützlichen Utensilien für unterwegs.

In diesem befinden sich ein Feldstecher, eine Becherlupe, ein Notizbuch, Stifte, ein altes aber funktionsfähiges geladenes Mobiltelefon (in unserem Fall aber ohne SIM-Karte), Schnitzmesser, Stadtplan/Landkarte und Bussole.

Ich glaube die meisten Dinge sind selbsterklärend. Die Bussole würden viele als Kompass bezeichnen. Das Notizbuch ist für Notizen über Ort- und Zeitangaben, zum notieren offener Fragen, für Skizzen, zum festhalten von Erkenntnissen und Beobachtungen, zum einlegen von Sammelstücken (Blätter, Blumen,..)  fürs Herbarium usw.

Warum haben wir aber zum Beispiel ein altes Mobiltelefon mit? Erst recht, wenn es keine SIM-Karte hat!

wp-image-1609254017jpg.jpgAuf unseren alltäglichen Wegen, Spaziergängen oder auch Wanderungen fallen uns immer wieder Tiere, Pflanzen oder Dinge auf über die wir gern mehr erfahren möchten. Vor Ort ist es aber oft gar nicht so einfach diese Informationen zusammenzutragen. Deshalb haben wir ein robustes, kleines, altes Mobiltelefon dabei, dass auch ohne SIM funktioniert (wie die meisten 😉 ), dass über eine Kamera verfügt die eine ausreichend gute Bildqualität liefert, dessen Bedienung in nicht mal 2 Minuten erklärt ist und das zur Not auch ruppigere Kleinkinderhände in der Autonomiephase überlebt.

Wenn wir nicht wissen, wovor wird da eigentlich stehen, machen wir ein Foto davon. Und haben dann zu gegebener Zeit, an einem geeigneteren Ort (zum Beispiel: am Nachmittag zu Hause) die Möglichkeit in Bestimmungsbüchern, dem Internet oder ähnlichem nachzusehen was das eigentlich war. Außerdem hilft es dabei das erlebte zu reflektieren.

Weil ich beim Hochbeet eine Übersicht über den Lerneffekt hinzugefügt habe, und aufgrund dieser Liste viel Feedback bekommen, nehme ich an dass sie auch hier erwünscht ist. Also:

Wofür ist das alles gut?

es hilft erlebtes und beobachtetes erzählen zu lernen – zuhören und verstehen – gehörtes wiedergeben, dient der Standardsprache und Wortschatzerweiterung, weckt das Interesse fürs Lesen (weil es Selbstständigkeit ermöglicht), schult die optische und akustische Wahrnehmung, das Gedächtnis, erweitert das Wissen, die Sprachfähigkeit, die Fantasie und Gestaltungsfreude, kultiviert die Neugierde, sensibilisiert für gesellschaftliche Probleme (Umweltschutz, Kritik an Konsumgewohnheiten, Friedenserziehung), verbessert die Grob- und Feinmotorik und die Auge-Hand-Koordination (die auch fürs Schreiben lernen essentiell ist).

Die Bewegung und die Beobachtungen draußen helfen einem, sich im Raum zurechtzufinden, Raumlagebestimmungen (oben – unten, drunter-drüber, neben, vor-hinter, Nähe-Ferne, Distanz..) zu festigen, erlaubt Mächtigkeitsvergleiche (größer/kleiner, dicker/dünner, schwerer/leichter, feiner/rauer..),…

Es dient der Orientierung im Lebensraum, ermöglicht die Begegnung mit  Tieren und Pflanzen, die Beobachtung von Naturerscheinungen, fördert das Interesse am Natur- und Umweltschutz (zeigt die eigene Verantwortung auf für Mülltrennung, das Energiesparen, um seinen/ihren Beitrag leisten).

Es fördert die Freude an der Bewegung, ermöglicht das bewusste Erleben von neuen Sinneseindrücken, unterstützt die Verkehrserziehung (Verhaltensweisen auf dem Weg, beim Queren von Straßen,…) und hilft beim Erlangen von Sicherheit im Umgang mit unterschiedlichen Situationen im alltäglichen Verkehr.
Es dient einem bewussten Umgang mit Medien (Dokumentation: fotografieren, skizzieren, notieren [schreiben]; Recherche: Bücher [lesen], später auch die Nutzung des Internets bzw. allgemein der Umgang mit dem PC..)

Und was bedeutet das im Bezug auf den Lehrplan? Erfüllt man damit das „Soll“?

Den Stoff der Grundstufe I und II laut dem österreichischen Lehrplan habe ich bereits einmal veröffentlicht, aber im Bezug auf diese Aktivität:

In Verbindung mit dem – bereits oben gennanten – Hochbeetprojekt werden die Erkundungstouren – im Jahresverlauf, fortlaufend – die Sachunterricht-Erfahrungs- und Lernbereiche Natur, Raum und Zeit für die Grundstufe I (1. + 2. Klasse Volksschule) und II (3. + 4. Klasse Volksschule) vollkommen abdecken und teilweise auch in andere Erfahrungs- und Lernbereiche (übrig bleiben: Gemeinschaft, Wirtschaft, Technik) hineinreichen.
Durch das Lesen lernen (um selbst recherchieren zu können), das Schreiben lernen (um erworbenes Wissen für sich selbst festhalten zu können), das wiedergeben von Erlebnissen und Beobachtungen, das Zusammenfassen von Erkenntnissen usw. wird ein großer Teil des Fachs Deutsch der Grundstufe I abgedeckt.
Außerdem werden begleitende Projekte in die Fächer bildnerische Erziehung, Bewegung und Sport und technisches/textiles Werken hineinreichen.

die beiden übrigen Fächer (Mathematik und Musikerziehung) stehen bei dieser Aktivität vorerst nicht im Vordergrund. Die Mathematik wird aber später, im Bezug auf die Orientierung – zum Beispiel in Form von Winkelberechnungen, rückwärts einschneiden oder seitwärts abschneiden im Gelände und Co – aber auch für die Routenplanung für Wander- oder Radtourenalso Berechnungen zur verfügbaren Zeit, Geschwindigkeit, Reichweite,.. – durchaus relevant werden.

Was ein Rucksack und ein bisschen Zeit alles ausrichten können. ❤

Alles liebe

PS: für Interessierte der Guide für die ersten Schritte in ein unbeschultes Leben

#aus dem Blauen gefragt: benutzt ihr Material?

Hallo!

Ich hab nur eine kurze Frage: Ich habe auf fb gesehen dass dein Sohn Arbeitsblätter benutzt. Verrätst du mir welche das sind?

danke und LG

Prinzipiell nutzt mein Ältester sehr gerne die Silbenfibel [© Mildenberger Verlag] zum Lesen und Schreiben lernen. Wir haben das dazugehörige ABC der Tiere, die Lesebände und die Arbeits- und Schreibhefte sowie für Mathematik den Mathetiger vom selben Verlag.Ich biete es an – aber es gibt keine verpflichtung und keinen Zwang damit zu arbeiten.

Ich klicke und lese mich aber auch immer wieder gerne durch das Internet auf der Suche nach Ideen, Anregungen und Material für alle möglichen Bereiche/Fächer. Manchmal weil sich meine Kinder für etwas bestimmtes interessieren, manchmal weil ich mich selbst damit beschäftige und manchmal auch weil ich mich zurückerinnere und mir denke ‚ah, das hab ich gern gemacht!‚ – Purzelwörter zum Beispiel.

Auf der Suche nach Ideen und/oder Vorlagen für Purzelwortkarten bin ich über den wunderbaren Blog von Gille gestolpert die in ihrem Lernstübchen allerlei Kostbarkeiten für 4 Jahre Grundschulzeit (Deutschland) angesammelt hat und diese kostenfrei zum Download zur Verfügung stellt.

Prinzipiell bin ich aber davon überzeugt dass es das alles nicht braucht. Trotzdem – auch ich habe noch nicht meine ganze Angst im bezug auf das Thema abgelegt und diese Linksammlung gibt mir die Sicherheit, dass ich Informationen beschaffen kann, wenn ich sie brauche!

Den Link möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten:

http://lernstuebchen-grundschule.blogspot.co.at/p/uber-das-lernstubchen.html

Auch empfehlenswert – und ebenfalls kostenlos – sind zudem:

http://grundschul-ideenbox.blogspot.co.at/

http://fraulocke-grundschultante.blogspot.co.at/

http://www.abcund123.de/

http://www.grundschulkram-aus-der-kruschkiste.de/startseite/home…./

Dort finde ich in nächster Zeit sicher alles was ich brauche – und wenn nicht suche ich weiter. Außerdem schadet es nie auf diesen Seiten nachzusehen, ob sie selbst eine Linksammlung preisgeben. Das sind mitunter wahre Fundgruben!

Alles Liebe