Constantins Geburt

Rechnerischer Geburtstermin 29. 11. 2011
Hochrechnung laut erstem Ultraschall 05. 12. 2011

06. 12. 2011

gegen 3 Uhr früh
Nachdem ich am Vorabend schlafen ging und – wie in jeder Nacht davor – wieder um 3 Uhr aufwachte, um den Porzellanthron zu besteigen, war ich nach einer weiteren schlecht verbrachten Nacht mit meinen Kräften am Ende! Ich dachte mir beim Einschlafen: Ich bin so fertig, wenn es jetzt losgehen sollte – würde ich die Geburt nicht durchstehen. Weshalb ich mich am Morgen dazu entschlossen hab, den Tag dazu zu nutzen mich nur auf mich zu konzentrieren.
Ich habe ausgiebig gefrühstückt und danach machte ich mich zum ersten Mal seit über einem Jahr daran meine Haare zu färben, hab während der Einwirkzeit mit meinem LG telefoniert der mich wie jeden Tag – in der Mittagspause – anrief und sich nach dem neusten Stand erkundigte. „Nichts tut sich. Keine Wehen, kein Ziehen, kein Stechen – gar nichts.“ war meine Antwort. „Ich rechne mit dem Wochenende“ fügte ich im Laufe des Gesprächs noch hinzu. Nach dem Telefonat ging ich unter die Dusche, um das Färbemittel wieder raus zu waschen und nutzte diese Gelegenheit auch meine neuste Errungenschaft – eine Duschbürste – in Verbindung mit einem Entspannungsduschgel zu testen. Nach der Dusche fühlte ich mich wirklich wieder wie neu. Am Nachmittag nahm ich mir ein Buch und las mich in den Schlaf. Ich hab wirklich gut geschlafen!
Entspannung
Ausruhen

Mein Lebensgefährte Peter kam am Abend von der Arbeit und weckte mich um mit mir Essen zu gehen.
Gesellschaft
Gespräch
Essen

Während dem Essen bemerkte ich ein leichtes ziehen im Unterbauch. Nichts weltbewegendes kaum bemerkbar, aber verlässlich alle 6-7 Minuten wiederkehrend. Ich rief meine Mutter an – 18:22 Uhr (ich lobe mir Gesprächsverlaufsanzeigen am Handy) – und fragte „Wie fühlen sich Wehen nochmal an – ja, ich weiß ich hab schon eine Geburt hinter mir – trotzdem kann ich mich nicht mehr daran erinnern wie es sich anfühlte“. Nachdem ich ihr beschrieb was ich sich bei mir tat, meinte sie dass ich mich auf den Weg machen sollte – denn mein Kleiner tut das auch gerade. Ich aß auf, trank aus, wir zahlten und gingen – unterbrochen von der einen oder anderen leichten Wehe – wieder nach Hause.
Am Weg verständigte Peter seinen Vater – den Fahrer – und teilte ihm mit das ich „Wehen-Alarm“ gegeben hätte, er möge sich bitte in der nächsten halben Stunde mit vollem Tank bei uns einfinden – was dieser auch tat. Um 18:57 Uhr rief ich nochmal meine Mutter an um ihr zu sagen dass wir nun auf dem Weg ins Krankenhaus sind und ich sie dort erwarte.

20 Minuten später konnte man mich dabei beobachten wie ich vor dem Geburtskrankenhaus auf- und abging. Ich wollte noch nicht hineingehen, denn beim sitzen im Auto kam keine einzige Wehe mehr, ich wollte lieber noch ein bisschen spazieren gehen. Weitere 20 Minuten später trifft auch meine Mutter ein und inzwischen kommen wieder leichte Wehen – alle 3-4 Minuten. Für mein Empfinden sind sie immer noch viel zu schwach – beim Ersten Kind waren sie viel früher schon stärker.

Auf Bitten meiner Mutter betreten wir dann trotzdem schon das Krankenhaus und begeben uns in Richtung Kreißsaal. In der Abteilung angelangt werde ich sogleich ans CTG gehängt und ein Arzt überprüft den Muttermund. Die Hebi teilt mir mit das der Streptokokken-B-Test – der einige Wochen zuvor gemacht wurde – positiv ausgefallen wäre und erklärt mir das ich zwar ambulant Entbinden könnte, aber ich nicht die üblichen 6 sondern mindestens 12 Stunden nach der Geburt hier bleiben müsse – da meinem Sohn nach 12 Stunden Blut abgenommen werden müsse um eine Ansteckung ausschließen zu können. Peters Vater macht sich also auf den Weg nach Hause.

Das CTG bestätigt alle 4 Minuten brav eine Wehe und auch der Arzt sagt nach der Untersuchung, dass das Kind heute Nacht kommen wird, auch der Muttermund sei 3 cm offen. Nach dem CTG werden wir in den Kreißsaal geführt. Da die Hebamme mir die Entscheidung überließ dort zu bleiben oder noch eine Runde spazieren zu gehen – verlassen wir ihn aber 5 Minuten später wieder – es ist ungefähr 20:30 Uhr. Wir sollen in einer Stunde wieder zurück sein – dann würden wir weiter sehen.
Diese Stunde verbrachte ich begleitet von meinem Lebensgefährten und meiner Mutter vor dem Krankenhaus. Wir gingen die Treppen auf und ab, und wieder hinauf und hinunter und debattierten über Aussagen die Richard David Precht vor einigen Tagen beim Wiener Stadtgespräch von sich gab. Nach einer Stunde – glaube ich immer noch nicht so weit zu sein – gehe aber trotzdem wieder ins KH hinein und begebe mich erneut zum Kreißsaal. Dort wurde ich vor die Entscheidung gestellt wer mich begleiten soll. Lebensgefährte versus Mutter – ich entscheide mich für den Lebensgefährten – revidiere meine Entscheidung aber keine viertel Stunde später – weil ich plötzlich doch unsicherer werde – und kehre sie um. Peter küsst mich zum Abschied und begibt sich in die Eingangshalle. Leider ohne Lesestoff – den haben wir vergessen…. :/

Ich setze mich nochmal in die Dusche um mir warmes Wasser über den Bauch rinnen zu lassen. Immer noch sind die Wehen sehr schwach. Nach der Dusche zeichnet das CTG plötzlich keine Wehen mehr auf, der Muttermund ist weniger weit offen als schon zuvor und ich entschließe mich um 21:30 Uhr auf dem Pezziball sitzend weiter zu warten.
Bis 23 Uhr werden sie langsam wieder etwas stärker – aber es geht noch immer nicht wirklich was weiter. Ich lege mich wieder ins Kreißsaalbett und bekomme das Antibiotikum das die Infektionsübertragung auf meinen Sohn verhindern soll, verabreicht. Der Muttermund wird wieder kontrolliert – wir stehen bei 5 cm. Mein vorranger Gedanke war: da geht ja gar nichts weiter diesmal. Gegen 23:45 Uhr fragt meine Mutter ob ich nicht doch Peter gern bei mir hätte, und bereite sich vor ihn herauf zu rufen. Stoppt diese Intention aber nachdem die Hebammen etwas überfallsartig :/ meinen sie werden nun die Fruchtblase öffnen. Sie setzt sich zu mir aufs Bett und beginnt mich zu streicheln. Das öffnen der Fruchtblase an sich war keine große Sache, jedoch fungierte der Kopf meines Sohnes wie ein Korken so dass das bloße öffnen, absolut keinen Effekt hatte. Die beiden Hebammen werkelten also von innen und außen ein wenig herum und schoben den kleinen wieder etwas höher in den Bauch damit das Fruchtwasser austreten konnte – das hingegen war wirklich schmerzhaft und auch sonst ein sehr unangenehmes Gefühl, so behandelt zu werden.

07.12.2011

Danach beginnen Wehen – an die ich mich auch von der ersten Geburt her erinnern kann, und ich auch tatsächlich als Wehen klassifiziert hätte – alles davor war nur zur Übung.
Eine Stunde vergeht es ist 1:05 Uhr und ich kann die Wehen gut veratmen. Ich verzweifle jedoch gerade – denn auch nach dem schönen Tag bemerke ich, wie meine Kräfte wieder schwinden – und das sind noch nicht mal Presswehen. Keine Minute später beginnt der Druck nach unten zuzunehmen und die Hebamme bittet mich nun die Position einzunehmen in der ich gebären will – ich versuche die Wehen der nächsten paar Minuten weiter zu veratmen um nicht zu pressen. Mein Blick fällt auf die Uhr über der Tür 01:09 Uhr als die Hebamme die erlösenden Worte „Ab der nächsten Wehe dürfen sie mit schieben“ von sich gibt. Doch die Wehe ist auch schon da und ich verpasse die Hälfte. Für die nächste Wehe halte ich meine angewinkelten Beine in den Kniekehlen und ziehe sie während der Wehe zu meinem Oberkörper. Ich kann am Ende dieser Wehe das obere Drittel des Kopfes meines Sohnes bereits sehen und lasse mich erleichtert mit den Worten „noch eine Wehe“ in die Kissen fallen. Die nächste Wehe bahnt sich an und ich beginne etwas zu früh mit zu schieben – halte aber trotzdem durch – und es lohnt sich.

Nachdem ich bei meiner Ersten Geburt sehr viele Presswehen durchgestanden habe war diesmal alles so schnell in nur 9 Minuten von statten gegangen dass ich tatsächlich so verblufft war, wie noch nie in meinem Leben. Ich war so erleichtert, überrascht und vor allem so entspannt dass ich mir meinen Sohn erst richtig angesehen habe nachdem er schon mehrere Minuten ruhig auf meiner Brust lag.
Meine Mutter rief meinen Lebensgefährten herauf und er durfte etwas später die Nabelschnur durchschneiden.

07. 12. 2011 – 01:18 Uhr
3600 g – 50 cm – 35 cm KU
alles im grünen Bereich

338163_2411670815355_1411226821_o.jpg

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s