Hallo

Ich wende mich Heute gezielt an die Männer da draussen. Seit Jahren verfolge ich durch die Erzählungen meiner Frau diverse Mami-Foren. Der rote Faden der sich durch die Erzählungen zieht, sind Männer die sich daheim so gut wie nicht am Haushalt beteiligen. Das Ergebnis sind völlig erschöpfte Frauen und Mütter die bei der Heimkehr des Mannes nur mehr unter Aufbringung aller Reserven ein „Hallo, wie war es in der Arbeit?“ heraus bringen. Denn, wenn der Herr des Hauses die Bühne betritt soll das Essen fertig sein, die Wohnung glänzen und die Kinder am Besten schon Bettfertig sein. Damit der Herr des Hauses seinen wohlverdienten Feierabend geniessen kann. Ach ja, und da wären dann ja noch das eine oder andere Bedürfnis das der beste Mann der Welt erfüllt haben will…..

Bei mir sieht das etwas anders aus. Ich arbeite im Fahrzeugbau im Lager. Wir bauen Kipper. Große. Ich habe also durchaus einen Job der körperlich fordernd ist und damit ich auch etwas Stress in meinen Tag bringe bin ich auch noch für die Materialbeschaffung einer Werkstätte zuständig die auch Fremdprodukte repariert. Schnell, natürlich. Ich fahre die meiste Zeit mit dem Fahrrad in die Arbeit, das dauert je nach Wetter zwischen 20 und 30 Minuten. Bergauf. Ich beginne normalerweise zwischen 06:45 und und 07:00 Uhr zu arbeiten. An langen Tagen habe ich bis 17:30 Uhr Dienst, das wäre dann jeder zweite Werktag, danach geht es wieder heim. Mit dem Rad. Jetzt Bergab. Gleich nach meiner Ankunft, noch bevor ich Schuhe, Jacke usw. ausziehe, bring ich den Müll weg. Das sind je nach Tagesleistung meiner Frau bis zu zwei Fuhren mit einem Fahradanhänger. Das geht aber zu Fuß. Dann wäre da noch der Hund, der muß auch ausgeleert werden. Oder so… Danach komme ich endlich dazu meine Schuhe und Jacke auszuziehen. Ich neige etwas zum Schwitzen. Ich habe also ein bis zwei nasse Schichten Kleidung an. Die muss ich los werden. Jetzt wäre es an der Zeit die kleinen Kinder, im Moment zählen dazu Anthea und Laurentin, ins Bett zu bringen. Ich also rauf in den ersten Stock, ins Bad, zwei Fläschen als Gutenachttrunk zubereiten. Wenn ich Glück habe kommen die beiden alleine rauf, wenn nicht muss entweder meine Frau oder ich tragender Weise nachhelfen. Noch schnell ein Windelcheck. Bei Bedarf wechseln. Wenn der Alexatrampel auf mein „Alexa – spiele weißes Rauschen…“ reagiert ist es schon fast ein perfekter Abend. Wenn nicht muss das meien Frau übernehmen, die hat offenbar einen besseren Draht zu ihr… So, der Geschirrspüler muss noch gefüllt werden, also sauberes Geschirr raus, schmutziges rein. Fertig.

Ahhh, Zeit zu essen. Höchstens ein- oder zweimal von schreienden Kindern unterbrochen, üblicherweise darf ich jetzt auch Antheas Windel mit dem grossen Geschäft wechseln. Nach dem Essen begeben wir uns in den Keller. Dort sind unsere Schreibtische mit Computer und Hobbyzeug. Bei mir Farben, Pinsel Figuren die der Bemalung harren, bei meiner Frau Nähmaschinen, Stoffe und Zubehör (Knöpfe und so Zeug). Jetzt können wir auch beginnen zu reden. Jeder erzählt die Highlight des Nachmittags, den Vormittag haben wir zu Mittag schon am Telefon abgehandelt. Sofern die Kinder das zulassen. Auch für den einen oder anderen Blogbeitrag ist jetzt die Zeit. Um 21.00 Uhr kehrt realistisch endgültig Ruhe ein. Meine Frau, immer noch wach und munter, nimmt an der Unterhaltung teil. so ab 23.00 geht es in Richtung Schlafzimmer. Nein, nicht zum Schlafen, schliesslich sind wir Mann und Frau, dann kann man auch andere Dinge tun. Aber darüber und wie Mann das schafft an einem anderen Tag mehr…

Ich höre schon die Fragen:“ Und was macht deine Frau den ganzen Tag?“

Naja, in der Früh Frühstück für die Kinder, dann die beiden Mädchen in den Kindergarten bringen. Jetzt ist es an der Zeit verschiedene Termine wahrzunehmen. Arzt, Behörden, Einkauf,….was halt in einem Siebenpersonenhaushalt so anfällt. Als Handicap das ganze mit zwei Kindern. Der Große ist ja in der Schule. Ah, fast vergessen. Das ganze hat natürlich ein Zeitlimit, denn um 12.00 Uhr ist die Schule aus. Spätestens um 12.20 kommt er heim. Mit den Worten:“Mama, ich hab Hunger!“ In den Chor stimmen die beiden anderen Buben sofort mit ein. Wenn sie Glück hat erklärt sich Laurentin dazu bereit wenigstens so zu tun als ob er Mittagsschlaf hält. Lernzeit, Hausübungen, Haushalt, Vorbereitungen fürs Abendessen. Sollte ich langen Dienst haben sind dann auch noch die Mädchen vom Kindergarten von ihr zu holen. Wenn ich „Kurz“ habe erledige ich das. Sollte der Tag nicht mit Wegen verplant sein wird ein Raum generalsaniert. Bei fünf Kindern und einem Hund ist das meistens notwendig. Die Hilfsbereitschafft der Kinder ist zwar teilweise Groß, das Ergebnis ihrer Bemühungen aber eher noch dürftig. Aber das wird schon. Es könnte auch noch sein das sie in einem Anfall ein Zimemr komplett umbaut (siehe andere Artikel auf diesem Blog). Das Essen bereitet sie natürlich auch zu. Je nach Gericht beginnend am Vormittag (Slowcookergerichte zB) oder auch erst wenn ich daheim bin, weil Aufwendig oder schnell, beides möglich.

Nein, ich gehe nicht in Karenz. Einfach weil wir uns das nicht leisten können. Ich verdiene spürbar mehr als meine Frau, nicht wegen einer Gehaltsschere [Anmerkung: wir haben Grundsätzlich denselben Lehrberuf: Einzelhandelskauffrau/-mann]  sondern weil ich in einer der bestzahlenden Branchen arbeite [ich KFZ, sie Handel], meine Frau hat das genaue Gegenteil. Und ganz ehrlich, ich hab den ruhigeren Job als sie daheim. Ich bin, erhlich gesagt, ganz froh das es so ist.

Also, Mitmänner, bevor ihr euch darüber beklagt dass kein Essen auf dem Tisch steht, dass die Lust eurer Frau zu wünschen übrig lässt und was euch sonst noch so Alles sauer aufstößt, überlegt einmal welche Aufgaben ihr daheim übernehmt. Und, ganz Wichtig, überlegt einmal was ihr nicht seht. Denn „Hausfrau“ ist ein ganz beschissener Job, man(n) sieht nämlich nur was nicht gemacht ist, nicht aber das was erledigt wurde. Und das ist der anstrengende Teil.

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Dark Priest