Phasenweises Lernen

Ich möchte mich auf mein Kernthema konzentrieren und kann das nun auch wieder. 

Constantin hatte sich in den beiden vergangenen Semestern schon sehr fürs Lesen und Rechnen interessiert und hat sich immer wieder mehrere Wochen am Stück – meist abwechselnd – sehr intensiv damit beschäftigt, bevor er wieder ein paar Tage pausierte. 

Die jüngste Pause hielt nun schon seit über drei Monaten an, und ich gebe zu ich hab mir vor ein paar Wochen, schon mal Sorgen gemacht, ob er denn wirklich irgendwann wieder anfängt und ob er nicht sogar was verlernen könnte, wenn er es nicht weiter übt. Habe aber trotzdem absolut gar nichts gemacht, – auch – um zu sehen ob er von selbst seine Begeisterung und Motivation wieder findet.
Und ich kann verkünden: Es ist geschehen. 

Seit Montag liest er wieder genau so… – wie drück ich es am besten aus 🤔 -…. Intensiv, wie wir das vom ihm schon gewöhnt sind. Und er hat nichts vergessen oder verlernt. Er hat genau da weiter gemacht wo er aufgehört hat. 

🤗

Es ist so schön hier in meiner Überzeugung bestätigt zu werden. Das nimmt ungeheuer viel Druck (in mir) raus und ich kann ihn einfach weiter machen lassen. 

Bis zum nächsten mal 

Hilf mir es selbst zu tun. 

Hallo erstmal

Ich hoffe es ist noch wer da, nach unserer ungeplanen Pause. 😅 Ich sage es euch ganz ehrlich, ich wusste nicht was ich schreiben soll!

Benjamin geht in 4 Wochen in die Schule – und freut sich darauf.
Das find ich toll, aber dazu fällt mir trotzdem nichts ein.

Die nächsten Themen die anstehen sind Dinge die die Schule fordert wie zum Beispiel die gesunde Jause. Nun könnte ich sicherlich den 10000. Beitrag dazu verfassen! Aber ich weiß, dass das schon so viele gemacht haben, dass mir meine Zeit – ganz ehrlich – zu schade ist, nur um das Thema für euch neu aufzuwärmen. Wenn man auf YouTube „Lunchbox für Schule“ eingibt, findet man hunderte Videos in verschiedensten Sprachen, die in euch allen ein mehr oder weniger großes Verlangen wecken werden, eine Bentgo- oder Yumbox zu besitzen. Ich hab keine.

Die Ferienzeit ist anders als geplant. Eigentlich hatte ich ja vor, den Sommer noch voll auszunutzen. Aber Benjamins Freunde bei uns in der Anlage, haben nun auch frei und das bedeutet zumeist dass die fünf draußen sind, Fußball spielen, Rad fahren, Eis essen, usw.

Auch Constantin und Lilith pflegen jetzt im Sommer intensive Freundschaften mit Kindern in der Anlage.
Wenn Anthea und Laurentin über die Mittagshitze schlafen, nutze ich deshalb diese Freiheit um bei 18-20 Grad im Keller zu sitzen und zu nähen.

Benjamin hat sich Anfang diese Woche von mir ein T-Shirt gewünscht, aus einem Stoff den er schon seit über einer Woche streichelt.

Hab ich gemacht.

Heute kam er und wünschte sich noch etwas aus diesem Stoff – ist ja noch genug über. 😅

Wir haben uns die Klimperkleinbücher angesehen und eine Bündchenmütze gefunden, die ihm gefällt.

Aber nicht ich hab mich an die Arbeit gemacht, sondern ihn dazu verleitet es selbst zu tun. Ich selbst war nämlich heute damit beschäftigt, unseren Garten umzuackern, weil wir am Montag mit dem Umbau im Garten beginnen wollen.

Und er…  naja seht selbst. 😍

Hat das Schnittmuster abgepaust.

Den Stoff geschnitten.

Und sich ans Werk gemacht.

Sehr konzentriert.

Und das Ergebnis…

….kann sich doch wirklich sehen lassen!

Und das Beste > es passt zu seinem T-Shirt dass ich vor ein paar Tagen genäht hab.

Maaah ich freu mich ☺😍

Ein schönes Wochenende wünsch ich euch. Alles Liebe 💕

So siehts aus

Benjamin möchte ab September in die Schule gehen.

Also darf er gehen. Wir haben eine Schule zugewiesen bekommen und ich verrate – ihm nicht, aber euch schon – dass ich der Schule sehr kritisch gegenüberstehe.

Im Bezirk und unter den Voraussetzungen ist es sicherlich die beste Lösung. So viel steht mal fest. Trotzdem bin ich gespannt wie Problematiken wie zB Hausübungen sich im nächsten Jahr darstellen werden. Ich weiß inzwischen dass die Schule reichlich davon verteilt.

Ich selbst bin nämlich zum Beispiel der Ansicht dass Hausübungen eine reine Zeitverschwendung sind. Zum Glück sag das nicht nur ich, sondern auch die TU Dresden und zwar mindestens seit 2008, da wurde nämlich folgendes verkündet:

Seit gut 150 Jahren gibt es allgemeinbildende Schulen in Deutschland, und genauso lange existiert der Hauptfeind aller freien, unbeschwerten Nachmittagsvergnügungen – Hausaufgaben. Erstaunlich dabei: es handelt sich offenbar mehr um ein pädagogisches Ritual als um eine im schulischen Sinn Erfolg versprechende Maßnahme. Zahlreiche Studien haben nämlich gezeigt, dass Hausaufgaben keinerlei nachweisbaren Einfluss auf die Schulnoten haben. Professor Hans Gängler von der Fakultät Erziehungswissenschaften der TU Dresden erklärt das so: gute Schüler werden durch Hausaufgaben nicht unbedingt noch besser, und schlechte Schüler begreifen zuhause durch bloßes Wiederholen noch lange nicht, was sie schon am Vormittag nicht richtig verstanden haben. Ob man also die Mathe-Hausaufgaben direkt nach der Schule, nachts unter der Bettdecke oder überhaupt nicht macht: der Effekt auf die Zeugniszensur ist derselbe, nämlich gleich null.

https://tu-dresden.de/tu-dresden/newsportal/news/hausaufgaben

Österreich gehört immerhin auch zu den europäischen Ländern in denen das Hausaufgabenpensum stetig steigt: http://derstandard.at/2000009277421/Oesterreichische-Schueler-machen-mehr-Hausuebungen

Und wo das Pensum steigt, steigen auch die Kosten für Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe:

Und das obwohl im §17 des SchUG Absatz 2 steht:

(2) Zur Ergänzung der Unterrichtsarbeit können den Schülern auch Hausübungen aufgetragen werden, die jedoch so vorzubereiten sind, daß sie von den Schülern ohne Hilfe anderer durchgeführt werden können. [..]

und wusstet ihr dass im selben Paragrafen steht dass

[..] Hausübungen, die an Samstagen, Sonntagen oder Feiertagen oder während der Weihnachtsferien, der Semesterferien, der Osterferien, der Pfingstferien oder der Hauptferien erarbeitet werden müßten, dürfen – ausgenommen an den lehrgangsmäßigen Berufsschulen – nicht aufgetragen werden.

Mir persönlich ist es aber ohnehin viel wichtiger, dass meine Kinder am Nachmittag ausgelassen spielen und sich ordentlich bewegen. Auch da hab ich niemanden geringeren als die WHO hinter mir:

Ein ausreichendes Maß an Bewegung ist eine wesentliche Voraussetzung für die Ausbildung grundlegender kognitiver, motorischer und sozialer Fähigkeiten bei Kindern und für die Entwicklung ihres Muskel-Skelett-Systems. Doch Kinder und Jugendliche sind im Alltag immer weniger körperlich aktiv, da sich das Umfeld und die Möglichkeiten für eine sichere und aktive Gestaltung von Spiel, Freizeit und Fortbewegung verschlechtert haben und Kinder ihre Freizeit inzwischen vermehrt mit sitzend ausgeübten Tätigkeiten, etwa am Bildschirm, gestalten. Ferner verbringen Kinder und Jugendliche mehr Zeit als je zuvor in der Schule oder in Tageseinrichtungen, und steigende Unterrichtsanforderungen können die für Sportunterricht und aktives Spielen verfügbare Zeit einschränken, obwohl es Hinweise darauf gibt, dass mehr Bewegung zu besseren schulischen Leistungen führen kann.
Außerdem hab ich mich heute noch mal mit der Frage befasst, was passieren könnte/würde, sollte Benjamin nächstes Jahr (oder auch in drei Jahren) umschwenken und die Schule doch verweigern:

§ 24 SchPflG Verantwortlichkeit für die Erfüllung der Schulpflicht und Strafbestimmungen

(1) Die Eltern oder sonstigen Erziehungsberechtigten sind verpflichtet, für die Erfüllung der Schulpflicht, insbesondere für den regelmäßigen Schulbesuch und die Einhaltung der Schulordnung durch den Schüler bzw. in den Fällen der §§ 11, 13 und 22 Abs. 4 für die Ablegung der dort vorgesehenen Prüfungen zu sorgen. Minderjährige Schulpflichtige treten, sofern sie das 14. Lebensjahr vollendet haben, hinsichtlich dieser Pflichten neben die Eltern oder sonstigen Erziehungsberechtigten. Sofern es sich um volljährige Berufsschulpflichtige handelt, treffen sie diese Pflichten selbst.

(2) Die Eltern oder sonstigen Erziehungsberechtigten eines der allgemeinen Schulpflicht unterliegenden Kindes sind weiters nach Maßgabe ihrer Leistungsfähigkeit verpflichtet, das Kind für den Schulbesuch in gehöriger Weise, insbesondere auch mit den notwendigen Schulbüchern, Lern- und Arbeitsmitteln, soweit diese nicht von einer Körperschaft des öffentlichen Rechts beigestellt werden, auszustatten. Ferner sind sie verpflichtet, die zur Führung der Schulpflichtmatrik (§ 16) erforderlichen Anzeigen und Auskünfte zu erstatten.

(3) Berufsschulpflichtige […]

(4) Die Nichterfüllung der in den Abs. 1 bis 3 angeführten Pflichten, hinsichtlich der Pflicht zum regelmäßigen Schulbesuch jedoch erst nach erfolgloser Durchführung der Maßnahmen gemäß § 25 Abs. 2 bis 6, stellt eine Verwaltungsübertretung dar und ist von der Bezirksverwaltungsbehörde mit einer Geldstrafe bis zu 440 €, im Fall der Uneinbringlichkeit mit Ersatzfreiheitsstrafe bis zu zwei Wochen zu bestrafen.

Jo, mei…

Nächstes Jahr glaub ich noch nicht so dran, aber wenn Constantin in 15 Monaten dann zu Hause bleibt während Benjamin in die Schule gehen müsste, könnte ich mir vorstellen dass die erneute Abmeldung ein  Thema für ihn werden könnte.

Ich wünsche ein schönes Pfingstwochenende
Alles liebe

Benutze Karotte mit Messer und Bohrern! – oder: Wie baut man eine Flöte in wenigen Minuten?

Ja! Ganz recht man braucht eine Karotte, ein Messer und 2 verschiedengroße Bohrer. 

Zu erst kürzt man die Karotte auf die gewünschte Länge (beide Stücke werden benötigt).

Dann nimmt man den größeren Bohrer und bort der Länge nach in die Karotte, .. 

…so dass man sie in der Mitte aushölt. Wir durchstoßen die Karotte nicht.

Ist das geschehen wird ein Schnitz – nahe der Mundöffnung (dort wo man hinengebort hatte) ausgeschnitten. 

Mit dem kleinen Bohrer kann man nun von oben/außen in die hohle Mitte hineinboren. 

Zuletzt schnitzt man das zu allererst abgeschnittene Stück Karotte so rundherum ab dass ein kleiner Zylinder entsteht den man in die Bohrung schieben kann. 

Eine Seite flacht man ab und schiebt den Zylinder so hinein dass die flache Stelle oben ist. Das Anschrägen des Mundstücks ist Optional, macht es aber einfacher. 

Fertig ist die Flöte!

Viel Spaß beim musizieren. 

Bald ist das erste Schuljahr um. Zeit für eine Zwischenbilanz 

Vor bald einem Jahr wurde Benjamin beim Stadtschulrat für Wien, vom Schulbesuch zum häuslichen Unterricht abgemeldet. In zwei Monaten ist es nun so weit: Benjamin wird dann zu seiner ersten ExternistInnenprüfung antreten müssen. Der heutige Frühlingsbeginn ist deshalb ein guter Zeitpunkt um das letzte Jahr etwas Revue passieren zu lassen.

Benjamin hat ganz ungezwungen in dieses Schuljahr gestartet. Er hat vermehrt zu malen begonnen, interessierte sich aber nicht fürs lesen, schreiben oder rechnen – und das blieb auch vorerst so. Ich muss zugeben, dass mich das in Anbetracht der bevorstehenden Prüfung, durchaus in Panik versetzt hat. Vor allem auch deshalb weil Constantin – mit seinen gerade eben 5 Jahren – quasi das Paradebeispiel für selbstbestimmtes und selbstorganisiertes lernen ist. Eben so selbstverständlich wie Benjamin malte, lernte Constantin lesen.  Ich war also verleitet anzunehmen, dass Benjamin das in der Form vielleicht einfach nicht kann und die ließ mich von meinen Gefühlen hinreißen mich mit ihm hinzusetzen und Schulstoff zu lernen anstatt zu erkennen das malen für ihn gerade wichtiger ist – selbst wenn es kein Gewicht im Lehrplan hat. Das allerdings führte sehr bald dazu, dass Benjamin schon komplett abblockte und wütend wurde, wenn man seine Bücher nur in die Hand nahm um sie wo anders abzulegen. 🙈 Er verweigerte sich komplett und flüchtete sich  – wie Sarah Lesch es in Testament so schön und treffend formulierte – in Kunst oder (bzw. Bei uns: und) Konsum.  Jedes Mal wenn man ihm etwas abverlangte, begann er zu malen oder parkte sich vor dem Fernseher. 🤔

Ein Schuss in den Ofen

Da erkannte ich, dass es so auch nicht funktionieren kann. Irgendwo war der Hund drin. Peter hatte eine Woche Urlaub,  Benjamin war in der Woche darauf bei seinem Vater und danach waren die Kinder alle, einer nach dem anderen, krank. Es blieb kaum Zeit sich auf diese Problematik zu konzentrieren.

Da begann Benjamin dann damit auf seine Zeichnungen zu schreiben. Er malte ein Fahrzeug und schrieb Polizei, Kran oder Hubschrauber dazu. Plötzlich wurde schreiben interessant und er kam immer wieder zu mir, um zu fragen wie man etwas schreibt. Zwei Wochen darauf kann man ihm Wörter buchstabieren, da er die meisten Buchstaben beherrscht.

Der Druck lässt nach

Im ersten Schuljahr wird nur Mathematik und Deutsch geprüft. Constantin sticht deshalb auch so hervor, weil er sich genau bei diesem Pflichtfachstoff gerade seine Domäne gefunden hat. Das interessiert ihn, also lernt er es! Ganz selbstverständlich – ohne mein Zutun. Benjamin allerdings, war in dem Bereich einfach noch nicht so weit – unabhängig von der Tatsache dass er älter ist. Lesen und Schreiben waren für ihn einfach noch nicht so wichtig wie malen. Wenn man es aber genau betrachtet, ist das nichts Neues!

Im Jänner 2016 bei der Einschreibung in der Schule (die in Österreich notwendig ist auch wenn man seine Kinder abmelden will) sprach sich die Lehrerin, welche die Einschätzung und Beurteilung vornahm, für ein Vorschuljahr aus, weil er noch nicht so weit sein würde in der ersten Klasse zu bestehen. Die Direktorin der Schule die weder bei der Einschätzung anwesend war, noch jemals mit ihm gesprochen hatte, stufte ihn nachdem ich über den Wunsch der Abmeldung sprach, trotzdem für die 1. Klasse ein und schmetterte meine Bedenken einfach ab. Im März 2016 bei der schulärztlichen Untersuchung, meinte auch die Schulärztin das Benjamin noch nicht reif genug für die erste Klasse wäre. Ich hätte darauf bestehen müssen, dass sie das schriftlich festhält, dann hätte ich mich darauf berufen können. Stattdessen machte ich aber den nächsten Fehler und sagte sinngemäß, dass ich ihr da zustimme, aber die Direktorin meinen dahingehenden Wunsch bereits abgeschmettert hätte. Und prompt war das Thema auch da vom Tisch und die Ärztin bestätigte die Schulreife. Dass ich dagegen Einspruch hätte einlegen und auf eine schulpsychologische Beurteilung hätte bestehen können, wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht.

Ein bisschen Spannung bleibt.

Alles in allem glaube ich inzwischen schon, dass er die Prüfung vom Wissen her bestehen kann. Aber ich hätte ihm einfach gewünscht, dass er es souveräner bewältigen würde können. Dass er genug Zeit hätte, sein nun entdecktes Interesse auch noch zu festigen. Noch ist er sehr unsicher und das könnte ihm tatsächlich im Weg stehen – weil er oft gar nichts sagt, aus Angst was falsches zu sagen. Wie die Prüfung für ihn ausgeht, kann ich aus heutiger Sicht deshalb tatsächlich nicht abschätzen. Aufgrund der gesammelten Erfahrung ist es nun aber an mir keinen Druck aufzubauen um ihm in Ruhe die Möglichkeit zu geben sein Wissen zu festigen. Und festigen tut es sich am besten mit begeisterung,.. am besten im Spiel.  

Und trotzdem: Auch wenn er alles kann, bleibt möglich, dass er nicht besteht, weil er Probleme damit hat geprüft/gefragt zu werden. Denn dann blockt er ab, und dabei geht’s nicht mal um Schulstoff.. Er erzählt einem von sich aus was, aber er mag es nicht wenn man ihm zum selben Thema fragen stellt. Als Beispiel: Er kommt vom Besuchswochenende nach Hause und erzählt manchmal was er gemacht hat. Wenn man ihn aber danach fragt was er gemacht hat, dann sagt er garantiert nichts. Es kann sein dass er nächstes Jahr in die Schule gehen muss. Deshalb stehen im Frühling und Sommer nun wieder vermehrt Ausflüge an, im Augenblick würde es mir tatsächlich widerstreben einen – im Falle des Falles – angeordneten Schulbesuch zu verweigern. Aber… Wer weiß ob es überhaupt notwendig werden würde, also lassen wir es erstmal auf uns zukommen.
Bis dahin, alles Liebe