#aus dem Blauen gefragt: Ordnung halten?

Hallo ihr Lieben, es ist mal wieder an der Zeit eine Frage aufzugreifen.

Ich bin bei meinen zwei Kindern schon den ganzen Tag mit hinterherräumen beschäftigt,..  Wie ist das erst mit fünf?!

Vorweg werde ich hier gleich mal Entwarnung geben: Bei mir herrscht natürlich sehr wohl auch Chaos, selbst wenn die ausgewählten Bilder meist einen anderen Eindruck vermitteln und ich hab auch meine ewigen Baustellen die ich immer wieder anpacke und doch nie fertig werde.

Aber ich habe trotzdem eine Antwort denn bei den Kindern klappt es meistens – zu dieser komme ich allerdings erst später.

Am Anfang war die Ordnung

Ordnung halten setzt voraus, dass prinzipiell Ordnung herrscht. Das heißt: alles hat seinen Platz und jede(r) weiß wo der ist. Wir haben zu diesem Zweck offene Regale vom Möbelschweden für das Spielzeug und die Gewürzregale für die Bücher. Jedes Fach ist beschildert. An der Wand steht ein Teppichständer mit 3 Arbeitsteppichen die zum Spielen am Boden verwendet werden.

Arbeitsteppiche?

Die kommen aus der Montessoripädagogik. Die Arbeitsteppiche begrenzen den Spiel-/Arbeitsbereich. Das gesamte Material mit dem man sich augenblicklich beschäftigt, bleibt im Rahmen dieses Teppichs. Das hilft dabei den Überblick zu behalten und verbessert insgesamt die Konzentrationsfähigkeit. Liegt ein Teppich am Boden darf man nicht darüber laufen, sondern muss drumrum gehen, damit die- oder derjenige die/der darauf arbeitet nicht aus ihrer/seiner Konzentration gerissen wird. Allen die nicht drauf sitzen, signalisiert der Teppich nämlich, dass hier gearbeitet wird. Die Teppiche sollten möglichst einfärbig sein, damit das Material darauf klar erkennbar ist und nicht vom Teppichmuster geschluckt wird. Auf hellen Böden empfehlen sich dunkle Teppiche – auf dunklen Böden, helle.
Grundsätzlich gibt es bei uns – zumindest vorerst noch – drei Regeln im Spielzimmer.

  1. Das Spielzeug bleibt im Spielzimmer. Alles andere ist mir zu gefährlich. Ich habe praktisch ständig Laurentin oder Anthea am Arm oder im Tragetuch und bin dadurch nicht selten in meiner Sicht eingeschränkt. Und – tollpatschig wie ich bin…. 🙈
  2. Ein Spiel pro Teppich – oder – nur ein großräumiges Spielsystem.
  3. Bevor etwas neues ausgeräumt wird, muss zu erst das alte weggeräumt werden.

der Alltag mit 5 hält Einzug
Das Wochenbett ist vorbei. Peter wieder im Dienst. Das heißt er sieht die Kinder eigentlich nur am Wochenende und ich bin mit den fünfen 60-75 Stunden pro Woche allein zu Hause. Ab und zu kommt Peters Mutter zu Besuch und bleibt einen Tag von 9 bis 18 Uhr – vornehmlich um mich zu unterstützen. Sie zieht dabei die volle Aufmerksamkeit der Großen auf sich und spielt mich bei Ihnen frei. Ich darf mich in der Zeit zurückziehen um zu stillen oder zu schlafen, in Ruhe ein Bad nehmen oder ähnliches. Ich bin sehr dankbar dafür. Fakt ist aber dass die Kinder so ‚aufgedreht‘ sind, wenn sie zu Besuch kommt, dass einiges nicht so funktioniert wie es das tut, wenn ich allein bin.

Auch am Wochenende wenn Peter zu Hause ist, früh mit den Kindern aufsteht, sich um den Haushalt kümmert und ich – dankenswerterweise ❤ immer – ausschlafen darf, funktioniert das mit den Regeln im Spielzimmer oft auch kaum bis gar nicht. Ich sitze dann zum stillen noch im Bett und lausche ins Erdgeschoß wo Peter die Zwerge im 5 Minutentakt zum Ordnung machen schickt. Nur fruchtet das nicht.

Zweifellos könnte man auch meinen Kindern pausenlos das Spielzeug hinterherräumen – das (und das eint uns) tut aber keiner von uns dreien. Wenn die Kinder auf den Arbeitsteppichen spielen, räumen sie automatisch weg. Manchmal muss man sie aber dazu anhalten diese zu nutzen – was Anwesenheit und dahinter sein erfordert. Drama bezüglich dem Wegräumen des Materials vom Teppich gibt es dafür aber tatsächlich nie.

Wenn man sie nicht dazu anhält die Teppiche zu nutzen und auch länger  nicht nachschauen geht, dann haben sie für gewöhnlich bald alle Kisten aus den Regalen gezogen und möglichst gleichmäßig über den gesamten Boden verstreut. Meist ist das der Zeitpunkt an dem es Lauter wird, die Kinder Zimmer wechseln oder raus in den Hof gehen (flüchten!).
Warum?
Weil sie beim  Aufblicken oder aber spätestens beim erneuten Betreten des Raumes, von dem vorherrschenden Chaos optisch erschlagen werden! Wenn sie dann zum Ordnung machen aufgefordert werden – ist das Drama vorprogrammiert.
Man kann sich das nun natürlich antun, dem Drama freien lauf lassen, 100 mal reden, selbst laut werden, mit wegwerfen drohen, drauf pfeifen oder auch nachgeben und allein wegräumen.
Ich persönlich ziehe es aber vor das Problem an der Wurzel zu packen. Und das Problem hierbei ist nicht das Ordnung machen an sich (denn das funktioniert ja im Richtigen Rahmen) sondern die am Anfang dieses Absatzes stehende Erkenntnis. Das flächendendeckende Chaos lässt die Aufgabenstellung einfach unbewältigbar erscheinen!
Die einfachste Lösung ist also: die Aufgabe bewältigbar erscheinen zu lassen!
Und dazu braucht es einen Besen, 5 Minuten Zeit und einen Anfang.

Hilf mir, es selbst zu tun. 

„Ich habe mit dem Wegräumen begonnen, könntet ihr jetzt nur noch das übrige Eck aufräumen.“ und „XY möchtest du lieber mit dem Lego oder den Autos beginnen?“

Wenn der überwiegende Teil  Raumes fertig/frei/sauber erscheint, dann ist das letzte Fleckerl – egal wie hoch sich dort das Chaos türmt – erfahrungsgemäß ein Kinderspiel!

Alles Liebe

Ein Gedanke zu “#aus dem Blauen gefragt: Ordnung halten?

  1. Hallo Immortal, Danke für diesen Artikel :-D. Und denn Tipps darin. Ich glaube unser Schrubber kommt doch mal des öfteren zum Einsatz, habe mich bisher immer gescheut ihn zu nutzen aber deine Erklärung zur unüberwindbaren Aufgabe macht Sinn. Mal schauen ob es dadurch vielleicht ein wenig besser klappt aufzuräumen und Stressfreier 😉

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