Verbindungen stärken durch gemeinsames Spiel [Bindungsförderung]

Hallo meine Lieben!

An diesem Samstag vormittag biete ich einen kurzen Überblick über Bindungsspiele. Beschreibe die Merkmale von Bindungsspielen und was sonst noch wichtig ist:

Ich denke uns ist allen klar warum eine gute Bindung(-spiele) wichtig ist. Aber trotzdem nochmal zusammengefasst:
*weil sie die dazu beitragen können die Eltern-Kind-Bindung zu stärken – was sich vor allem in Krisensituationen auswirken wird.. was gleichermaßen für eine Krise im Kindergartenalter aber auch für jene die im Teenageralter oder später durchlebt werden müssen, zutrifft. Zu Erleben was es bedeuted einen sicheren Hafen zu haben in den man bei schlechtem Wetter einkehren kann, macht Menschen Unabhängiger und nicht Anhänglicher.
*weil sie zum emotionalen Wohlbefinden beitragen aber auch
*weil sich Humor und Lachen nachweislich positiv auf die Gesundheit auswirken
*weil sie helfen können Vertrauen, Empathie, Selbsbewusstsein, Sicherheit, Geben & Nehmen, Freude und Humor weiterzuentwickeln
*weil Lachen im Zentrum steht und einen Niederschwellige Zugangsmöglichkeit bietet

Merkmale von Bindungsspielen:

Bindungsspiele…

*sind interaktiv und können von jedem, überall und zu jeder Zeit gestartet werden.
*sind Spiele bei denen das Lachen (aber niemals Auslachen!) im Mittelpunkt steht.
*sind gratis aber nicht umsonst!
*fördern die Kooperationsbereitschaft
*helfen Stress und Anspannung abzubauen
*spielen die meisten automatisch ohne um die Bedeutung zu wissen.

*sind nicht aggressiv
*sind nicht belustigend
*sind auch nicht belehrend oder korrigierend
*sind niemals wettbewerbsorientiert
*oder fix reglementiert – dh Regeln können sich von Heut auf Morgen ändern
*sind keinesfalls übergriffig – für den Vertrauensaufbau und die Sicherheit sind Grenzen zu wahren, psychische wie physische
*und dienen nicht der Ablenkung – also werden optimalerweise nicht anfangen wenn das Kind weint und sich nicht beruhigen lässt.

Bevor ich aber in dieser Rubrik beginne Spielideen vorzustellen auf die all das zutrifft – nehmen wir uns Zeit zur Reflektion:

Da wir mit Kindern – unreflektiert, dh wenn wir uns nicht bewusst dazu entscheiden es anders zu machen – so umgehen, wie mit uns ungegangen wurde, lohnt es sich zu Hinterfragen welche Erfahrungen man selbst überhaupt gemacht hat!

Klärt für euch selbst, mit eurem Partner, mit einer Freundin oder einem Familienmitglied (das am Besten nicht umbedingt die eigene Mutter, oder der eigene Vater ist) einige Fragen (diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit sondern bietet nur Denkanstöße – sprecht einfach über das Thema)

*Was war als Kind dein Lieblingsspielzeug?
*Welches dein Lieblingsspiel?
*Mit wem hast du gespielt? Und wie ging es dir dabei?
*Gibt es ein Spielzeug dass du umbedingt haben wolltest aber nie bekommen hast?
*Wie ist es dir gegangen wenn du bei spielen gewonnen/verloren hast?
*Wurdest du wegen dem (mit) was du spielst oder wie lange (im Bezug aufs Alter) du gespielt hast jemals kritisiert?
*Wie geht es dir dabei wenn du dein Kind spielen siehst? Genießt du es zuzusehen, oder bist du genervt weil es dich permanent auffordert mitzuspielen oder immer dasselbe Spiel spielt? Wünscht du dir es würde öfter alleine Spielen oder dich öfter mitspielen lassen? Wie geht es dir damit wenn dein Kind immer gewinnen will, schummelt oder eigene Spielregeln erfindet? Kannst du mit dem Spielzeug dass dein Kind sich aussucht etwas anfangen?

*Würdt ihr euch diese Erfahrungen für euer Kind bzw. eure Kinder auch wünschen? Was davon nicht – und warum?

Ich denke damit hätten wir alle erstmal eine Weile genug zu tun. 😀
Also stellt euch die Fragen, sprecht darüber mit anderen
Vielleicht überrascht euch ja was Sie zu Tage fördern.

Nächste Woche geht es dann ab hier weiter..
Bis dahin alles Liebe

Victoria

Wochenrückblick – der Erste [KW48]

Hallo meine Lieben!

Heute an diesem 1. Sonntag im Dezember möchte ich eine Neue Rubrik einführen. Der Wochenrückblick. Ich werde im Rahmen dieses, einmal pro Woche für euch und auch uns zusammenfassen, was wir so gemacht, erlebt und erlernt haben.

Ich starte dabei zwar mit einer der denkbar ungünstigesten Wochen überhaupt – aber ich habe mir geschworen wieder mehr zu schreiben – also müssen wir da jetzt einfach gemeinsam durch. 😉

Kurz zusammengefasst kann man über diese Woche eigentlich nur eines sagen: Willkommen in der Quarantäne.
Die ersten beiden Magen-Darm-Kandidaten haben es hinter sich und den Virus auskuriert – wir warten jetzt also ab, ob es weiter um sich greift – und wenn ja, wen es als nächstes erwischt.

Deshalb ging die Woche „schultechnisch“ eigentlich nicht viel weiter – abgesehen von der Tatsache, dass die Großen dazu aufgefordert waren und wurden nun in weiteren Bereichen selbstständiger zu sein.

Konkret geht es dabei darum, Aufgaben des täglichen Lebens die bisher ich übernommen hab, nun selbst zu erledigen. Wer dafür Inspirationen braucht, welche Aufgaben das sein können und wie man das umsetzen kann, wird mit dem Begriff „Aufgaben den täglichen Lebens Montessori“ auf Google oder Pinterest schnell fündig.

Ich hab also ein leeres gereinigtes Marmeladeglas aus der Küche, ein paar Zungenspartel aus dem Bastel-/Geländebauregal und die Stifte aus meinem Federpenal mit einigen ausgewählten „Daily Quests“ kombiniert und so entstand: das Quest-Glas.

Das Quest-Glas enthält farblich markierte, beschriftete Zungenspartel.
Jeder Spartel steht für eine Queste, jede Farbe für die Altersgruppe (Rot geht für alle; Blau ab 3 Jahren; Grün ab 6). Quests wie zum Beispiel

  • Lilly füttern (Hund)
  • gieße die Pflanzen im Erdgeschoß
  • putze den Spiegel
  • deck den Tisch
  • Fische füttern
  • Ordne ein Fach deines Kleiderschranks
  • sammle alle Bücher ein
  • Socken sortieren

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Was erledigt ist, kommt in ein zweites Glas. Zurück ins erste wird nur das sortiert, was auch anfällt.

Es gibt keine Belohnungen wenn sie gemacht werden, und keine Bestrafungen wenn nicht. Ich weiß, dass Sie selbstwirksam sein wollen, und das empfinden sie bisher jedenfalls schon als „Belohnung“ genug. Da braucht es keinen Bonus extra. Ich mein, wer kennt das nicht? Das Gefühl wenn ihr ein Ziel welches ihr euch gesetzt habt, auch erreicht habt. Das ist wunderbar – das will man rausposaunen und genießen! Und genau darauf spekuliere ich auch mit diesem Glas.

Sie haben es jedenfalls begeistert angenommen – vor allem Lilith, die von sich aus schon seit Monaten immer wieder nach „Aufgaben“ fragt, welche sie übernehmen dürfe/könne – und sich sogleich hineingestürzt. Und ich, konnte ein paar einfache Aufgaben abgeben.

Ursprünglich ging es zwar bloß um diese Woche aber ich denke das bleibt jetzt doch erhalten.

Alles Liebe und bis nächsten Sonntag!

Victoria

Demnächst gehts offiziell auf ins 2. Schuljahr

Nächste Woche ist der offizielle Start von Benjamins 2. Und Constantins 1. Schuljahr.

Die Optimalanforderungen für das zweite Schuljahr (Grundstufe I = 1. + 2. Schulstufe) findet ihr hier: > Österreichischer Lehrplan. Prinzipiell ist das der Orientierungspunkt.

Die Minimalanforderungen um das zweite Schuljahr zu bestehen sind den Angaben der Prüfungsschule zu Folge für die zweite Klasse Volksschule:

Deutsch:

  • Schreiben/Lesen: Buchstaben und Ziffern in einer der österreichischen Schulschrift (=Schreibschrift) angenäherten Form schreiben, Ansätze einer geläufigen Schrift Lesen und Schreiben in Gemischtantiqua als auch in Schreibschrift; Lesen und Schreiben einfacher Texte (Ansage) Bildgeschichte: Erkennen der richtigen Handlungsabfolge
  • Rechtschreiben: Namenwörter, Satzschlusszeichen (Punkt, Fragezeichen, Rufzeichen); Wörterbucharbeit (Beherrschen des Alfabets)

Mathematik:

  • Orientierung im Zahlenraum 100
  • Erkennen, Benennen, Ordnen, Zuordnen der Zahlen von 1 bis 100
  • Plus- und Minusrechnungen im Zahlenraum 100 mit Zehnerüber- und unterschreitung
    (z.B.: 26+35= , 7218=)
  • Malreihen: 1×2, 1×3, 1×4, 1×5, 1×6, 1×10
  • Rechnen mit Geld, Maße: m – cm, Liter, Kilogramm; Tag/Stunde/Minute..
  • Einfache geometrische Figuren , Flächen, Körper

 

Sachunterricht:

Sachkundemappe des Kindes auf einfachem Niveau (z. B. Bildersammlungen zu div. Themen: Tiere, Natur, Berufe, Sport,„Von früher..“, etc.), Liedermappen, kleine Auswahl an Zeichnungen, eventuell kurze Geschichten, Werkstücke aus dem textilen und technischen Bereich.

Informationen zum Ablauf der Prüfungen für die 1. bis 4. Volksschule (Beispielhaft! – gilt nämlich ausschließlich für die Schule in der meine Kinder zur Prüfung angemeldet sind. Da jede Schule ihr eigenes Konzept dafür haben darf, informiert ihr euch über die Prüfungsmodalitäten an eurer Schule am besten gleich im Direktorat):

  1. Gemeinsamer Start mit Kindern, Eltern, Lehrern:Die Kinder haben hier die Möglichkeit ihre vorbereiteten Darbietungen (Musikstücke mit mitgebrachten Instrumenten, Lieder, Gedichte, Theaterstücke…)zu präsentieren. Danach teilen sie die Kinder in 2 Gruppen.
  2. Mündlicher Teil:Kleingruppe:Die Kinder stellen von ihren mitgebrachten Materialien in Werken, Zeichnen oder Sachunterricht eine „Lieblingssache“ vor. Die übrigen Materialien werden während der Prüfungszeit mit den Kindern angeschaut und besprochen;Präsentation eines Sachunterrichtsthemas (kann freiwillig auch vor der Kleingruppe stattfinden)
  3. Schriftlicher Teil:Differenzierte Arbeitsblätter für die jeweilige Schulstufe in Deutsch und Mathematik.

Wissenswertes rund um die Prüfung vor Ort:

  • Das zu prüfende Kind muss persönlich anwesend sein!
  • Prüfungsgegenstände (1. – 4. Volksschule) sind: Deutsch/Lesen/Schreiben, Mathematik, Sachunterricht, Musikerziehung, Bildnerische Erziehung
  • Zur Prüfung sind unbedingt alle relevanten Arbeitsunterlagen des Kindes aus den letzten Monaten mitbringen: Bücher, Hefte, Projektmappen, Zeichnungen, Werkstücke, Fotos, Dokumentationen (dafür war diese Website gedacht 😉 ), …
  • Grundlage und Bezugspunkt ist der österreichische Volksschul-Lehrplan.
  • Bei Unklarheiten oder im Falle einer drohenden negativen Beurteilung wird der Vorsitzende der Externistenprüfungskommission beigezogen.
  • Die Anwesenheit von Eltern oder anderer Begleitpersonen bei der Prüfung ist nur in Einzelfällen möglich. Man bemüht sich um eine entspannnte Prüfungssituation.

Ich wünsche euch allen alles Liebe
und ein entspanntes zweites Schuljahr

PS: Wissenswertes: Noch bis zum  31. 08. 2018 ist das Einbringen der Anzeige beim Stadtschulrat zur Abmeldung zum häuslichen Unterricht für das Schuljahr 2018/19 möglich. 

Die Voraussetzungen erfüllen

..zu wollen ist manchmal schwerer als man meinen mag.

Ich hab – knapp aber freundlich – die Schulreifebestätigung von Constantin nachgefordert. Bin auch nicht darauf eingegangen, dass diese bei den Zusageunterlagen nicht dabei war. Pflegte bis heute eine gute Kommunikation mit der Direktorin der Einschreibungsschule persönlich, telefonisch und per Mail.

Habe eine Bestätigung gefordert die mir ohne wenn und aber zusteht. Aber nein.. erst werd ich angerufen muss mich rechtfertigen dass ich den Wisch für den Stadtschulrat brauche und dann auch nochmal dafür den häuslichen Unterricht in Betracht zu ziehen.

Arg.. zack.. kaum sagt man „häuslicher Unterricht“.. ist man offenbar unten durch. 😂

Ich weiß genau dass das bei anderen hUlern nicht so rennt! Warum hab ich immer das Pech mit denen?

Aber ja. Einer der Gründe für den häuslichen Unterricht war ja immer, dass wir mit den hiesigen Schulen eben wegen ihrer Beschränktheit (Lehrplan, Offenheit,..) nicht klar kamen.

Bin gespannt was sie mir nun also schickt.. noch wart ich ja immer auf den Wisch.

Liebe Grüße und schönes Wochenende

zweites „Schulkind“ – oder: Zurück zum Start

Kurz vorweg wegen der Nachfragen

Nachdem ich mit einem positiven Schwangerschaftstest für Wunschkind 6 ins heurige Jahr gerutscht bin, kam Mitte Februar dann der Klatscher auf den Popsch.. als es uns leider verließ.

Soviel zu mir.

Constantin

Im Januar diesen Jahres ging es auch für Constantin zum verpflichtenden Schuleinschreibungstermin in eine örtliche öffentliche Volksschule. Diesmal – aufgrund unserer Erfahrungen bei seinem älteren Bruder ( wir erinnern uns ) – haben wir uns allerdings für eine andere entschieden.

Schuleinschreibungen sind von Schule zu Schule unterschiedlich. Waren bei Benjamin vor zwei Jahren einige andere Kinder auch anwesend, wurde Constantin heuer alleine beurteilt. Da er bereits lesen und rechnen kann, und auch keine Scheu hat das zu zeigen, war von vorn herein klar wie er eingestuft werden würde.

Die Schulärztliche Untersuchung einige Wochen später änderte erwartungsgemäß auch nichts.

Wir haben jetzt von der Anmeldungsschule die Platzzusage erhalten. Leider war auch heuer keine Schulreifebestätigung bei den Unterlagen dabei und ich muss diese wieder extra Anfordern. Das werd ich demnächst machen. Dann geht es wieder zum Stadtschulrat für Wien zum Zwecke der Abmeldung vom Schulbesuch.

Benjamin

Benjamin geht nun fast ein Jahr in die Schule. Seine Begeisterung hält sich in Grenzen, wobei es jetzt auch wetterbedingt wieder viel besser geworden ist, als es noch vor zwei Monaten war. Im Winter hab ich öfter mal hier oder da einen Tag oder zwei daheim lassen wenn ich gemerkt gab dass der Druck der auf ihm lastet zu groß war. Insgesamt (und inkl. Krankheiten) kommt er auf 23 Fehltage bis jetzt.

Benjamin hält „in die Schule gehen“ für seine Pflicht. Welche aber mit seiner Anwesenheit. Auch wenn man es ihm in der Schule weiß machen will gehören für ihn (und mich) Hausübungen da nicht dazu. Hausübungen erledigt er nach eigenem Ermessen. Was bedeutet er schreibt meistens die in Mathe, manchmal die in Deutsch aber in Deutsch nur jene, die mit kreativem Schreiben zu tun haben. Seitenlanges wiederholen von Einzel- oder Doppelbuchstaben oder einzelnen Wörtern lehnt er prinzipiell ab.

Weil das aber von ihm verlangt wird und der Druck der auf ihm lastet nun schon ziemlich groß geworden ist, bin ich Anfang dieser Woche vor die Klassenlehrerin, die Vertrauenslehrerin und die Direktorin vorgrladen worden, weil Benjamin einerseits die Hausübungen nicht bringt und anderseits auch den Unterricht (also den Deutschunterricht) verweigert. Er setzt sich zum Beispiel unter den Tisch und blockt komplett ab wenn man ihn anspricht.

Darauf angesprochen sagte ich dass der Druck der auf ihm lastet einfach zu groß ist und man darüber nachdenken müsse wie man ihn von ihm nehmen kann. Mein Vorschlag war es die Hausübungen einzuschränken oder am besten gleich ganz zu streichen. Während die Vertrauenslehrerin und die Direktorin sich das – in Anbetracht der Auswirkungen die bei ihm sichtbar sind – gut vorstellen konnten. War seine Lehrerin fest davon überzeugt, dass dies keine Option sein kann. Davon würde er nichts haben, im Gegenteil es würde ihn nur zurück fallen lassen und sie kann das nicht guten Gewissens für ihn einrichten. Weil er das üben wund wiederholen dringend benötigen würde. Dass er ohne Hausübungen den Anschluss verlieren würde.

Mir wurde außerdem empfohlen ihn für die Hausaufgaben auszulagern, so dass er 4 mal die Woche eine Stunde bei irgendwem anderen sein sollte als bei mir, damit er seine Hausübungen machen kann. Natürlich ganz ohne Wertung. Und nur in meinem Interesse *haha*.. um mir den Stress zu nehmen.

Zum Abschluss haben wir einen erneuten Termin ausgemacht fürs Ende derselben Woche – an dem Benjamin dann auch teilnehmen sollte.

Ich ging also am Montag heim und sah mir die Fakten an.

Ich weiß,…

  • dass Benjamin mehr kann als er in der Schule zeigt.
  • dass der Druck auf ihn irrsinnig groß ist und er wirklich gestresst ist.
  • dass Benjamin es als demütigend empfindet in der Schule ohne Hausübung da zu stehen.
  • dass mir spielen am Nachmittag für Benjamin um einiges wichtiger ist als die Schule auf den Nachmittag auszuweiten, weil ich weiß dass er das Spielen zum Stressabbau braucht.
  • dass Schule für ihn Stress bedeutet – aber nicht prinzipiell .. sondern nur dort wo dieser Druck herrscht (nämlich vor allem in Deutsch).
  • dass es nicht tragbar ist ihn bei Hausaufgaben 2 oder gar 3 Stunden begleiten zu müssen, bis er es abschließt, weil ihm jede Ablenkung willkommen ist.
  • dass die Lehrerin einer Streichung oder auch nur einer Reduktion der Hausübungen nicht zustimmen wird.

So weit, so … *hmpf*

Was also tun mit einer Lehrerin die auf ihre Hausübungen versessen ist?

…und zwar auch alle die jemals ausgelassen wurden🙈 Er hatte also zeitweise bis zu 30 Aufgaben (doppelseitig A4 bedruckt) offen (es bekommt täglich 2 solcher Seiten).

In der Vergangenheit haben wir, wenn zu viel zusammengekommen ist, Constantin und Lilith um Unterstützung gebeten.

Lilith übernahm die Ausmalaufgaben. Und Constantin und Benjamin arbeiteten mit meiner Unterstützung an den übrigen Hausübungen.

Aber eines ist für mich klar: das sollte kein Dauerzustand sein, denn Constantin ist mit dem Stoff unterfordert. Außerdem denke ich mir, wenn ich Constantin daheim derartig verschule ich ihn ja gleich in die Schule stecken könnte. Und das wollen wir nicht.

Jedenfalls hatte ich eine mögliche Lösung für uns gefunden und diese Woche auch auch entsprechend gehandelt.

Reflektion am Freitag

Heute war nun das oben erwähnte zweite Gespräch- bei dem wir Großen erst 20 Minuten ohne Benjamin sprachen und ihn dann später nach seinem Schulschluss hinzu holten.

Jedenfalls nahmen wir (noch ohne Benjamin) wieder alle im Büro der Direktorin Platz und sowie sie saß – platzte es freudestrahlend aus seiner Lehrerin heraus. „Haben Sie was zu Hause verändert? [Ich nicke stumm] Muss so sein. Benjamin ist wie ausgewechselt, offen, entspannt, aufnahmebereit.. “ Sie schlussfolgerte jedenfalls voller Genugtuung, dass die Erledigung der Hausaufgaben ihn nun auf den richtigen Weg bringen würde. Einzig bei der Leseaufgabe kam sie mir entgegen. Ich bat nämlich darum, dass wir in unseren eigenen Büchern weiter lesen dürfen und nicht die Schulbücher nutzen müssen. Darauf ließ sie sich zum Glück heute ein.

Das übrige Gespräch ist jedenfalls wegen meiner bewussten freundlichen Zurückhaltung zwar einseitig, aber sehr entspannt, denn ich nicke und grinse vor mich hin.

Mein Weg .. war simpel.

  • Sie will die Hausübungen
  • er soll sie nicht machen, weil es ihm ganz offensichtlich schadet (weiteter Stress und fehlende Zeit für den ohnehin notwendigen Stressabbau)..
  • Also mach ich sie.

Ich schreibe mit meiner linken Hand ungefähr genau so grobschlächtig wie mein linkshändiger Sohn 😂🤣 und mich kostet es fünf Minuten die Hausübungen zu erledigen.

Jedenfalls ist er am Nachmittag entspannt, kann seiner Lehrerin am nächsten Tag aber trotzdem eine gemachte Hausaufgabe vorlegen und das wirkt sich auch in der Schule aus. Also. Nicht die gemachte Hausübung, sondern vielmehr das Ausbleiben der allmorgendlichen Demütigung, weil ihm die Hausübungen fehlen. Er versteckt sich in der Schule nicht mehr unter dem Tisch und macht mit, außerdem redet auch morgens nicht davon gar nicht erst hin zu wollen.

Ich habe Recht!

Was Benjamin angeht. Das musste jetzt mal raus. Sorry. Auch wenn’s unsympathisch rüber kommen sollte..

Gleich nochmal: Ich habe Recht!

Druck weg! Bedeutet eben auch Luft zum Atmen zu haben. Und mein Ansatz funktioniert für ihn.

Wie kams?

Vor etwa einem Jahr erwähnte eine gute Freundin von mir beiläufig, dass sie gerade abgelenkt wäre, weil sie noch schnell die Hausübungen für ihren Sohn erledigen würde.

Ich war ganz offengestanden mehr als nur perplex das zu hören. 😵 Ich diskutierte das thematisch sogar in einem Forum und war fest davon überzeugt dass dieses Vorgehen einfach nur falsch ist.

Ich versteh euch also vollkommen, wenn es euch jetzt ebenso geht.

Ich kenne jedenfalls inzwischen ein Dutzend Mütter die es ebenso halten wie ich und die Hausaufgaben für ihre Kinder schreiben um ihre Kinder zu entlasten. Traurig dass dies überhaupt notwendig ist.

Erst kürzlich gelesen: Umfrage: Eltern beklagen zu viel Schulstress ihrer Kinder (Die Welt)

Und im gleichen Atemzug

Nein.. Eltern die die auf die Bedürfnisse ihrer Kinder achten und schauen, dass ihre Kinder ohne gröberen Schaden durch die Schule kommen, sind nicht das Problem in unserem Schulsystem.

Alles Liebe und schönes Wochenende 🤗

Der Winter

Hallo meine Lieben. 

Ich melde mich.

Wie gewünscht.

Ich bin wirklich eine miese Bloggerin was Kontinuität angeht. 😅 Entschuldigt. 

Ich möchte euch aber allen einen guten Rutsch wünschen.

Und jetzt möcht ich ein wenig darüber schreiben warum ich so abwesend bin. 

Zum einen hatte mein Mann Ende Oktober Urlaub. Und an seinem ersten Arbeitstag nach dem Urlaub hat er gekündigt, weil er mit der Firmenpolitik schon seit geraumer Zeit nicht mehr einverstanden war. 

Aber da standen wir nun – 7 Personen, ohne genau zu wissen wie wir uns in Zukunft finanzieren werden können. Für uns, die wir nicht gar so minimalistisch unterwegs sind wie andere Freilernerfamilien, ist das Einkommen doch schon ein wichtiger Faktor. Für mich war diese Phase sehr belastend. Auch wenn ich eigentlich weiß, dass mein Mann keine Probleme dabei hat, gute Angebote zu bekommen. Übermorgen endet sein Vertrag. Seit Mitte Dezember ist er daheim in Zeitausgleich. In der Woche drauf war die Jobzusage für den neuen Job da. Insofern war also Entspannung angesagt – und ist es noch denn er beginnt erst in der 2. Jännerwoche. 

Trotzdem bin ich insgesamt genervt. 

Ich mag den Winter nicht so. Ich tu mir schwer damit raus zu gehen weil mich die Kälte so furchtbar müde und träge macht. Egal wie gut ich angezogen bin, egal wie gut ich ausgeschlafen bin, egal wie fit ich bin, egal wie ausgewogen meine Ernährung ist. Die Kälte zehrt an mir. 

Auch bin ich – ich sags ganz offen – eine Linke. Und zwar politisch gemeint. Ich hadere ganz offen mit all den Plänen unserer ach so grandiosen Regierung.

Nach der Wahlergebnis und vor allem nach dem was bisher im Regierungsprogramm steht, mag ich einfach nicht mehr diskutieren. 

Ich hab das jahrelang gemacht und diskutiert und dagegengehalten und ich mag grad einfach nicht mehr. Ich bin grad verdrossener als ich sein sollte. Ich weiß. Ich hoffe ich finde mit den ersten warmen Sonnenstrahlen in einigen Wochen wieder zu neuer Stärke. 

Denn Resignation ist keine Option! Aber ich muss mich erst sammeln. 

Ende Jänner ist der Tag der Tage im Bezug auf Constantin. Seine Schulreifefeststellung. Wir gehen mal davon aus, dass er Schulreif ist 😂 und auch Schulreif geschrieben wird. Spätestens dann hört ihr ohnehin wieder von mir. Und dann beginnt auch bald wieder das Abmeldeprozedere und, und, und… 

Bis dahin, alles Liebe. 

Ich wünsche euch einen guten rutsch ins neue Jahr – kommt gut rüber. 

Geplante Änderung: Schulnoten in Österreich 

Praktisch gerade erst von SPÖ und ÖVP beschlossen, war die Möglichkeit des Verzichts auf Schulnoten in den 1.-3. VOLKSSCHULKLASSEN (Grundschule). 

Konkret hieß das, dass wenn ein/e LehrerIn sich dazu bereit erklärte auf Noten zu verzichten, und 2/3 der Eltern in der Klasse dem Wunsch folgten, eine alternative Beurteilung erfolgen durfte. Und zwar nur dann. Macht die Lehrkraft nicht mit, stellt sich die Frage nämlich gar nicht. 

Bevor diese Reform damals durchging, hatten bereits 2000 aller 3000 Volksschulen in Österreich diese Möglichkeit im Rahmen eines angemeldeten Schulversuchs wahrgenommen. Durch die Gesetzesänderung war von nun an die Anmeldung eines Schulversuchs nicht mehr notwendig. Auch konnten einzelne KlassenlehrerInnen diese Option nun für sich wahrnehmen, während andere Klassen in der Schulgemeinschaft weiterhin auf althergebrachten Pfaden wanderten… Weil man das ja immer schon so gemacht hatte. 

Die zukünftigen Koalitionspartner einigten sich nun darüber, dass die Notenvergabe in den untersten Schulstufen in Zukunft wieder Pflicht wird. 

Und nun stellt sich die Frage wem sie damit dienen? 

Wenn die Mehrheit der Schulen dieses System nicht mehr für angemessen halten und sich auch die Mehrheit der Eltern per Entscheidung dagegen ausspricht (denn es braucht wie gesagt 2/3 der Eltern zur Zustimmung) warum kommt dann – in einem demokratischen Land wie unserem – das Diktat von oben und widerspricht kategorisch dem, was quasi an der Basis bereits demokratisch entschieden ist… 

Dass man dann als Partei die immer wieder nach direkter Demokratie ruft, in Zukunft gar nicht erst von dem Thema anfangen sollte, versteht sich hoffentlich von selbst. 😡 

Bis zum nächsten mal. 

Alles Liebe.