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Willkommen zum zweiten Beitrag am Spielemontag. Heute möchte ich euch ein Spiel vorstellen das mich schon seit den 80ern begleitet: Junta

Bei Junta geht es darum, möglichst viel Geld auf das persönliche Schweizer Konto zu schaffen. Dazu ist nahezu jedes Mittel recht: offene Attentate, Bestechung, Raub usw

Das Spiel findet in der fiktiven „Republik de la Bananas“ statt. Ein Spieler übernimmt die Rolle des Präsidenten. Als solcher obliegt ihm die Regierungsbildung. Er verteilt sechs Ämter unter den anderen Mitspielern. Dazu gleich vorweg: das Spiel funktioniert gut mit vier oder mit sieben Spielern, jede andere Spieleranzahl macht schon bei der Ämtervergabe Probleme. Bei vier Spielern vergiebt der Präsident an jeden Mitspieler einfach zwei Ämter. Die Ämter haben natürlich unterschiedliche Stärken und Schwächen, die aber, mit Ausnahme des Innenministers, nur im Falle eines Putsches zum Tragen kommen. Aber dazu später mehr.

Noch vor der Ämtervergabe zieht jeder Spieler zwei Politikkarten. Politikkarten beinhalten Wählergruppen, Attentäter, Sonderaktionen, Kampfgruppen für den Putschfall usw.  Wählergruppen können offen vor dem Spieler ausgelegt werden, um zum Beispiel für ein mächtiges Amt interessant zu sein, oder zurückgehalten werden um überraschend bei einem Wahldurchgang die Nase vorn zu haben. Alle anderen Kartern werden nur ausgespielt wenn sie verwendet werden.

Als nächste Aktion hebt der Präsident acht Geldscheine vom Stapel. Es gibt 1-, 2- und 3-Millionenscheine, aber nur der Präsident weiss was er in der Hand hält. Jetzt muss der Präsident einen Staatshaushalt vorlegen in dem er jedem Amt Geld oder auch nicht zusichert. Im Anschluss wird über den Haushalt abgestimmt (dafür die Wählergruppen, die unterschiedlich starke Stimmkontingente haben). Aber: es gibt immer zwei Wahldurchgänge und der zweite ist der Entscheidende (jetzt klar warum man eine Wählergrupenkarte zurückhält?). Sollte der Haushalt angenommen werden verteilt der Präsident das zugesagte Geld und streift den Rest selber ein. Sollte er nicht angenommen werden behält er sich einfach alles. Aber Achtung! Der Innenminister kann mit der Polizei das Parlament besetzen und den Staatshaushalt mit Gewalt durchsetzen. Beide Lösungen führen aber zu einem Putschvorwand!!!

Im folgenden Abschnitt wählt jeder Spieler geheim einen Aufenthaltsort (Daheim, Freundin, Hauptquartier, Nachtclub und Bank). Um Geld aufs Schweizer Konto zu bringen muss natürlich Bank gewählt werden. Blöd vor Allem, das der Innenminister in jeder zweiten Runde gratis einen Attentäter in die Bank schicken kann (Schießerei in der Bank). Sollte ein Attentäter, die anderen Spieler könenn ja den einen oder anderen durch Politikkarten bekommen, erfolgreich sein, bekommt der Auftraggeber das Geld des Opfers (es gibt einige Attentäter die andere Effekte haben) und das vakante Amt übernimmt der Schwager des Präsidenten (also der Spieler des Präsidenten), was wiederum im Falle eines Putsches drastische Auswirkungen haben kann.

Nachdem alle Spieler die die Attentäterphase überlebt haben ihre möglichen Aktionen erledogt haben (Geld einzahlen, das Hauptquartier ermöglicht einen Putschvorwand, usw) kommen wir zur letzten Phase: die Putschphase. Sollte aus irgend einem Grund ein Putschvorwand bestehen kann sich ein Spieler zum Rebellenführer erkären (oder erklären lassen) und es findet eine Auseinandersetzung um die Hauptstadt statt. Alle Ämter ferfügen von Haus aus über ein bestimmtes Truppenkontingent das sie jetzt in den Kampf werfen können, denn man muß am Putsch gar nicht teilnehmen, sondern kann ihn auch einfach aussitzen (LANGWEILIG!!!). Zusätzlich können noch andere, in erster Linie behindernde Verbände eingesetzt werden, wie zum Beispiel, streikende Hafenarbeiter, demonstrierende Studenten, ein Hubschrauber, usw.

Ein Putsch dauert immer sechs Kampfrunden, man kann sich also immer ausrechnen wohin auf der Karte man mit seinem Kontingent hin kommt. Wichtig ist aber: außer dem Präsidenten und dem Rebellenführer können alle anderen Spieler die Seiten frei wechseln, auch mehrmals. Ist halt alles eine Frage des Geldes……Achtung, Geld auf dem Schweizer Konto ist unantastbar.

Nach dem Putsch ist der Präsident entweder gestürtzt oder er bleibt weiter im Amt. Sollte er gestürtzt werden gibt es in der nächsten Runde sehr wahrscheinlich einen neuen Präsidenten. Das Kann der Rebellenführer sein, muss aber nicht.

Im Anschluss startet das ganze wieder von Vorne. Wenn der Geldscheinstapel aufgebraucht ist (ich glaube mich an 11 Runden zu erinnern) endet das Spiel und der Spieler mit dem meisten Geld in der Schweiz hat gewonnen.

Als Tipp: der Präsident hat das Geld in der Hand. Wenn man also einen Spieler zu Lange im Amt belässt kann es leicht passieren das er uneinholbar Reich wird. Also putschen so oft es nur geht!!!

Wie ihr seht, ein Spiel das selbst die besten Freundschaften auf eine harte Probe stellen kann, denn für den Sieg ist hier nichts heilig!!!!

Aber wenn alle Beteiligten das Spiel als reine Unterhaltung betrachten kann eigentlich nichts schief gehen. Mit Junta habt ihr ein Brettspiel mit viel Humor, das so manches Klischee auf die Schaufel nimmt und für viel Unterhaltung sorgt.

Seit einiger Zeit ist auch eine Kartenspielvariante erhältlich. Da ich diese aber weder besitze noch schon einmal gespielt habe kann ich darüber nichts sagen. Ich erwähne sie hier nur der Vollständigkeit halber.

Also, viel Spass in der Republik e la Bananas und viel Erfolg beim Schmiergeld kassieren

Euer Dark Priest