Hallo meine Lieben

Hier und heute möchte ich auf die neuste Verordnung der Bildungsdirektion Wien näher eingehen.

Bisher war es so, dass man als ExternistIn in Österreich selbst entscheiden konnte, an welchem Schulstandort man zur Prüfung antreten will.

Das hatte den Vorteil, dass man sich die Prüfungsmodalitäten aussuchen konnte, die zu einem am besten passen. Denn jede Prüfungskommissionen konnte selbst entscheiden wie sie das Wissen der ExternistInnen prüft. Ob mündlich, schriftlich, beides, mit Hilfe der Schulbücher oder ohne, mittels Referat, Plakat, Portfolios, mitgebrachten Werkstücken oder Fotodokumentationsmappen und vielem mehr. Grundsätzlich kann man das ja auf vielfältige Art und Weise angehen.

Nun gab es bisher Schulen, die dabei mehr Engagement an den Tag legten, und andere bei denen man das schmerzlich vermissen musste. Deshalb kristallisierten sich auch bald Schulen heraus, die mit Eltern und Schülern gut kommunizieren, von Haus aus niederschwellig reichlich Informationen anboten, die Schulbücher bestellten die man haben wollte (und nicht nur die die „man schon immer bestellt hat“) und letztlich Kinder offen, freundlich und vorurteilsfrei prüften,.. während andere das nicht in dem Ausmaß taten. Dass die Kinder trotzdem die Anforderungen des Lehrplans erfüllen mussten, versteht sich von selbst.

Wir haben unsere Kinder deshalb immer an der Integrativen Lernwerkstatt Brigittenau prüfen lassen. Weil die ExternistInnen-Koordinatorin mit Herzblut bei der Sache ist, weil die Schulbücher bestellt werden die ich haben will, weil selbstbestimmtes lernen dort Schulalltag ist, weil man alle Infos über die einzelnen Prüfungen und notwendigen Formulare auf der Homepage fand, und es schlichtweg eine Schule ist in die ich meine Kinder auch geben würde.

Was für uns ein Vorteil war, war für die eingerichteten Prüfungskommissionen ein Nachteil. Weil sich an guten Prüfungsschulen Hotspots bildeten während andere nur dann gewählt wurden wenn die guten schon voll waren. Na no na ned! So waren nun auch bei Constantins Prüfung am 17. Mai wieder einige Bundesländer vertreten. Teilweise kommen die Leute aus Salzburg herüber um an der ILB Wien geprüft zu werden.

Um diesem Prüfungstourismus nun einen Riegel vorzuschieben, hat man die freie Wahl der Prüfungsschule gestrichen und die Prüflinge nun an den Wohnbezirk gebunden.

Ich hab mir 2015 – beim Tag der Wiener Schulen – die Schule in der meine Kinder von nun an geprüft werden angesehen und konnte sie damals ziemlich schnell für uns ausschließen. Nichts destotrotz: 3 + 3 ist überall 6 und wir hoffen einfach auch sonst auf ein positives, offenes Umfeld. Ich möchte wirklich ohne Vorurteile ans nächste Jahr gehen und hab mir nochmal die Homepage der Schule angesehen, welche seit 2 Jahren kein Update mehr erfahren hat, nicht mal die Termine wurden aktualisiert. Aber gut die Verordnung gilt erst ab 1 September, die Schule war bisher keine Prüfungsschule vielleicht gibt das (und die dazugehörigen Anfragen von freilernen und homeschoolern) ja dann den Anstoß da vielleicht doch noch was zu tun.

Ich hoffe es jedenfalls – sehe aber auch ein, dass wir durch die Erfahrungen mit der ILB Wien bei dem Thema wahrscheinlich seeeehr verwöhnt sind, und werd mich nun erstmal darin üben meine Erwartungen hinunter zu schrauben. Mal sehen wie gut mir das gelingt.

Die aktuelle Verordnung inkl. Liste der Prüfungsschulen 2019/20 für VS, NMS, Politechnische und Sonderschulen in Wien gibts HIER. (dropbox-Link)

Liebe Grüße

Victoria