Dieser Karton hängt im Eingangsbereich der Prüfungsschule und gibt einen groben Überblick.

Unser zweiter Sohn, Constantin, hatte Mitte Mai 2019 seine Externistenprüfung über den Stoff der ersten Volksschulklasse.

Wie auch schon bei Benjamin waren wir in der integrativen Lernwerkstätte Brigittenau in Wien angemeldet. Vermutlich, leider, zum letzten mal. Siehe dazu den Artikel über die Prüfungsschulen. Ich (heut schreibe mal wieder Peter) war zum ersten Mal in der ILB Wien und… war beeindruckt.

Constantin war der erste Prüfling vor Ort. Er war ebenfalls zum ersten Mal in dieser Schule und wurde, nach dem er sich mit Vornamen vorgestellt hatte, gleich mit dem richtigen Familiennamen angesprochen. Dafür das die ExternistInnen-Koordinatorin meinen Sohn noch nie vorher gesehen oder gesprochen hat, fand ich diese Vorbereitung schon sehr Vielversprechend.

Wir wurden in ein Klassenzimmer geführt und gebeten, dort zu warten bis die Prüfung beginnt. Auch dieses Klassenzimmer entsprach so gar nicht meinen Erinnerungen. In der Klasse fand sich ein (in Zahlen: 1) runder Tisch für sechs und zwei weitere, kleinere für jeweils vier Personen. Macht also ganze 14 Sitzplätze. Zwei Wände waren mit Regalen verbaut in denen sich diverse Bücher, Zeichenmaterial und eine Unmenge an Spielen befanden. Eine Tafel gab es auch. 1 Meter hoch und 50 cm Breit, die ganz offenkundig nur der Information dient, nicht der Wissenvermittlung. Hat mir gut gefallen!

Nach und nach trafen auch die anderen ExternistInnen ein. Vor allem die älteren (3. und 4. Klasse) Kinder hatten einiges an Dokumentationsmaterial mit. Da wurden A2 Zeichnungsmappen hereingetragen, Plastikboxen mit Holzbastelein, Taschen voller Leinwände, Musikinstrumente usw. Da viele Kinder nicht nur ihre Eltern mitgebracht hatten, sondern auch noch die Geschwister, war der Raum bald gut gefüllt. Wir wurden 15 Minuten vor dem Prüfungstermin aufgefordert das mitgebrachte Material, bei uns ein Federpinal und eine Portfoliomappe, in den Prüfungsraum zu bringen. Danach begaben wir uns wieder in den Warteraum.

Pünktlich begannen die Vorführungen der Kinder. Es wurde getanzt, musiziert und Gedichte vorgetragen. Dadurch – und durch die mitgebrachten Schaustücke, können die Kinder ihre Fertigkeiten in den Nebenfächern wie Musik, Zeichnen und Werken unter Beweis stellen. Die anwesenden Lehrkräfte machten sich Notizen dazu. Über eine Auswirkung kann ich nichts sagen, da diese Punkte in der ersten Klasse nicht gewertet werden. Wir mussten eine Portfoliomappe mitbringen, in der Constantin neben A4-Plakaten zu seinen Interessensgebieten Dinosaurier und Wale, Zeichnungen, Fotos, Eintrittskarten und Ähnliches gesammelt hat. Über diese Dinge sollte er dann etwas erzählen können. Das soll dem Prüfer einen Eindruck davon vermitteln ob das Kind Interessen entwickelt und sich damit auch auseinander setzen kann – außerdem wird dadurch auch die soziale Kompetenz der Kinder überprüft. Die Prüfung selbst erfolgt in erster Linie schriftlich, in unserem Fall drei Seiten Mathematik und drei Seiten Deutsch. Die Fragen über das Portfolio kommen nach der Abgabe der schriflichen Prüfung. Bei der Prüfung selbst war Constantin zusammen mit den anderen Prüflingen in einem eigenen Klassenzimmer. Eltern und Angehörige warten einstweilen im Warte- bzw. Vorführraum. Da sich die meisten Freilerner mehr oder weniger gut kennen ist die Wartezeit aber kurzweilig. Ich persönlich fand den Austausch mit anderen Eltern und deren Methoden und Ansätzen sehr interessant. Der Lehrnbegeiter hat Constantin nach seiner Prüfung persönlich zu uns gebracht und ihn mit den Worten „alles perfekt, sehr Gut“ verabschiedet. Das Zeugnis wird uns noch vorm Schulschluss mit der Post zugesandt. Alles in Allem ein sehr angenehmes, ruhiges Umfeld, das gut dazu geeignet ist den Kindern eventuelle Ängste zu nehmen.

Ich hoffe, dass die nächste Schule in der Lage ist, gleichwertige Umstände zu schaffen.